Konzern Nach Kuka-Invest: Voith hat weitere Firmen auf Einkaufsliste

Kuka-Roboter lernen chinesisch: Voith will seine Anteile verkaufen und den Erlös in Firmenübernahmen investieren.
Kuka-Roboter lernen chinesisch: Voith will seine Anteile verkaufen und den Erlös in Firmenübernahmen investieren. © Foto: Kuka
Karin Fuchs 04.07.2016
Voith trennt sich zwar von seinem Anteil am Roboterhersteller Kuka, hat aber bereits andere Technologiefirmen auf der Einkaufsliste.

Vollständig in die Karten schauen lässt sich Voith zwar im Moment noch nicht. Doch in einem Interview mit dem Handelsblatt sagt Voith-Chef Hubert Lienhart auf die Frage nach Übernahmezielen: „Wir beobachten den Markt fortlaufend und haben eine Ziel-Liste von interessanten Unternehmen.“ Ob schon verhandelt werde und mit wem, darüber spreche Voith nicht.

Durch den Verkauf der Kuka-Anteile von 25 Prozent hat Voith nun ein gutes finanzielles Polster angelegt, mit dem sich Firmenübernahmen bewerkstelligen lassen. Rund 50 Euro pro Aktie hat Voith beim Einstieg im Jahr 2014 bezahlt, nun bietet der chinesische Investor Midea 115 Euro je Aktie. Voith hat sein Investment also verdoppelt und erhält durch den Verkauf 1,2 Milliarde Euro. Das hat das Heidenheimer Familienunternehmen am Sonntag bekannt gegeben, nachdem die Gesellschafter die Entscheidung am Freitag getroffen hatten.

Bei der Übernahme hatte Voith noch ganz andere Ziele vor Augen. Damals hieß es, der Einstieg bei beim Augsburger Roboterhersteller Kuka sei ein strategisches Investment. „Es ist für uns daher eine ideale, zukunftsweisende Beteiligung“, sagte Lienhard damals mit Blick auf die Notwendigkeit, mit Voith für die Industrie 4.0 auszurichten, also den digitalen Umbruch in puncto Fertigung. Voith hatte sogar vor, die Mehrheit an Kuka zu übernehmen.

Nach nur eineinhalb Jahren nun der Ausstieg bei Kuka, nicht jedoch aus der Industrie 4.0. Die Beteiligung an Kuka sei in der Digitalstrategie von Voith nur ein Baustein gewesen, aber nicht die tragende Säule, so Lienhard gegenüber dem Handelsblatt. Wie Voith bereits am Sonntag mitteilte, wollen die Gesellschafter den gesamten Erlös reinvestieren. „Die Voith-Gesellschafter gehören klar zu Gewinnern dieses Übernahmeangebots und haben klug entschieden“, so Lienhard, der ankündigt, die digitale Transformation des Unternehmens beschleunigen zu wollen.

Nach Voith hat sich jetzt auch der zweite deutsche Großaktionär zum Verkauf entschieden: Mit den 25,1 Prozent von Voith und den zehn Prozent der Loh-Gruppe sichert sich Midea insgesamt 52 Prozent der Anteile und ist damit Mehrheitsaktionär.