Heidenheim Neuer Chefarzt und neue Methoden in der Urologie

Der neue Chefarzt der Urologie im Klinikum, Dr. Robert Hefty will die Disziplin weiter modernisieren und ausbauen.
Der neue Chefarzt der Urologie im Klinikum, Dr. Robert Hefty will die Disziplin weiter modernisieren und ausbauen. © Foto: MArkus Brandhuber
Heidenheim / Andreas Uitz 16.08.2018
Der neue Chefarzt der Urologie am Heidenheimer Klinikum, Dr. Robert Hefty, setzt auf sehr moderne Behandlungsmethoden und will das Angebot deutlich erweitern und verbessern

Sein Motto ist deutlich: „Unmögliches wird möglich gemacht“ – und wie zum Beweis dafür zeigt Dr. Robert Hefty das Röntgenbild vom Becken eines Mannes, in dem ein Tumor den kompletten Beckenraum ausfüllt. „Den haben wir rausoperiert, dem Patienten geht es gut“, sagt der neue Chefarzt der Urologie im Klinikum nicht ohne Stolz. Der Eingriff, den er hier vorgenommen hat, ist alles andere als alltäglich, wird nur selten ausgeführt, doch Hefty ist ein ausgewiesener Spezialist im Bereich der urologischen Chirurgie.

Mehr neue Technologien

„Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten, Organe zu retten als früher. Das hängt mit denn neuen Technologien in der hochmodernen Medizin zusammen“, sagt der 51-jährige Chefarzt. Diese Technologien kommen im Klinikum auf dem Schlossberg gehäuft zum Einsatz. Natürlich kostet das viel Geld, aber der Aufsichtsrat hat zugestimmt. „Vieles was wir seit kurzem haben, war bisher nicht etabliert“, sagt Hefty. Vor allen Dingen in der minimalinvasiven Chirurgie, bei der Eingriffe mit kleinstmöglichem Aufwand für den Patienten vorgenommen werden, gebe es hochpotente Möglichkeiten. „Unser Ziel ist immer, den Patienten so lange und so gut wie möglich ein gutes und angenehmes Leben ohne Hilfsmittel zu ermöglichen, deshalb will ich meine Patienten immer so behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte“, betont der Chefarzt.

Innovatives Laserverfahren in der urologischen Endoskopie

Strukturell sei die Urologie, die das kleinste chirurgische Fach darstellt, sehr gut aufgestellt. Das betreffe die personelle, technische und räumlich Situation, sagt Hefty, der im März die Nachfolge des langjährigen Chefarztes Dr. Ulrich Wenderoth angetreten hat. Daran soll weiter gearbeitet werden.

Beispielsweise soll künftig im Bereich der urologischen Endoskopie ein bundesweit noch sehr innovatives und vielseitiges Laserverfahren eingesetzt werden. Es bietet dem Operateur neue Möglichkeiten bei der Behandlung von Nierensteinen sowie bei der Chirurgie von urologischen Tumoren, bei der Prostata-Behandlung und bei Harnröhrenverengungen.

Eine weitere Neuerung ist, dass inzwischen mit sehr modernen und vielfältig einsetzbaren Einmal-Endoskopen gearbeitet wird. Dadurch lassen sich operationsbedingte Infektionen nahezu ausschließen.

In der jüngsten Vergangenheit haben große Operationen bei Blasenkrebs im Klinikum deutlich zugenommen. In Deutschland gelten Hefty zufolge Kliniken als Schwerpunkt, an denen sieben solcher OPs pro Jahr vorgenommen werden – in Heidenheim waren es seit März 22. Bevor der Chefarzt nach Heidenheim kam, war an der Ulmer Uniklinik beschäftigt, „ich war dort der Operateur, der die Klinik versorgt hat.“ So hat er auch auch drei heutige Chefärzte ausgebildet.

Weiterhin das Operieren weitergeben

„Mir ist es sehr wichtig, selbst zu operieren, und das auch den jüngeren Kollegen zu vermitteln“, betont Hefty. Eigentlich findet heute die urologische Ausbildung ohne Chirurgie statt. Doch daran, das Operieren weiterzugeben, will er auch trotz seiner zahlreichen neuen Aufgaben als Chefarzt festhalten. „Das gute Team und die große Einsatzbereitschaft machen das trotz des großen Verwaltungsaufwands möglich.“

Abläufe wurden verbessert

Dem neuen Chefarzt war es auch ein Anliegen, die Aufnahmesituation von Patienten zu verbessern. Deshalb gibt es die „urologische Holding“ für Patienten, die morgens zu urologischen eingriffen morgens in die Klinik kommen wenn jene, die an diesem Tag entlassen werden, noch da sind. Für sie gibt es einen separaten Raum in unmittelbarer Nähe der Pflegestation mit vier Betten. Hier werden sie auf die anstehenden operativen Eingriffe vorbereitet. „Das erleichtert uns die Abläufe, wir können viele besser arbeiten und auch für die Patienten ist das von großem Vorteil“, betont Hefty.

1500 stationäre Patienten jährlich

Die Urologie am Heidenheimer Klinikum gibt seit nunmehr 45 Jahren. Im Laufe dieser Zeit wurde sie immer weiter ausgebaut.

Aktuell verfügt die urologische Pflegestation 21 über 19 Betten für stationäre Patienten. Seit wenigen Monaten ist zudem dem „Urologische Holding“ in Betrieb“, in der Patienten aufgenommen werden, die noch am selben Tag operiert werden sollen.

Jährlich werden in der Klinik für Urologie rund 1500 Patienten stationär behandelt, hinzu kommen rund 3000 ambulante Behandlungsfälle.

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