Heidenheim Nacht im Museum: Kunst zur ungewöhnlichen Zeit erleben

Ein Erlebnis für sich: Oldtimerbusse fahren die Besucher in der Museumsnacht  von einer Station zur nächsten.
Ein Erlebnis für sich: Oldtimerbusse fahren die Besucher in der Museumsnacht von einer Station zur nächsten. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Heidenheim / Kathrin Schuler 12.10.2018
Buntes Treiben statt trockener Geschichtsstunde ist in Heidenheim am kommenden Samstag von 18 bis 23 Uhr während der 9. Museumsnacht geboten, wenn neun Einrichtungen ihre Türen zu ungewohnter Stunde öffnen.

Dass nachts in einem Museum so einiges los sein kann, ist spätestens jedem klar, der die gleichnamige Filmkomödie mit Ben Stiller in der Hauptrolle gesehen hat. Am Samstag, 20. Oktober, sind es die Heidenheimer Museen, die des nachts zum Leben erwachen.

Doch während in der Filmversion Kriegsherren, Seefahrer und sogar ein Tyrannosaurus Rex durch die Gänge toben, muss in der Heidenheimer Museumsnacht niemand um sein Leben fürchten. Trotzdem: An den verschiedenen Schauplätzen wird von 18 bis 23 Uhr mit Musik, Akrobatik, Theater und natürlich jeder Menge Kunst und Geschichte so einiges geboten sein. Neun Museen und kulturelle Einrichtungen erwachen in der neunten Heidenheimer Museumsnacht zum Leben – und laden dazu ein, in einem anderen Licht betrachtet zu werden.

Mit dem Oldtimer durch die Stadt

Mit von der Partie sind das Kunstmuseum, der Kunstverein, das Kutschenmuseum, das Museum Schloss Hellenstein, die Welt der Sinne, das Museum im Römerbad, die Michaelskirche, der Verein Kinder und Kunst und die Galerie Kleine Wanze. Der Gedanke hinter der Museumsnacht: Einmal bezahlen – so viel wie möglich mitnehmen.

Wer einen Eintrittsbändel erwirbt, kann in der Museumsnacht an jeder der mehr als 30 Aktionen teilnehmen. Doch obwohl sich so manche Führung, Darbietung und Mitmach-Aktion im Laufe des Abends wiederholt, wäre das mehr als sportlich – und auch gar nicht im Sinne der Veranstalter.

Für kulturelle Schätz sensibilisieren

„Um wirklich alles mitzunehmen, sind fünf Stunden zu knapp“, meint Gereon Balle, der seitens der Stadt die Museumsnacht koordiniert hat. Denn es gehe nicht darum, die Menschen durch möglichst viele Museen an nur einem Abend durchzuschleusen. Die Museumsnacht soll vielmehr für die kulturellen Schätze, die Heidenheim zu bieten hat, sensibilisieren und sie in besonderer Atmosphäre erlebbar machen. „Doch es stehen nicht alleine die Inhalte im Vordergrund, sondern auch die Aktionen der einzelnen Museen und das Erlebnis an sich“, sagt Balle.

So bleibe manch einer den ganzen Abend in nur einem Museum hängen – trotz vorher ausgeklügelter To-Do-Liste. „Man kommt miteinander ins Gespräch, bekommt neue Impulse, und genau darum soll es in dieser Nacht schließlich gehen“, meint Balle. Begegnungen verschiedenster Art und Kultur mit allen Sinnen genießen sind also das einzige, was man sich für diesen Abend vornehmen sollte – und Offenheit und Interesse das einzige, was mitgebracht werden muss.

Programm für Kinder und Erwachsene

Bis zu 1500 Menschen erwartet Balle in dieser Nacht in den Museen. Hauptnutzer der Aktion seien erfahrungsgemäß Familien. Doch die Programmpunkte sind sowohl für Kinder als auch Erwachsene gedacht: „Jeder kommt auf seine Kosten“. Und nicht selten hätten auch die Großen Spaß an dem, was eigentlich für die Kleinen angeboten werde.

Mit den Museen auf dem Schlossberg und den verschiedenen Einrichtungen in der Innenstadt wird es in der Museumsnacht zwei Schwerpunkte geben. Doch damit auf dem Weg zu den einzelnen Stationen nicht zu viel Zeit verloren geht, wird es wie in den vergangenen Jahren Oldtimer-Shuttlebusse geben, die die Besucher kostenlos und bequem durch die Stadt chauffieren – was für sich genommen schon ein Erlebnis ist.

Kunst und Kultur mit allen Sinnen

Mehr als 30 Programmpunkte stehen in der Heidenheimer Museumsnacht an den neun verschiedenen Standorten auf dem Plan. Manches – wie etwa die musikalischen Einlagen und die Führungen durch die Ausstellungen der Museen – wiederholen sich im Laufe des Abends.

Ein besonderer Höhepunkt im Kunstmuseum ist das vom Verein Kinder und Kunst angebotene „Drucken wie die großen Meister“, angeregt durch die derzeitige Ausstellung „Nach Rubens“. Auf dem Schlossberg sind im Museum Schloss Hellenstein neben Führungen auch zahlreiche Tanz-, Theater-, Jonglage- und Artistik-Einlagen geboten, währen im Kutschenmuseum Luftakrobatik vorgeführt wird.

In der Michaelskirche dreht sich eine Fotoausstellung um Armut in Heidenheim. Dazu passend werden Gedichte und Texte vorgetragen. Ganz in die Welt der Römer eintauchen kann man im Museum im Römerbad, wo auch besondere antike Köstlichkeiten kredenzt werden. Im „Türmle“ findet erstmals eine Kunstauktion mit Werken aus der Mitgliederausstellung statt. Die „Kleine Wanze“ widmet sich dem Thema Australien in der derzeitigen Ausstellung und einem Mal-Workshop für Kinder. In der „Welt der Sinne“ dreht sich alles um Imagination, Illusionen und die Fazination von Spiegelbildern.

Das vollständige Programm mit allen Aktionen und Angeboten gibt es unter anderem in der Tourist-Information in Heidenheim oder im Pressehaus der Heidenheimer Zeitung.

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