Nach Wegfall der Zivis kommen zu wenige Bufdis

Helfende Hände: Irina Minzelevscaia ist eine von 15 Bundesfreiwilligen im Klinikum.
Helfende Hände: Irina Minzelevscaia ist eine von 15 Bundesfreiwilligen im Klinikum. © Foto: Foto: olv
Annika SInnl 13.02.2012
Der Bundesfreiwilligendienst – eine Erfolgsgeschichte? Bundesweit ist die Zielmarke von 35 000 Freiwilligen jedenfalls fast erreicht. Wie es in Heidenheim aussieht? Einrichtungen hier haben ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Sie waren vor allem in sozialen Einrichtungen eine tragende Säule: die Zivildienstleistenden. Seit Juli vergangenen Jahres ist damit Schluss. Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, der Ersatzdienst damit auch. Bundesfreiwillige sollten die Lücke schließen. Funktioniert dies?

Sieben Monate nach Einführung dieses neuen Dienstes ist man im Klinikum Heidenheim jedenfalls ganz zufrieden. Kliniksprecher Günther Berger: „Anfangs lief es schleppend. Jetzt aber hat es sich eingespielt.“ Überrannt werde das Klinikum zwar nicht, Interessenten gebe es aber, regelmäßig würde sich jemand um eine Stelle bewerben.

15 Freiwillige im Klinikum

Derzeit sind im Klinikum 15 Bundesfreiwillige tätig. Kliniksprecher Berger räumt ein: „Klar, das ist kein Vergleich zu den bis zu 30 Zivildienstleistenden, die im Klinikum zuletzt tätig waren.“ Das Krankenhaus aber habe sich arrangiert. Neben Freiwilligen haben auch Mitarbeiter die Aufgabenbereiche übernommen, die zuvor von Zivildienstleistenden abgedeckt worden waren. Wie Berger sagt, seien vereinzelt auch neue Stellen geschaffen worden.

Im Altenzentrum Hansegisreute waren in der Regel sechs Zivis im Einsatz. Nach dem Wegfall des Dienstes sind dort nun zwei sogenannte Bufdis tätig. „Es könnten natürlich mehr sein“, sagt Marion Graf von der Abteilung Sozialdienst. Bewerbungen aber gebe es relativ wenige, fügt sie hinzu. „Es ist nicht so berauschend.“

Bei der Lebenshilfe zeigt sich noch ein anderes Bild: „Wir hatten bisher keine einzige Anfrage“, sagt Kurt Wörrle. Der Geschäftsführer der Heidenheimer Einrichtung wundert sich selbst darüber. Die Gründe für das ausbleibende Interesse? Wörrle kennt sie nicht.

Zuletzt waren bei der Lebenshilfe bis zu 20 Zivis beschäftigt gewesen. Nach der Abschaffung wurde die Arbeit auf Praktikanten und andere Mitarbeiter umverteilt, wie Wörrle sagt. Das klappt? „Es muss“, so der Geschäftsführer.