Heidenheim / Tina Lischka  Uhr
Knapp 2000 Besucher waren bei dem Event in der Innenstadt unterwegs. Der Veranstalter ist zufrieden, auch wenn er mehr Potenzial in Heidenheim sieht.

Das Wetter ist gut, die Nacht mild. Beim Weiterziehen von Bar zu Bar kommen einem Gleichgesinnte entgegen. An ihren Handgelenken leuchten neongelbe Eintrittsbändel. Die werden kurz an den Türen der Lokale vorgezeigt und schon geht's rein ins bunte Treiben. Hier läuft Rock, ein paar Straßen weiter Pop und Jazz. Wer Countrymusik lieber mag, geht noch einmal weiter. Ein Kontrastprogramm – für jeden ist etwas dabei. Das Publikum ist gemischt, die Stimmung bei den unterschiedlichen Altersgruppen gut.

Bildergalerie Knapp 2000 Besucher bei der Heidneheimer Musiknacht

Die Rede ist von der Heidenheimer Musiknacht, die am Samstag in 20 unterschiedlichen Bars, Kneipen und Restaurants gefeiert wurde. Knapp 2000 Besucher haben sich das Event nicht entgehen lassen wollen. Das sind zwar weniger als im Vorjahr (2500 Besucher), aber deshalb sei man trotzdem nicht unzufrieden, sagt Veranstalter Frank Ockert von X-Events.

Woran das liegen könnte? Unterschiedlichste Faktoren seien bei einer solchen Veranstaltung von Bedeutung. „Das Wetter hat optimal zur Musiknacht gepasst“, freut sich Ockert. Trotzdem könne sich gerade gutes Wetter auch negativ auf die Besucherzahlen auswirken. Man bleibe lieber im Garten beim Grillen oder in den Biergärten. Auch das Heimspiel des 1. FC Heidenheim am Sonntag habe sicher den ein oder anderen dazu verleitet, am Abend zuvor zu Hause zu bleiben, meint der Veranstalter. Ebenso das verlängerte Wochenende, an dem so mancher potenzielle Besucher weggefahren sei.

„Das I-Tüpfelchen fehlte“

Dennoch sei die Musiknacht gut gelaufen: „Wir tun sehr viel für die Veranstaltung. Aber das letzte I-Tüpfelchen hat mir noch gefehlt“, beklagt Ockert. Seiner Meinung nach seien es vor allem einige der beteiligten Wirte, die sich im Vorfeld stärker für die Musiknacht einsetzen müssten. Plakate allein reichten nicht aus. Man müsse die Veranstaltung beispielsweise bei Facebook teilen, um stärker auf sich aufmerksam zu machen. „Das ist das einzige, was ich bei der Heidenheimer Musiknacht vermisse: ein aktives Mitbewerben,“ sagt Ockert, denn dann hätte die Musiknacht deutlich mehr Potenzial.

Am 12. Mai ist in der Heidenheimer Innenstadt wieder Party angesagt. Hier ist eine Übersicht mit allen Bands und Locatios.

Trotzdem war die Stimmung ausgelassen, die Kneipen teils bis ins letzte Eck gefüllt. Es wurde mitgesungen, getanzt und gefeiert. Vor allem das breit gefächerte musikalische Programm hat dazu beigetragen. Während „Cold Shot“ dem Publikum im vorerst schon warmen „Kultursalong im Stattgarten“ mit Rock und Blues der 60er und 70er Jahre einheizte, wurde man im „Stilbruch“ kurzerhand zum Mitsingen verleitet. Hier sorgten das „Bolnadi Trio“ und Sängerin Regina Heiß mit ihren Jazz-, Latin-, und Pop-Interpretationen für musikalische Höhepunkte.

Ebenfalls lautstark mitgesungen wurde im „Café Sonnleitner“. Hier spielte „Ikarus“ Hits wie „Hulapalu“ von Andreas Gabalier, bei denen es so manchen nicht mehr auf den Stühlen hielt. Dass auch leisere Töne gut ankommen, zeigte sich im „Samocca“, das zum ersten Mal dabei war. Das Akustikquartett „N8akustik“ überzeugte hier unplugged mit Rock- und Pop-Songs.

Ordentlich was los war auch im „Warsteiner Seminar“, in dem Rockabilly-Fans mit „The Moonshine Gators“ voll auf ihre Kosten gekommen sind.

Welche Bands und Lokale im nächsten Jahr dabei sein werden, ist noch unklar. Dass die Musiknacht im Mai 2019 wieder stattfinden soll, ist für Frank Ockert zumindest jetzt schon klar.