Motorradunfall Nach tödlichem Motorradunfall: Filmender Gaffer erhält Strafbefehl

Erwin Bachmann 15.12.2017
Der Mann, der vor Wochen einen tödlich verletzten Biker gefilmt hat, ist mit einer Geldstrafe belegt worden.

Der 27-Jährige war erheblichem öffentlichen Fahndungsdruck ausgesetzt gewesen, hatte sich am 19. September der Polizei gestellt und eingeräumt, zwei Tage zuvor auf der B 19 zwischen Mergelstetten und Heidenheim mit seinem Smartphone Film- und Fotoaufnahmen von einem verunglückten und noch am Unfallort verstorbenen Unfallopfer gemacht zu haben. Daraufhin war sein Handy von der Polizei sichergestellt und kriminaltechnisch ausgewertet worden.

Was ihm vorgeworfen wird:

Rund drei Monate später hat die mit den Ermittlungen beauftragte Staatsanwaltschaft Ellwangen dem in Heidenheim wohnhaften und seinerzeit zufällig mit seinem Fahrrad an die Unfallstelle gekommenen Mann einen Strafbefehl zugestellt. Wie Pressesprecher Armin Burger am Donnerstag gegenüber der HZ bestätigte, wird dem Gaffer der Vorwurf der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs gemacht – ein Straftatbestand, der allein schon durch das Anfertigen von Bildaufnahmen gegeben ist, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellen.

„Wir sind der Auffassung, dass ein deutliches Zeichen gesetzt werden muss,“ sagte Armin Burger auf Medienanfrage. Wie hoch die von der Anklagebehörde festgesetzte Geldstrafe ist und ob der Mann den Strafbefehl akzeptiert hat, teilte die Staatsanwalt nicht mit. Erst vor kurzem war der Strafbefehl gegen einen Lkw-Fahrer rechtskräftig geworden, der auf der Autobahn bei Burgau ebenfalls einen tödlich verunglückten Motorradfahrer gefilmt hatte. Er muss 2700 Euro zahlen und einen Monat seinen Führerschein abgeben.