Heidenheim Messe „Make“ trifft mit Tüftlern und Trends Nerv der Zeit

Heidenheim / Karin Fuchs 24.09.2018
Die erste Make Ostwürttemberg legt einen guten Start hin. An beiden Tagen kamen überraschend viele Besucher in die alte Stowe-Woodward-Halle.

In der stillgelegten Heidenheimer Fabrikhalle tat sich am Samstag und Sonntag eine faszinierende Welt auf. Die Make Ostwürttemberg feierte in der alten Fabrikhalle von Stowe Woodward Premiere und öffnete Türen zu neuen Technologien. Digitalisierung und ihre Auswirkungen war hier nicht nur Theorie, sondern es gab sie zum Anfassen und Ausprobieren.

Menschen laufen mit Brillen durch die Halle und greifen offensichtlich ins Leere. Warum? Durch die Brille sehen sie Dinge in einer virtuellen Welt, die den anderen Besuchern verborgen bleiben.

Lernende Roboter

Am Stand daneben bewegt sich ein Roboterarm und greift nach einem Stift, der auf dem Tisch liegt. Er hat gerade eben von einem Besucher gelernt, was er zu tun hat und kopiert die vorgemachte Bewegung. Noch eine Station weiter zerlegen junge Leute alte Drucker, elektrische Zahnbürsten und altes Spielzeug in ihre Einzelteile und bauen aus den ausgeschlachteten Motoren, Walzen und sonstigen Teilen eine Roboter-Maschine, die später im Ringkampf gegen die anderen antritt.

Die Make Ostwürttemberg öffnete den Besuchern den Zugang zu Trends und Techniken, die in unserer Zukunft eine Rolle spielen werden und derzeit am Entstehen sind. Zu sehen waren Highlights aus Robotik, 3D-Druck, Drohnen, Virtual Reality und Laserschneiden. Firmen unserer Region wie Voith, Hartmann, Zeiss, Edelmann und Mapal waren ebenso vertreten wie junge Start-ups und Tüftler.

Vom digitalen Flipper-Automaten bis zur Ernährung

Da gab es Flipper-Automaten, die rein digital funktionierten, eine Firma, die in Biomasseresten einen Baustein gegen den Klimawandel liefern will oder eine neuartige Sprossenzucht für eine gesunde Ernährung. Zwei junge Tüftlerinnen waren ausgebucht mit ihrer Seifenherstellung und Schüler erklärten, was sie mit ihren technischen Entwicklungen erreichen wollen.

Was man sah, gab der These von Oberbürgermeister Bernhard Ilg recht. Dieser hatte bei der Eröffnung gesagt: Die Grund-DNA für Start-Ups sei nicht in den Metropolen zu finden, sondern in Regionen, wo man sich auf das das Wesentliche konzentrieren könne. Ilg verwies auf die Freiräume, die Maker speziell in Ostwürttemberg hätten. „Ganz im Sinne der Maker-Bewegung: Wir machen es einfach.“ Gemessen werde die Make deshalb nicht an Zahlen, sondern daran, sie gewagt und gemacht zu haben.

9000 Besucher allein bis Sonntagnachmittag

Das Konzept der Messe ging auf: Bis Sonntagnachmittag waren laut Georg Würffel, Wirtschaftsbeauftragter der Stadt und Mitverantwortlicher für die Messe, 8000 bis 9000 Besucher bei der Make. Bis dahin hatte der Besucherstrom jedoch noch nicht abgerissen. Eine genaue Auswertung der Zahlen wird es erst in der kommenden Woche geben. Viele der Gäste kamen zwar mit Freikarten der unterstützenden Firmen, doch gehörte dies zum Sponsoring-Konzept, um das Interesse für diese erste Maker-Messe zu wecken.

Die Begeisterung war den meisten Besuchern anzusehen. Und auch Würffel berichtete von durchweg positiven Rückmeldungen und freut sich über das große Interesse und damit den Erfolg der ersten Make.

Lust an der Technik

Auffallend war auch der große Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den Besuchern. Für diese war eine extra Zone geschaffen worden, wo unter anderem die Heidenheimer Zukunftsakademie Lust auf Technik machte. Unter Anleitung wurde gelötet und geschraubt.

Auch von den Firmen habe er positive Rückmeldungen erhalten, berichtet Würffel. An vielen Ständen wurden Fachgespräche geführt, neue Kontakte wurden geknüpft. Einige hätten sogar Produkte verkaufen können. Und so ist es nicht verwunderlich, dass einige der Teilnehmer bereits ihre Teilnahme bei der nächsten Make angekündigt hat. Die soll im kommenden Jahr in Schwäbisch Gmünd stattfinden. Die Idee ist es, diese Messe abwechselnd in den Städten in der Start-Up-Region Ostwürttemberg zu veranstalten.

Im Digital-Kompass im vorderen Drittel

Wie gut sind die Regionen Deutschlands in der Digitalisierung? Ein am Freitag veröffentlichter Digital-Kompass von Prognos und Index geben darüber Auskunft. Laut IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaele Eberle spricht die Studie Ostwürttemberg gute Chance aus. Positioniert sei die Region im ersten Drittel.

Der Landkreis Heidenheim belegt Rang 132 von den 402 Kreisen und kreisfreien Städte. Der Ostalbkreis liegt auf Rang 174 knapp dahinter.

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