Heidenheim Mehr Schnee, mehr Eis, mehr Einsätze

Deutlich mehr Salz als in den beiden vorangegangenen Jahren benötigte diesmal der städtische Winterdienst. Das gilt auch für Splitt und Sole.
Deutlich mehr Salz als in den beiden vorangegangenen Jahren benötigte diesmal der städtische Winterdienst. Das gilt auch für Splitt und Sole. © Foto: Archiv/Christian Thumm
Heidenheim / Michael Brendel 22.06.2018
Mit ihren Räum- und Streufahrzeugen waren die Städtischen Betriebe in Heidenheim heuer häufiger gefordert als in den beiden vorangegangenen Wintern. Das machte sich bei den Kosten bemerkbar.

Angesichts der momentan herrschenden Badehosentemperaturen fällt die Erinnerung schwer, aber sie trifft zu: Der Winter 2017/18 war strenger als diejenigen der vorangegangenen Jahre. Als Besonderheit hatte er am 17.Januar ein Wintergewitter mit Blitz, Donner und viel Schnee im Gepäck, welches dazu führte, dass der Räumdienst erst in den Abendstunden klar Schiff gemacht hatte.

Ohnehin hatte der Winterdienst reichlich zu tun, wie Benjamin Beck von den Städtischen Betrieben vorrechnet: 106 Einsätze finden sich in der jetzt vorgestellten Statistik. In den Vorjahren waren es 104 bzw. 94 gewesen. Erstmals musste wegen überfrierender Nässe am 26.November gestreut werden, die Schneepflüge starteten am 3.Dezember in die Saison. Der letzte Einsatz datiert vom 23.März.

Die Räum- und Streufahrzeuge beackerten eine Strecke von insgesamt rund 28.000 Kilometern Länge und verteilten dabei 1100 Tonnen Salz (Vorjahre: 750 bzw. 850 Tonnen) und 423.000 Liter Sole (Vorjahre: 360.000 bzw. 400.000 Liter), also eine Salz-Wasser-Lösung. Der Verbrauch beim Splitt, der als abstumpfendes Material nur auf Gehwegen verwendet wird, lag bei 120 Tonnen (Vorjahre: 100 bzw. 110 Tonnen).

Mehr Einsätze – auch von Fremdfirmen – und der höhere Materialaufwand schlugen sich auf der finanziellen Seite nieder: Der Winterdienst kostete diesmal summa summarum 942.000 Euro, nachdem es zuvor 753.000 bzw. 715.000 Euro gewesen waren.

Lob gab es aus dem Mund von SPD-Stadtrat Jürgen Bohnert: „Wir können mit unserem Winterdienst zufrieden sein und ruhig schlafen.“ Oberbürgermeister Bernhard Ilg räumte gleichwohl ein, „dass wir den Erwartungen der Menschen bei bestimmten Witterungsverhältnissen nicht gerecht werden“. Das liege daran, dass rasch viel Schnee falle, der aber weniger lang liegen bleibe, was wiederum den Winterdienst komplexer mache. Eine große Herausforderung bestehe zudem darin, dass die Straßen auch ohne den Einsatz von Salz schnee- und eisfrei sein sollten.

Nach der Bilanz ist vor dem nächsten Winter, und der bringt organisatorisch einige Veränderungen mit sich. So werden Beck zufolge einige kleinere Wohnstraßen, die ein starkes Gefälle aufweisen, von der dritten in die zweite Dringlichkeitsstufe verschoben und damit künftig schneller geräumt. Verbunden damit ist der Kauf eines Klein-Lkw.

Streusalz in die Splitthalle

Minimiert werden soll aufgrund der damit verbundenen Gefahren die Zahl der Rückwärtsfahrten. Ganz zu vermeiden sind sie freilich nicht, gibt es doch immer wieder Situationen, in denen parkende Fahrzeuge den Weg versperren, Gefällstrecken ausschließlich im Rückwärtsgang gestreut werden können oder das Räumen großer Kreuzungen nur durch mehrfaches Vor- und Zurückstoßen möglich ist.

Größere bauliche Auswirkungen hat auf längere Sicht die Tatsache, dass das Streusalz die Lagerhalle im Mittelrain im Laufe der Jahre massiv geschädigt hat. Weil die Verwaltung eine Sanierung als nicht mehr rentabel einstuft, hat sie ein Provisorium ersonnen: Bis auf Weiteres werden maximal 600 Tonnen Salz in der Splitthalle gelagert. Der Splitt wiederum findet Platz auf einer überdachten Fläche auf dem Stowe-Woodward-Areal unweit des Schiller-Gymnasiums. Im Zuge der noch nicht abgeschlossenen Standortplanungen für den Baubetriebshof soll dann eine langfristige Lösung her.

Winterdienst räumt und streut je nach Dringlichkeit

Beim Streuen und Räumen orientiert sich der städtische Winterdienst an einer genau definierten Prioritätenliste. Als Erstes sind die verkehrsreichen Bundes- und Landesstraßen an der Reihe, sodann die Strecken des öffentlichen Personennahverkehrs, die Zufahrten zum Krankenhaus sowie die übrigen Haupt-und Durchgangsstraßen.

Wohnsammelstraßen und verkehrswichtige Straßen mit starkem Gefälle folgen anschließend. In Dringlichkeitsstufe 3 fallen die Verbindungen, die weder verkehrswichtig noch gefährlich sind. Als gefährlich definiert sind Straßen, die unübersichtlich oder abschüssig sind, und auf denen Kraftfahrer bremsen, ausweichen oder die Geschwindigkeit bzw. Richtung ändern.

Winterdienst räumt und streut je nach Dringlichkeit

Beim Streuen und Räumen orientiert sich der städtische Winterdienst an einer genau definierten Prioritätenliste. Als Erstes sind die verkehrsreichen Bundes- und Landesstraßen an der Reihe, sodann die Strecken des öffentlichen Personennahverkehrs, die Zufahrten zum Krankenhaus sowie die übrigen Haupt-und Durchgangsstraßen.

Wohnsammelstraßen und verkehrswichtige Straßen mit starkem Gefälle folgen anschließend. In Dringlichkeitsstufe 3 fallen die Verbindungen, die weder verkehrswichtig noch gefährlich sind. Als gefährlich definiert sind Straßen, die unübersichtlich oder abschüssig sind, und auf denen Kraftfahrer bremsen, ausweichen oder die Geschwindigkeit bzw. Richtung ändern.

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