Aktion Nepal: Hilfe aus Heidenheim wird verteilt

Kathmandu/Heidenheim / Catrin Weykopf 24.03.2016
Monatelang hatte sich der erneute Hilfstransport aus Heidenheim nach Nepal verzögert. Jetzt sind die Sachen angekommen und zwei Heidenheimer Voithianer vor Ort, um sie zu verteilen.
Es war ein Zittern und Bangen: Monatelang steckte der Hilfscontainer fest, den die beiden Voith-Mitarbeiter Herwig Jantschik und Pawan Dhakal mit ihrem Verein "Zukunft für Nepal Ostwürttemberg" im Herbst auf den Weg geschickt hatten. Anfang März dann endlich die gute Nachricht: Die Lieferung konnte die lange blockierte Grenze zwischen Indien und Nepal passieren - die Hilfsgüter können nun dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.

Seit einigen Tagen sind die beiden Männer nun selbst vor Ort, um bei der Verteilung zu helfen und weitere Schritte zu organisieren. Derzeit haben aber ersteinmal die Bergdörfer in der westnepalesischen Region Dhading Priorität, genauer gesagt: die Schulkinder dort. An sie und ihre Familien werden dieser Tage Schulsachen, Rucksäcke, Kochgeschirr und andere Dinge des täglichen Bedarfs verteilt.

Ein System, das funktioniert

Weil Jantschik und Dhakal bereits beim ersten Transport unmittelbar nach den starken Erdbeben vom Frühjahr 2015 ein Verteilsystem entwickelt hatten, dass sich bewährt hat, wurde dieses inzwischen von örtlichen Behörden übernommen. Bei den aktuellen Verteilungen macht sich vom Erfolg des Systems nun auch der nepalesische Sozialminister ein Bild, dies berichtet Jantschik in einer Email aus Nepal.

Pläne für eine Handwerkerschule

Ein weiteres Ziel der beiden Voithianer ist es, in Sachen Ausbildung weiterzukommen. Jantschik und Dhakal möchten eine Ausbildungswerkstatt gründen, in der junge Neaplesen das Schneidern, Metall- und Holzverarbeitungstechniken lernen. Dies soll zum einen beim Wiederaufbau der immernoch weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Wohnhäuser hilfreich sein, zum anderen den Schülern auch eine berufliche Perspektive und damit einen Lebensunterhalt ermöglichen. Nepal gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Viele junge Nepalesen wandern in die Golfstaaten aus, wo sie Geld für ihre Familien verdienen - meist zu Niedrigstlöhnen und ohne Arbeitsschutz.

Um die Handwerkerschule voran zu bringen, haben Dhakal und und Jantschik bei ihrem aktuellen Aufenthalt bereits weitere Gespräche geführt und sich bestehende Einrichtungen in anderen Regionen angesehen. Ihr Projekt umsetzen wollen sie mit einer örtlichen Stiftung. So soll sichergestellt werden, dass permanent jemand vor Ort ist, um den Fortgang der Dinge zu kontrollieren und zu organisieren. 

Spenden: So geht's

Jantschik und Dhakal bitten stellvertretend für ihren Verein auch über das HZ-Spendenportal "Unsere Hilfe zählt" um Spenden für die Gründung der Schule.

Weil die Kreissparkasse Heidenheim sämtliche anfallenden Transaktionskosten trägt, fließen 100 Prozent jeder Spende direkt an den begünstigten Verein. Es kann direkt online auf der Seite www.unsere-hilfe-zaehlt.de für das Nepalprojekt gespendet werden.
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