Heidenheim /  Uhr
99,9 Prozent Auslastung im Naturtheater: Nur "Sister Act" war erfolgreicher als die "Blues Brothers". Hier alles Wichtige über die vergangene Spielsaison.

Die diesjährige Spielzeit des Naturtheaters war von großem Erfolg gekrönt. Vereinsvorsitzende Helga Banz freut sich über insgesamt 46 900 verkaufte Karten für die „Blues Brothers“ und „Pippi Langstrumpf“. Das sind 650 mehr als im vergangenen Jahr: 2013 wurden „Robin Hood“ und „Kohlhiesels Töchter“ ausgeführt. Und schon damals hatten die Zuschauerzahlen begeistert. Die Auslastung für das komödiantische Singspiel über die Gastwirtstöchter hatte 99,7 Prozent betragen, mit 21 490 Zuschauern ging das Stück nach „Sister Act“ im Jahr 2001 (24 3709 Zuschauer bei 23 Aufführungen, 103,3 Prozent Auslastung) als Nummer zwei in der Hitparade der erfolgreichsten Erwachsenenstücke seit der Archivierung der Statistiken vor 30 Jahren in die Geschichte des Naturtheaters ein.

Nun sieht es so aus, als hätten die „Blues Brothers“ (Regie: Sonja Fritz, Ulrike Valentin und Marc Jahraus) noch eins drauf gelegt: Im Schnitt hatten sich 1025 Besucher das Stück um die Brüder Jake und Elwood Blues angesehen, bei „Kohlhiesels Töchter“ waren es durchschnittlich 1023 Zuschauer. Nur eine einzige Vorstellung von „Kohlhiesels Töchter“ war besser besucht. Somit belegt „Blues Brothers“ Rang zwei der erfolgreichsten Erwachsenenstücke des Naturtheaters.

Auch das Kinderstück „Pippi Langstrumpf“ unter der Regie von Stephan Fritz, welches zuletzt im Jahr 2000 von Anuschka Josipovic und Susanne Ruppender inszeniert worden war, kam äußerst gut an – und übertraf sogar die eben erwähnte Vorgängerversion. Zwar kann „Pippi“ zahlenmäßig nicht ganz mit „Michel aus Lönneberga“ aus dem Jahr 2012 (27 715) mithalten – dem bislang erfolgreichsten Kinderstück überhaupt. Dafür ist das freche Mädchen mit den roten Zöpfen, was Zuschauerzahlen betrifft, „Robin Hood“, dem Kinderstück der vergangenen Saison, überlegen: Mit durchschnittlich 1057 Zuschauern pro Vorstellung liegt „Pippi“ deutlich vor dem Rächer der Armen (im Schnitt 990 Zuschauer, Auslastung: 96,5 Prozent).

Aufgrund der großen Nachfrage hatte es heuer zwei Zusatzvorstellungen für das Kinderstück und eine für das Erwachsenenstück gegeben. Wie erklärt man sich den großen Erfolg?

„Mit der Qualität des Schauspiels, der Stückauswahl und der Tatsache, dass wir Glück mit dem Wetter hatten“, bilanziert Vereinsvorsitzende Helga Banz. Es sei zwar verhältnismäßig kühl gewesen für August, dafür musste keine Veranstaltung wegen Sturms oder Gewitters unterbrochen werden.

Die Auslastung lag bei „Blues Brothers“ bei 99,9 Prozent, zusammen mit „Pippi Langstrumpf“ (103 Prozent) insgesamt sogar bei 101,6 Prozent. Wie ein Wert jenseits der 100 Prozent zustande kommen kann? „Wir verkaufen 1026 reguläre Plätze pro Veranstaltung, das sind die 100 Prozent. Zusätzlich können aber noch Karten für die 64 Notplätze ganz hinten erworben werden“, erklärt Banz. Der Erfolg ist nicht nur willkommene Entschädigung für die Arbeit der Mitwirkenden, sondern tut auch der Vereinskasse gut: „Die Einnahmen bilden unsere Rücklagen für den dritten Bauabschnitt“, erklärt Banz. Nach dem Bau der Werkstatt vor zehn Jahren und dem neuen Bürotrakt vor fünf Jahren stehe nun eine neue Umkleide, die Erneuerung des Kostümverleihs und eine neue Maske, also die Renovierung des hinteren Gebäudeteils, an.

Auch das Timing hätte besser nicht sein können, denn 2014 wird das Jubiläum zum 90-jährigen Bestehen der Naturbühne begangen, die 1924 eingeweiht wurde. „Wir freuen uns schon aufs Hundertjährige“, sagt Banz. Zu diesem Anlass werde man Großes planen.

Zunächst heißt es aber: kurz durchatmen. „Wir machen gerade eine kleine Pause“, sagt Banz. Aber nicht lange – denn am 25. Oktober steht die Premiere des Herbststücks „Arsen und Spitzenhäubchen“ an; der Kartenvorverkauf laufe schon sehr gut. „Wer das Stück sehen will, sollte sich sputen, noch Karten zu bekommen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Die Proben fürs Stück laufen bereits, und auch das Konzept für das Weihnachtsstück „Die Schneekönigin“ steht.

Bald wird das Bühnenbild umgebaut. „Eine große Treppe und ein Seitenanbau sind in Planung“, sagt die Vereinsvorsitzende. „Wie genau das Bühnenbild für ,Hexenjagd' und ,Peter Pan' nächstes Jahr aussehen wird, steht noch nicht fest. Wir sind noch in der Findungsphase. Eine spannende Zeit.“ Anna-Lena Buchmaier