Circus Krone Mit Kraft, Mut und Eleganz: Manege frei in Heidenheim

Heidenheim / Sandra Gallbronner 27.04.2018
Für magische Momente sorgten 54 Artisten und 100 Tiere bei der Premiere auf dem Festplatz. Bis Dienstag gibt es täglich Vorstellungen.

Mulmig wird es einem zumute, wenn gleich 26 Löwen und Tiger die Manege unter lautem Peitschenknallen betreten, das Maul aufreißen und fauchen. Schuld ist sicherlich auch der Sitzplatz in der Loge, der die Kraft und Überlegenheit der Raubtiere noch deutlicher vor Augen führt. Wunderschön sind die Tiere, deren Felle weiß und goldfarben im Scheinwerferlicht leuchten – das steht außer Frage. Und dennoch: Tauschen möchte man mit Tierdompteur Martin Lacey jr. nicht. 26 Raubtiere in einer Manege? Das erfordert Mut.

Lacey präsentiert im aktuellen Programm des Circus Krone „Evolution“ die größte Raubtiernummer der Welt. Nach Nördlingen und Biberach ist es der dritte Stopp auf der Deutschland-Tournee des Circus. Bis November folgen noch 27 weitere Gastspielorte.

Salto auf dem Todesrad

Die Vielfalt der Show ist überwältigend: So sorgen 54 Artisten, Tierlehrer und Clowns aus zwölf Nationen sowie 100 Tiere, darunter Löwen, Tiger, Elefanten, Pferde, Papageien, Kamele und ein Nashorn, für viele magische Momente.

Den Höhepunkt der Show bietet Wilson Dominguez alias Crazy Wilson. Und der Name ist Programm, denn verrückt ist der Kolumbianer mit Sicherheit. Er turnt auf dem rotierenden Rad einer riesigen Harley Davidson, das in schwindelerregender Höhe hängt. Dann wird der Salto mortale angekündigt. Es wird ruhig im Circuszelt. Höchste Konzentration ist gefragt. 120 Stundenkilometer ist das Rad nun schnell. In zehn Metern Höhe setzt Wilson zum Vorwärtssalto an – und landet wieder sicher auf den Füßen. Das Publikum jubelt. Auf dem Boden der Manege angekommen legt sich nicht nur beim Zuschauer die Anspannung, auch Wilson selbst zeigt sich sichtlich erleichtert.

Salti schlagen auch die Akrobaten der Gruppe Khadgaa, die aus der Mongolei kommt. Diesmal zwar auf dem Boden, allerdings mit einer anderen Schwierigkeit: Sie springen dabei Seil. Selbst mit einer vier Mann hohen Pyramide wirbeln die Akrobaten durch die Luft, als wäre es ein Kinderspiel.

Ebenso bunt wie die Seile waren die Papageien, die nicht nur durch die Manege, sondern auch so nah über den Köpfen der Zuschauer hinwegflogen, dass ein Luftzug zu spüren war.

Circusdirektorin Jana Mandana Lacey-Krone trat mit neun schwarz glänzenden Pferden sowie einem Elefanten auf. Eine recht kurze Nummer hat dagegen Tsavo, der Nashornbulle des Circus Krone. Er trottete gemütlich durch die Manege. Sein Auftritt hatte einen anderen Grund: Tsavo dient als Botschafter der „Go for Rhino“-Organisation, die sich um verwaiste Nashornbabys in Afrika kümmert. Circus Krone unterstützt diese Arbeit. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wird dieser bedrohten Tierart helfen können“, so die Direktorin.

Circus Krone: Ein über 100-jähriges Familienunternehmen

Braunbären und Wölfe präsentierte Carl Krone senior um 1870 mit einer reisenden Menagerie „Continental“. Um die Jahrhundertwende entstand daraus der „Circus Charles“.

Carl Krone jr. gründete 1905 in Bremen aus dem Circus des Vaters den „Circus Krone“. Schon damals wurden neben Pferden Elefanten, Löwen, Eisbären und Seelöwen präsentiert.

Christel Sembach-Kro- ne, die Enkelin von Carl Krone jr., führte den Circus bis zu ihrem Tod im Juni 2017. Ihre Adoptivtocher Jana Mandana Lacey-Krone übernahm die Direktion.

Die Wappentiere des Circus Krone waren von Beginn an Elefanten. Bereits 1886 kaufte Carl Krone sen. den ersten Elefanten. Heute besitzt der Circus fünf der Dickhäuter. sga

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