Verkehr Staut es sich in Heidenheim bald weniger?

Immer wieder gibt es Stauungen in der Innenstadt. Ob ein Verkehrsentwicklungsplan Abhilfe schaffen kann, bleibt abzuwarten.
Immer wieder gibt es Stauungen in der Innenstadt. Ob ein Verkehrsentwicklungsplan Abhilfe schaffen kann, bleibt abzuwarten. © Foto: Christian Thumm
Andreas Uitz 12.12.2017
In den kommenden Jahren soll für Heidenheim ein Verkehrsentwicklungsplan erarbeitet werden, der Perspektiven bis ins Jahr 2035 aufzeigt. Ob dadurch Staus verhindert werden können?

Das letzte Mal, dass man sich in Heidenheim mit einer solchen Planung auseinandersetzte, war vor 20 Jahren. Im Juli 1998 wurde das Werk nach dreijähriger Vorarbeit beschlossen. Es folgten mehrere Jahre, in denen die Planungen umgesetzt wurden – zumindest in Teilen. Mit der Einweihung der ZOH im Mai 2003 und der damit einhergehenden Umstellungen im Stadtbusverkehr war die Umsetzung der kurz- und mittelfristigen Ziele offiziell abgeschlossen.

Bestandteil des damaligen Plans, der bis zum Jahr 2010 gelten sollte, waren unter anderem die Verkehrsführung in der Schnaitheimer Straße und der Marienstraße, die Reduzierung der Brenzstraße auf zwei Fahrspuren und der Bau des Minikreisels an der Kurt-Bittel-Straße/Karlstraße (bei der Einfahrt zum Parkdeck der Schloss-Arkaden).

Vieles wurde schon umgesetzt

Doch mit dem Abschluss dieser Ziele blieb die Verkehrsplanung nicht stehen, sondern es folgte eine Menge weiterer Vorhaben, die die verkehrliche Situation in der Stadt verbessern sollten. Aktuell geht es noch immer um den Bau eines Innenstadttunnels, um den Bau einer Verbindungsstraße vom Osterholz zur Hansegisreute, um die Verbesserung des Radwegenetzes und und um zahlreiche andere Projekte.

Aus dem alten Plan nicht umgesetzt wurden beispielsweise der Ausbau der Schlosshaustraße und die Sperrung der unteren Bahnhofstraße um die Innenstadt zu entlasten, die Freigabe des Gegenverkehrs in der Ploucquetstraße, ein Galgenbergtunnel und ein Tunnel auf dem Scheitel des Schlossbergs. Ziele, die heute auch nicht mehr verfolgt werden, die jedoch im noch immer gültigen Verkehrsentwicklungsplan festgeschrieben sind.

Neuer Plan dauert drei Jahre

Da sich in den vergangenen 20 Jahren sowohl die Gesellschaft als auch die Mobilität und andere Rahmenbedingungen stark verändert haben, hält es die Verwaltung nun für notwendig, einen neuen Verkehrsentwicklungsplan aufzustellen, der den neuen Anforderungen gerecht wird und in die Zukunft blickt. Bei der Verwaltung geht man davon aus, dass die Erstellung des Werks bis zu drei Jahre dauern wird. Aus diesem Grunde soll er auch eine Gültigkeit bis 2035 haben. Das reicht zwar sehr weit, doch ist Oberbürgermeister Bernhard Ilg davon überzeugt, dass ein Verkehrsentwicklungsplan auch dann noch notwendig sein wird: „Auch 2035 werden wir wohl nicht zur Arbeit und zum Einkaufen fliegen.“

Langwierig und komplex

Das Verfahren zur Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplans ist langwierig und komplex. Zunächst ist natürlich eine Bestandesaufnahmen vonnöten nebst Verkehrszählungen und Haushaltsbefragungen. Dann muss ein Verkehrsmodell erstellt werden, in dem neben dem Individual- auch der öffentliche Verkehr dargestellt ist, bevor es um die Definition eines verkehrlichen Leitbildes, die Festlegung von Strategien und die Ableitung von Szenarien geht. Am Ende steht dann ein Realisierungskonzept, das auch einen Zeitrahmen für die Umsetzung der einzelnen Schritte beinhaltet.

Zahlreiche Schritte und Prozesse also, die abgearbeitet werden müssen, bevor ein neuer Verkehrsentwicklungsplan steht. Und das sind Aufgaben, die allein von der Stadtverwaltung nicht bewerkstelligt werden können. Aus diesem Grunde werden sicherlich auch externe Büros mit an Bord geholt. Wie hoch die Kosten für die Erstellung des Planwerkes am Ende sind, ist offen. Wenn der Gemeinderat die Verwaltung damit beauftragt, einen neuen Plan zu erstellen, kann die weitere Planung angegangen werden.

Morgen entscheidet der Gemeinderat

Die Gemeinderatssitzung, in der unter anderem über den Verkehrsentwicklungsplan beraten wird, beginnt morgen um 15 Uhr im Emil-Ortlieb-Saal des Rathauses.