Heidenheim / Michael Brendel Im Kreis Heidenheim entstand einiger Schaden durch den Sturm. Doch im Vergleich zu anderen Regionen kam man hierzulande glimpflich davon.

„Eberhard“ konnte es auch am Montag noch nicht lassen: Mancher brauchte morgens keinen Wecker, um wach zu werden, weil das Sturmtief unablässig lärmend an den Rollläden rüttelte. Der erste Blick aus dem Fenster bot dann vielerorts das erwartete Bild: umgeworfene Mülleimer, abgebrochene Äste, durcheinandergewirbelte Gartenstühle, herausgerissene Zaunlatten.

Seine liebe Müh mit dem Wochenauftakt hatte derweil ein Mitarbeiter einer Grünpflegefirma, der auf den Reutenen den Launen der Natur zu trotzen versuchte. Kaum war das unter Hecken und in Blumenbeeten verstreute Laub an zentraler Stelle zusammengerecht, verteilte eine Windböe es auch schon wieder in alle Richtungen.

Im Vergleich: glimpflich davongekommen

Kein Vergleich war das natürlich zu dem stürmischen Geschehen, das vor allem den Sonntag in verschiedenen Bereichen Deutschlands geprägt hatte.

So schnitten in Thüringen querliegende Bäume ein Dorf vorübergehend von der Außenwelt ab, in Nordrhein-Westfalen ging im Fern- und Regionalverkehr der Bahn gar nichts mehr, und im Sauerland starb gar ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum auf seinen Wagen fiel.

Im Kreis Heidenheim musste die Feuerwehr vom frühen Sonntagnachmittag bis tief in die Nacht 19 Einsätze abarbeiten. In der Mehrzahl der Fälle ging es um Bäume, die abgeknickt waren oder umzustürzen drohten.

Blechdach fliegt davon

Das spektakulärste Bild bot sich an der Paul-Hartmann-Straße in Mergelstetten. Am Sonntag gegen 15 Uhr machte sich „Eberhard“ dort am Blechdach eines Gebäudes zu schaffen und wirbelte drei mehrere Quadratmeter große Stücke in die Luft. Sie landeten in einem Garten beziehungsweise auf geparkten Autos. Dass dabei niemand zu Schaden kam, ist wohl nur einer glücklichen Fügung zu verdanken.

Etwa 20 Feuerwehrkräfte waren damit beschäftigt, die Metallelemente zu zerteilen und an einem sicheren Ort zu deponieren. Außerdem entfernten sie vorsichtshalber eine weitere Teilfläche, die sich zu lösen drohte. Anschließend mussten auf dem Dach Sandsäcke abgelegt werden, damit der Wind im Giebelbereich nicht unter die noch verbliebene Abdeckung greifen konnte.

Dachhaut beschädigt

Provisorisch mit Sandsäcken gesichert werden musste auch ein Teilbereich auf einem benachbarten Sport-Center. Dort hatten die umherfliegenden Metallelemente die Dachhaut, Abluftschächte und eine Satellitenschüssel beschädigt.

Aus Sicht der Polizei kamen Stadt und Kreis vergleichsweise glimpflich davon: „Zum Glück ist es zumeist bei umgestürzten Bäumen und Verkehrszeichen geblieben“, sagte ein Sprecher des Ulmer Polizeipräsidiums am Montag auf Nachfrage.

Bildergalerie Schäden durch Sturm „Eberhard“ in Heidenheim