Heidenheim Ein Wiedersehen mit Regisseur Tobias Heyder

„Die Lombarden“ in der Jugendherberge: Im Heidenheimer Westen wird der nächste frühe Verdi geprobt (rechtes Bild). Regisseur Tobias Heyder arbeitet noch an Details seiner Inszenierung, auf dem Bild links (Mitte) mit Tenor Marian Talaba und der als Sopran-Double eingesetzten Kostümbildner-Hospitantin Nastassia Volkus.
„Die Lombarden“ in der Jugendherberge: Im Heidenheimer Westen wird der nächste frühe Verdi geprobt (rechtes Bild). Regisseur Tobias Heyder arbeitet noch an Details seiner Inszenierung, auf dem Bild links (Mitte) mit Tenor Marian Talaba und der als Sopran-Double eingesetzten Kostümbildner-Hospitantin Nastassia Volkus. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 11.07.2018
Die nächste frühe Verdi-Oper beschert ein Wiedersehen mit dem Regisseur Tobias Heyder, der im Jahr 2016 schon den „Oberto“ inszeniert hat, mit dem alles begann.

Für seine „Oberto“-Inszenierung war er vor zwei Jahren einhellig gelobt worden. Nun ist er wieder da: Tobias Heyder. Der Regisseur aus Hamburg kümmert sich heuer um Giuseppe Verdis „I Lombardi“.

Das ist bekanntlich die vierte Oper des Meisters. Bei „Oberto“ seinerzeit handelte es sich nicht nur um die allererste, sondern auch jene, die selbstverständlich am Beginn des Heidenheimer Verdi-Projekts stand, das sich in chronologischer Reihenfolge der frühen Verdi-Opern annimmt.

Bei Tobias Heyders Arbeit mit und an „Oberto“ faszinierte damals insbesondere der Purismus, wie in einem gleichsam leeren, schwarzen Bühnenraum und mit ein paar Stühlen und geschickter Personenführung mächtige inszenatorische Dichte entstand. „Diese Black-Box-Ästhetik war ja der Verdi-Reihe in gewisser Weise auch programmatisch vorgegeben“, sagt Tobias Heyder. „Und von mir kann man erwarten, dass ich das weiter fortführe.“

Auf dem Weg dorthin ist man schon weit. Bislang liefen die Proben in der früheren Jugendherberge Heidenheims auf Hochtouren. Demnächst steht dann der Umzug ins Festspielhaus an. Premiere ist am Donnerstag, 19. Juli, die zweite Vorstellung folgt tags darauf am Freitag, 20. Juli. Beide Male ist der Beginn um 20 Uhr. Und auch wenn nicht schon im Vorfeld verraten werden soll, wohin die interpretatorische Reise des Regisseurs gehen wird, so darf das Publikum, soviel will Tobias Heyder versprechen, „auf einen lebendigen Theaterabend mit Figuren gespannt sein, denen man etwas abgewinnen kann“.

Drei Geschichten in einer

Wobei die Herausforderung für den Regisseur wahrlich keine kleine ist. Denn „I Lombardi“ lebt nicht von einer Geschichte, sondern ist aus drei Geschichten zusammengebaut und erzählt, inklusive einiger heftiger zeitlicher und örtlicher Sprünge, von einem Bruderzwist, sodann von einer jungen Frau, die sich von ihrem Vater emanzipiert, und von einem christlichen Kreuzzug gegen Muslime. Und die Liebe wird selbstverständlich als Thema ebenfalls nicht vernachlässigt.

Ein weites inhaltliches Feld also, das es zu beackern gilt. Zumal, wenn man sich, wie Tobias Heyder, durch das Wesen der Heidenheimer Verdi-Reihe dazu herausgefordert sieht, in der Reduktion zu arbeiten. Der Regisseur lacht: „Fürs Fernsehen würde man aus ,I Lombardi‘ einen 24-Teiler machen.“ In Heidenheim aber ist das Stück nach wie vor eine Oper. Man darf gespannt sein.

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