Heidenheim Klinikum: Neues Rezept gegen langes Warten

Dem Heidenheimer Klinikum stehen viele weitere Veränderungen ins Haus.
Dem Heidenheimer Klinikum stehen viele weitere Veränderungen ins Haus. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Silja Kummer 13.06.2018
Klinikum-Geschäftsführer Udo Lavendel will bis Jahresende eine zentrale Patientenaufnahme einführen. Ein modernes Lasergerät für Operationen und ein dritter Herzkathetermessplatz sind in Sicht.

In den nächsten Monaten kommt auf das Klinikum einiges zu: Die augenfälligste Neuerung ist der siebengeschossige Neubau, für den die Baumaßnahmen schon laufen. Am Mittwoch, 27. Juni, wird der Grundstein gelegt für das Gebäude, das anstelle des alten Erweiterungsbaus entsteht. Die Kosten sind mit 73,4 Millionen Euro kalkuliert. 35,4 Millionen übernimmt das Land. Damit hat der zweite Bauabschnitt der Kliniksanierung begonnen.

Im Zeitplan

„Zeitlich und inhaltlich sind wir jetzt in der Spur,“ sagt Klinik-Geschäftsführer Udo Lavendel. Im vergangenen Jahr musste man die Projektsteuerungsfirma wechseln, nachdem der vorherige Partner die Fortschreibung der Baukosten nicht korrekt gemacht hatte und die finanzielle Kalkulation dadurch in Schieflage kam.

Doch schon jetzt denkt Lavendel weiter: „Wir sind mit dem Ministerium im Gespräch, wie es nach diesem Bauabschnitt weitergehen soll“, sagt er. Die bauliche Gesamtzielplanung sei wichtig, deshalb werde bereits der dritte Bauabschnitt vorbereitet. „Das dauert aber noch ein paar Monate“, sagt er.

Warten in der Holding-Area

Noch bevor der jetzt begonnene Neubau bezogen werden kann, sollen noch andere Neuerungen im Klinikum kommen. Die zunächst gravierendste Veränderung, auch für die Patienten, soll eine zentrale Aufnahme sein. „Das heißt, dass nicht jede Fachabteilung die Patientenaufnahme selbst organisiert, sondern dass man das einmal zentral macht“, erläutert Lavendel. Die Wartezeiten sollen sich dadurch für die Patienten deutlich reduzieren, die Abstimmung mit den niedergelassenen Ärzten werde nach einheitlichen Standards laufen. „Es wird eine Holding-Area geben. Die Patienten müssen dann nicht mehr auf der Station auf ihr Bett warten“, so Lavendel.

Räumlich sollen die zentrale Patientenaufnahme und das Belegungsmanagement zunächst auf der dritten Etage im Haus B platziert werden, nach Abschluss der Baumaßnahmen ist das Erdgeschoss der gewünschte Standort für diese Einrichtung. „Entscheidend ist im Moment nur, dass diese Funktion eingerichtet wird“, sagt der Klinik-Geschäftsführer. Bis zum Jahresende soll es so weit sein. „Wenn uns das gelingt, ist das auch ein Mosaikstein, der zum Gesamtbild der Neustrukturierung im Klinikum passen wird“, sagt Landrat Thomas Reinhardt, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums.

„Als Vorstufe haben wir bereits die Patientenaufnahme der Allgemeinchirurgie und der Unfallchirurgie zusammengeführt“, erzählt Lavendel. Was in kleiner Form eingeübt wurde, soll dann aufs ganze Haus übertragen werden.

Brustschmerz schnell behandeln

Über den Sommer sollen auch die Abläufe in der zentralen Notaufnahme neu organisiert werden. „In der Kardiologie richten wir eine CPU ein“, sagt Lavendel. Die „Chest Pain Unit“ (Brustschmerz-Einheit) gehöre organisatorisch zur zentralen Notaufnahme, sei aber eigentlich Teil der Kardiologie. Ziel sei es, Patienten mit unklaren Brustschmerzen sehr schnell zu untersuchen, um Risikofaktoren auszuschließen. Dafür gebe es auch neue medizinische Geräte, die mobil eingesetzt werden können.

Technische Neuerungen sollen die Qualität der Behandlung verbessern: Besonders innovativ ist laut Lavendel ein neues Lasergerät für Operationen in der Urologie: „Das ist ein One-in-one-Gerät für alle urologischen Eingriffe.“

Auch in Sachen Herzkatheter gibt es erfreuliche Neuigkeiten: „Wir haben zwei Messplätze im Klinikum, aber der Bedarf ist viel größer“, sagt Lavendel. Beschlossen gewesen sei, dass mit dem dritten Bauabschnitt ein dritter Messplatz kommen sollte. Dieser wurde nun vorgezogen: „Wir klären gerade die Verortung im Klinikum, ich denke, dass wir Mitte nächsten Jahres damit starten können.“

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