Heidenheim / Manfred F. Kubiak  Uhr
Eliza trifft Dorothy: Das Heidenheimer Naturtheater zeigt 2017 "My Fair Lady" und der "Zauberer von Oz"

Es grünt so grün, wenn Spaniens . . . Blüten blühen, genau. Den Song kannte früher jedes Kind. Und nächstes Jahr wird er in Heidenheim ein Ohrwurm sein, denn das Naturtheater wird was spielen? „My Fair Lady“. Das wird das Hauptstück sein. Und als Kinderstück gibt's 2017 „Der Zauberer von Oz“.

Für Heidenheim inszenieren werden „My Fair Lady“ Marita Kasischke und Petra Pfisterer. Was Marita Kasischke betrifft, handelt es sich um ein echtes Regie-Debüt. Die musikalische Leitung wird Markus Romes haben, der in dieser Funktion im Naturtheater 2009 schon einmal sehr erfolgreich bei „Oliver“ mitgewirkt hat.

Das Musical von Frederick Loewe war zum ersten und bisher einzigen Mal im Jahr 1990 unter der Regie von Thomas Dietrich auf der Bühne des Naturtheaters zu erleben gewesen. Mit großem Erfolg. Erzählt wird die Geschichte des Blumenmädchens Eliza Doolittle, die Professor Higgins, einem angesehenen Philologe und Phonetiker, nach einem Opernbesuch in Covent Garden auf dem Londoner Blumenmarkt auffällt. Ihre kraftvoll-vulgäre Sprache, die in der englischen Fassung mit starkem Cockney-Akzent prunkt – im Naturtheater will man 2017 auf „Berliner Schnauze“ setzen –, nimmt er als Beispiel für die Deformierung der Muttersprache. Higgins glaubt, dass der Mensch sich nicht über die Herkunft, sondern seine Sprache definiert. Und selbst ein Blumenmädchen wie Eliza könne ihren Stand verbessern und eine anerkannte Dame werden, sofern sie nur richtiges Englisch spräche . . . Higgins' Freund Oberst Pickering schlägt dem Professor daraufhin eine Wette vor: Wenn es Higgins gelingt, innerhalb von sechs Monaten aus Eliza eine Dame zu machen, wird Pickering die Kosten der Ausbildung übernehmen. Elizas „Abschlussprüfung“ soll der Diplomatenball im Buckingham Palace sein.

„My Fair Lady“, das Musical basiert zu großen Teil auf George Bernard Shaws „Pygmalion“, kam im März 1956 in New York heraus. Die Inszenierung mit Julie Andrews und Rex Harrison lief sechseinhalb Jahre am Broadway. Die Anschlussproduktion im Londoner West End, ebenfalls mit Julie Andrews und Rex Harrison, lief ab April 1958 fünfeinhalb Jahre lang. Die deutschsprachige Erstaufführung fand im Oktober 1961 im Theater des Westens in Berlin statt. Karin Hübner, Paul Hubschmid und unter anderem Rex Gildo waren mit von der Partie.

Mit Oliver von Fürich kümmert sich ein ganz alter Hase um die Regie des Kinderstücks, in dem ebenfalls ein Mädchen eine der Hauptrollen spielt. Und die Wahl des Stücks hat auch ihren ganz besonderen Hintergrund. Im Jahr 1992 debütierte Oliver von Fürich just mit „Der Zauberer von Oz“ auf der Freilichtbühne des Naturtheaters. 25 Jahre später feiert er diesen Umstand mit demselben Stück, bei dessen Inszenierung es sich dann um die fünfzehnte Freilicht-Arbeit von Oliver von Fürich handeln wird. „Der Zauberer von Oz“ stand 2002 übrigens auch schon einmal als Wintermärchen des Naturtheaters auf dem Spielplan. Regie führte damals Christian Horn, der im kommenden Jahr für die Kostüme verantwortlich zeichnen wird.

„Der Zauberer von Oz“ ist ein Kinderbuch des US-amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum. Die Erzählung erschien 1900 unter dem Originaltitel „The Wonderful Wizard of Oz“. Die erste Übersetzung ins Deutsche erschien 1940 in der Schweiz. Hauptfiguren der Erzählung sind Dorothy Gale, ein junges Mädchen aus Kansas, ihr kleiner Hund Toto, die Vogelscheuche, die gerne Verstand hätte, der Blechmann, dem das Herz fehlt, und ein feiger Löwe. Die Gegenspieler von Dorothy und ihren Begleitern sind eine Hexe, Wölfe, Krähen, Bienen, Affen, Spinnen, Kampfbäume und der Zauberer von Oz höchstselbst.