Heidenheim / Andreas Antoniuk  Uhr
Es war eine Hauptversammlung des Wandels im Saal des Naturtheaters: Helga Banz, die dem Naturtheaterverein sechs Jahre vorgestanden hatte, gab den Stab an den langjährigen Vorsitzenden des Fördervereins Naturtheater, Norbert Pfisterer, weiter, der seinerseits mit Martin Grath seinen möglichen Nachfolger vorstellte.

Helga Banz berichtete über die abgelaufene Spielzeit und die von ihr vorgetragenen Zahlen waren beeindruckend: Über 46 900 Zuschauer fanden in der Spielzeit 2014 den Weg auf den Schlossberg, was einer Gesamtauslastung von 101,6 Prozent oder einem Durchschnitt von 1024 Zuschauern pro Vorstellung entspricht. Mit einem Erfolg wie diese Saison in der Hand sei es gut, aufzuhören, meinte die scheidende Vorsitzende, nicht ohne dem Verein den Wunsch auf gegenseitigen Respekt und Fairness mit auf den Weg zu geben: „Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“

In der Folge kamen die Ressortleiter des Theaters zu Wort. So gab Uli Valentin einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr jenseits der Hauptstücke, und neben Weihnachtsmärchen, Kleinkunstreihe und Tag der Offenen Türe hob sie vor allem das sehr erfolgreiche Jugendstück „Romeo meets Julia“ hervor, das eindrucksvoll die Kreativität und das Können der Jugend unter Beweis gestellt habe.

Petra Pfisterer führte den Anwesenden vor Augen, welch eine Leistung die Serviceleute bei insgesamt 50 Aufführungen vollbracht hätten. Exemplarisch erwähnte sie „Stoffel“ Harkai, der neben seiner Rolle auf der Bühne und Aufgaben in der Technik auch stets in einer der Verkaufsbuden zu finden gewesen sei.

Für den Bühnenbau und den Bereich Technik zog Stefan Lochstampfer ein positives Fazit: „Anders als in Berlin werden wir mit unsren Baustellen rechtzeitig fertig“. Pyrotechnik sei diese Spielzeit ein großes Thema gewesen, das die Crew Andi Warken, Lars Sörös-Helfert, Klaus Zemmler und Verena Schmidt-Steffens bravourös gemeistert hätten. Im Bereich Bühnentechnik sei die Verpflichtung von Fabian Vossler ein Volltreffer gewesen. In der Struktur des Bereichs Technik forderte Lochstampfer eine Neuordnung; so regte er die Schaffung eines Vorstandspostens „Technik“ an.

Der alte Beirat brachte seinen Bericht wie immer „theatralisch“, dieses Mal angelehnt an die kommende Stücke „Hexenjagd“ und „Peter Pan“. Neben einem Rückblick formulierte er auch Wünsche und Anregungen, die mit Feenstaub von Tinkerbell auf den Weg gebracht wurden. Nach den bereits zuvor abgehaltenen Wahlen präsentiert sich der Jugendbeirat mit neuem Gesicht: Neue Leiterin ist Alexandra Hirschberger mit dem alten Stellvertreter Christoph Harkai; im Beirat sitzen nun Johanna Schneider, Franci Valentin, Vera Hommel, Vanessa Bittner sowie Carolin Bader.

Helga Banz ging auf die finanzielle Situation ein, die sich aufgrund der Zuschauerzahlen sehr rosig darstelle. Satte 88 612,96 Euro Überschuss stünden zu Buche. Doch Banz dämpfte allzu große Euphorie, denn mit den anstehenden Bauvorhaben, auf die Ralf Käpplinger einging, sei das Finanzpolster nötig. Nach kurzer Diskussion beschloss die Versammlung eine Neuordnung der Mitgliedsbeiträge,.

Zahlreiche Mitglieder wurden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet; herausragend Inge Eisenschmid und Ursel Metzeler, die ihre Urkunden für jeweils 40 Jahre Zugehörigkeit zum Verein erhielten. Weitere Ehrungen nahm Lars Sörös-Helfert in seiner Eigenschaft als Vizepräsident und Schatzmeister des Landesverbandes der Amateurtheater Baden-Württemberg vor. So wurden vom Landesverband Marita Kasischke (Bronze) für zehn, Renate Häckele (Silber) für 20 und Bettina (Gold) für 30 Jahre Theaterarbeit geehrt. Christian Horn und Susanne Schneider bekamen die Silberne Ehrennadel des Bundes deutscher Amateurtheater für 25 Jahre Mitgliedschaft verliehen, und Inge Eisenschmid erhielt unter Standing Ovation die Goldene Ehrennadel des Bundesverbandes.

Dann wurde es Zeit für die Verabschiedung von Helga Banz. Petra Pfisterer und Marita Kasischke hoben ihre Verdienste für den Verein hervor und Kasischke brachte es mit den Worten: „Dass der Verein heute so dasteht, ist dir zu verdanken“ auf den Punkt. Mit einem Kästchen Schlossbergerde und einem von der Stuttgarterin Verena Spatz gemalten Porträt, das seinen Platz im Theater findet, wurde Banz unter minutenlangem Beifall verabschiedet.

Norbert Pfisterer, einziger Kandidat für die Banz-Nachfolge, stellte seine Ziele dar. Er mit 90 Stimmen bei zwölf Gegenstimmen gewählt. Spannender ging es bei der Wahl des Beirates zu, hatte die Versammlung doch unter sieben Kandidaten zu wählen. Am Ende vollzog sich mit der Wahl von Stefanie Zembsch und Tobias Göttl ein Generationswechsel, während Bettina Ostermayer und Marita Kasischke im Amt bestätigt wurden.