Heidenheim Für was Heidenheim nächstes Jahr Millionen ausgibt

Investitionsschwerpunkt: das nördliche WCM-Areal.
Investitionsschwerpunkt: das nördliche WCM-Areal. © Foto: Geyer-Luftbild
Heidenheim / Andreas Uitz 03.11.2018
Mehr als 44 Millionen Euro wird die Stadtverwaltung im kommenden Jahr für Investitionen ausgeben, ein großer Teil fließt dabei in den Hochbau.

Auch wenn in den zurückliegenden Jahren in Heidenheim viele Millionen investiert worden sind, hält die Stadt am Sanierungs-, Umbau- und Neubauprogramm fest. In öffentliche Gebäude, Sportstätten, Schulen, Betreuungseinrichtungen, Straßen und Kläranlagen wird die Verwaltung allein im kommenden Jahr mehr als 26 Millionen Euro investieren. In diese Summe sind jedoch kleinere Beträge sowie Arbeiten in Sanierungsgebieten, der Spielplatzbau und dergleichen nicht eingerechnet.

Den Großteil dieser Summe machen mit insgesamt 17,9 Millionen Euro die Gebäude aus. Unter diesen wiederum geht der größte Betrag erneut in den Bereich Bildung und Betreuung. Mehr als 6,5 Millionen Euro werden auf dem WCM-Gelände verbaut. Für die neue Kindertageseinrichtung, die hier entstehen wird, sind im Haushalt fürs kommende Jahr 2,85 Millionen Euro vorgesehen, hinzu kommen noch 2,5 Millionen für Neu- und Umbaumaßnahmen der Sekundarstufe der Friedrich-Voith-Schule, die ebenfalls auf diesem Areal untergebracht ist. Außerdem steht hier auch noch der Umbau der Gelben Halle und des Sengegebäudes zum Technolab an, der mit 1,5 Millionen kalkuliert ist.

Geld für Schulen

1,8 Millionen wird die Stadt in die Einrichtung des Ganztagesbetriebs an der Schnaitheimer Hirscheckschule investieren, die Generalsanierung der Rauhbuchschule, die zum Schulverbund Heckental gehört, wird mit 1,55 Millionen Euro zu Buche schlagen. Der Teilabbruch und der geplante Anbau an den Kindergarten Zinzendorfhaus in der Oststadt ist mit 1,05 Millionen veranschlagt.

Weitere große Position ist die Sanierung des Rathauses, die über etliche Jahre stattfinden wird. für 2019 sind 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Die bereits laufende Sanierung der Schnaitheimer Turn- und Festhalle wird 2019 fortgeführt, die Kosten belaufen sich auf eine Million Euro.

Hochbau im Blick

Allein auf der Liste der Hochbau-Baustellen finden sich 26 Positionen, darunter die erwähnten acht, die im kommenden Jahr mit mehr als einer Million Euro im Haushalt vermerkt sind. Hinzu kommen noch 18 Bauvorhaben, die ebenfalls allesamt jeweils mit Kosten im sechsstelligen Bereich angesiedelt sind. Unter anderem sind weitere bauliche Veränderungen in der Hirscheckschule, am Elmar-Doch-Haus, am Schnaitheimer Feuerwehrgerätehaus, in der Turn- und Festhalle Oggenhausen, an der Bergschule, am Max-Planck-Gymnasium und an der Rathaus-Tiefgarage vorgesehen.

Während die meisten dieser Baustellen optische Verbesserungen mit sich bringen werden, ist das bei den geplanten Tiefbaumaßnahmen nicht immer der Fall – vor allen Dingen wenn das Geld quasi vergraben wird. Denn allein für Kanalsanierungen gibt die Stadt im kommenden Jahr mehr als eine Million Euro aus, hinzu kommen eine knappe Million für den Neubau von Kanälen in Erschließungsstraßen und rund 600 000 Euro für die notwendige Vergrößerung von Kanälen. Kein Pappenstiel sind auch die Summen, die für die Sanierung und Erneuerung der Kläranlagen vorgesehen sind: 2,6 Millionen für den Neubau eines Faulturms und 1,1 Millionen für die Optimierung der Stickstoffeliminierung in Mergelstetten sowie 50 000 für eine Photovoltaikanlage in Schnaitheim.

Straßen werden saniert

Doch nicht nur unter der Erde soll 2019 gebaut werden. So stehen knapp 1,2 Millionen Euro für Straßensanierungen in verschiedenen Bereichen der Stadt zur Verfügung, außerdem ist der Bau zweier neuer Erschließungsstraßen geplant, die mit 780 000 Euro zu Buche schlagen. In der Gesamtsumme von 8,3 Millionen Euro sind Tiefbauarbeiten, die in Sanierungsgebieten geplant sind, nicht enthalten.

Rechnet man Grunderwerb, Neuanschaffungen und Investitionszuschüsse hinzu, belaufen sich die Investitionskosten auf 44,6 Millionen Euro. Das ist ein Anstieg gegenüber dem laufenden Jahr um sieben Millionen Euro. Doch dieser drastische Anstieg hat zum Großteil rein rechnerische Ursachen. Um all dies finanzieren zu können, muss die Stadt auch in die eigenen Rücklagen greifen.

In den kommenden Jahren wird die Stadt die Investitionstätigkeit deutlich zurückfahren. Der mittelfristigen Finanzplanung zufolge sollen 2020 nur noch knapp 30 Millionen, ein Jahr später 21,5 und 2022 nur noch 18 Millionen Euro investiert werden

Verzerrung durch Umstellung

Ab dem kommenden Jahr führt die Stadt Heidenheim ihren Haushalt nicht mehr nach dem jahrzehntelang etablierten kameralen Haushaltssystem sondern nach der sogenannten Doppik. Diese ist ab 2020 für alle Kommunen und Landkreise in Baden-Württemberg verpflichtend. Durch die Umstellung auf die Doppik kommt es im Haushaltsplan 2019 zu Verzerrungen/Verschiebungen, die sich auch bei den Investitionen niederschlagen. Diese sind tatsächlich zwar in etwa auf Vorjahresniveau (rund 30 Millionen Euro), werden jedoch mit mehr als 44 Millionen Euro ausgewiesen.

Das liegt daran, dass beim Wechsel vom alten aufs neue Haushaltsrecht keine Haushaltsreste übertragen werden dürfen. Bislang wurden Investitionen in dem Jahr abgerechnet, in dem sie veranschlagt waren. Nur im Jahr des Wechsels vom kameralen in das doppische Haushaltsrecht müssen Investitionen erneut veranschlagt werden, wenn sie 2018 nicht fertig werden.

Wird beispielsweise ein Kindergarten, der in diesem Jahr gebaut wurde, und dessen Finanzierung schon im laufenden Haushalt gesichert ist, erst im kommenden Jahr von den Handwerkern abgerechnet, dann fließt der gesamte Betrag in den Haushalt 2019 – obwohl das Projekt eigentlich schon 2018 finanziert war.

Unter anderem durch diese Verrechnungen kommt der Anstieg bei den Investitionen in Höhe von 14 Millionen Euro zustande. Im Haushaltsplan 2020 gibt es diese Verschiebungen dann nicht mehr.

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