Heidenheim In den Schulmensen kommt mehr Bio auf den Tisch

Vor allem Schüler niedriger Jahrgangsstufen nutzen das Angebot der hiesigen Schulmensen. Die setzen verstärkt auf gesunde Ernährung sowie biologische und regionale Produkte.
Vor allem Schüler niedriger Jahrgangsstufen nutzen das Angebot der hiesigen Schulmensen. Die setzen verstärkt auf gesunde Ernährung sowie biologische und regionale Produkte. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Sandra Gallbronner 19.11.2018
Seit September beliefern zwei neue Firmen die Heidenheimer Schulen und Kindertagesstätten. Die Stadt, die für das Schulessen zuständig ist, erhält positive Rückmeldungen.

Es ist ein ewiges Streitthema in Heidenheim: die Schulmensen. Den Kindern schmecke es nicht, den Eltern fehle die ausgewogene Ernährung, heißt es oft. Zusammengefasst: Der Ruf der Mensen ließ über viele Jahre hinweg, zu wünschen übrig. Zuletzt kochte Voith Gastro für die meisten Schulen und Kindertagesstätten. „Damit waren alle zufrieden“, so Matthias Heisler, Fachbereichsleiter Familie, Bildung und Sport bei der Stadtverwaltung Heidenheim.

Nun zog sich Voith Gastro aber aus der Schulverpflegung zurück. Zum Schuljahresbeginn vor zwei Monaten haben deshalb zwei neue Betriebe die Essensversorgung übernommen. Während der Großteil der Mensen von Gastromenü aus Ulm beliefert wird, versorgt Apetito Catering aus Rheine das Werkgymnasium.

Mehr bio, mehr regional

Vorbehalte vonseiten der Eltern, bezüglich abnehmender Qualität, hätten sich nicht bestätigt, so Heisler: „Die Rückmeldung ist durchweg positiv“. Schließlich halte man sich seit jeher an die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Man habe den Standard sogar höher gesetzt und setze verstärkt auf biologische, regionale sowie saisonale Lebensmittel.

Im Werkgymnasium kocht Apetito vor Ort. Im Schnitt gehen hier täglich 240 Essen über die Theke. Nicht mit eingerechnet sind die Salatteller, die sich die Schüler an einem Buffet selbst zusammenstellen können. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Firmenwechsel sind die Zahlen nahezu deckungsgleich, Das trifft auch auf die Schulen zu, die von Gastromenü beliefert werden. Hier sind die teilweise Essenszahlen sogar leicht angestiegen.

Essen soll erst vor Ort fertig gegart werden

Bei Gastromenü hingegen wird das Essen in Ulm gekocht und muss auf der Fahrt nach Heidenheim nicht zuletzt aus hygienischen Gründen warm gehalten werden. Keine optimale Lösung. Deshalb will die Stadt nun auf das „Cook und Chill“-Verfahren umstellen. Dabei wird das Essen zunächst gegart und direkt im Anschluss auf etwa 3 Grad heruntergekühlt. Erst unmittelbar vor der Ausgabe in der Mensa werden die Speisen auf Verzehrtemperatur erwärmt.

Der Vorteile dieser Methode liegen für Heisler auf der Hand: „Das Essen schmeckt nicht nur eine Spur besser, sondern ist auch gesünder.“ Denn ohne Warmhaltezeit bleiben mehr Nährstoffe erhalten und auch die Optik der Speisen wird nicht in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings brauchte es für das „Cook- und Chill“-Verfahren einen Konvektomaten. Nach und nach sollen die Dampfgarer zum Aufwärmen der Speisen Einzug in den Schulküchen erhalten. Zeitgleich wird das Küchenpersonal geschult.

Beilagenmengen nachjustieren

Bezüglich der Preiserhöhungen hätte es keine Beschwerden gegeben. Zum Schuljahreswechsel war der Preis für ein Menü in den Schulen von 3,60 Euro auf 3,80 Euro angehoben worden. „Damit sind wir immer noch recht günstig. Kostendeckend wären 7 Euro“, so Heisler.

Natürlich läuft nicht alles wie am Schnürchen. So sind etwa die Menüs, die Gastromenü anbietet, nicht flexibel. Heißt: Suppe, Salat und Nachtisch müssen stets mitbezahlt werden. Zudem sind die Küchen noch dabei, die Beilagenmengen richtig einzuschätzen, denn oft wird zu viel bestellt. Kürzlich gab es auch Beschwerden, dass die als vegetarisch ausgewiesene Suppen von Gastromenü, dennoch mit Fleischeinlagen versehen sind. „Das ist eine berechtigte Kritik. Wir stehen immer mit den Lieferanten in Verbindung.“

Mittagessen in der Schulkantine: Was sagen die Schüler?

„Ich esse gerne hier“, sagt Ina Bux, die die zwölfte Klasse des Werkgymnasiums besucht und zwei bis drei Mal wöchentlich die dortige Mensa nutzt. So müsse sie sich nicht jedes Mal etwas holen. „Natürlich darf man keine so hohen Ansprüche haben.“ Gut findet die 18-jährige, dass im Speiseplan auch Süßspeisen integriert sind und es ein Salatbuffet gibt. Dabei gebe es eine große Auswahl an Salatsoßen und Gewürzen.

Anders sehen das Inas Freundinnen, etwa die 17-jährige Lea Mair. Ihr fehlt die Varianz im Speiseplan: „Vor allem beim vegetarischen Essen gibt es immer das Gleiche – Nudeln mit irgendeiner Soße, die oft auch noch viel zu dünn ist.“ Zudem stört die Abiturientin, dass das Essen oft nur lauwarm ist und es kaum Nachschlag gebe. „Gerade die Jungs erzählen häufig, dass sie nicht annähernd satt werden.“ Jüngere Schüler würden die Teller hingegen oft halbvoll zurückgehen lassen.

Vollkommen in Ordnung findet der 15-jährige Gabriel das Schulessen im Hellensteingymnasium (HG). Vor allem im Vergleich zum Vorjahr sei es deutlich besser geworden, so der Zehnklässler: „Es gibt jetzt mehr Abwechslung und auch die Art und Weise der Zubereitung ist gut.“ Bis zu drei Mal in der Woche isst Gabriel in der Schulmensa – mal mit, mal ohne Freunde. „Meine Freunde gehen sich auch mal was holen, aber ich esse gerne hier. Für Mensaverhältnisse ist es völlig in Ordnung.“ Allerdings würden das vor allem Schüler höherer Jahrgangsstufen anders sehen.

Christa Sturm, Lehrerin am HG, ist zufrieden mit dem Schulessen. Ginge es nach ihr, dürfte es auch mal ungesunde Speisen geben: „Die Schüler wünschen sich auch mal Schnitzel mit Pommes.“

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