Heidenheim Mehr Geld für etliche Hausmeister

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Heidenheim / Michael Brendel 27.05.2018
Die Stadt will dank einer tariflichen Höhergruppierung qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten.

Der Kampf um Fachpersonal betrifft auch die Stadtverwaltung: „Leider müssen wir in letzter Zeit feststellen, dass die Argumente sicherer Arbeitsplatz und geregelte Arbeitszeiten in Zeiten der Hochkonjunktur nicht mehr die schlagenden Argumente sind“, heißt es in einem Schreiben, das die Personalratsvorsitzende Gabriela Reichenbach im Januar an Oberbürgermeister Bernhard Ilg richtete. Und: Bei den Vorstellungsgesprächen rücke immer mehr das Thema Verdienst in den Vordergrund, „weil die Firmen mit denselben Pfunden wuchern wie wir“.

Der Personalrat beantragte deshalb, sämtliche 24 Personen, die dem städtischen Hausmeisterverbund angehören, außertariflich in Entgeltgruppe 6 nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst einzustufen. Dank Bestandsschutzes befinden sich acht Hausmeister bereits dort, während die übrigen 16 der Entgeltgruppe 5 angehören.

Begründet wurde das Ansinnen des Personalrats mit dem Argument, dass die Stadt jährlich viele Millionen Euro in Schulen und andere Gebäude investiere, und für die Betreuung und den Werterhalt derselben engagierte Fachkräfte benötigt würden, die sich mit den Objekten identifizierten. Der Einsatz für die Hausmeister ergebe sich auch daraus, dass es für diese Berufsgruppe nahezu keine Aufstiegsmöglichkeit über die Entgeltgruppe 5 hinaus gebe.

Gemeinderat stimmt zu

Die Verwaltung schloss sich dieser Haltung an und schlug ihrerseits dem Gemeinderat vor, die Hausmeister grundsätzlich in Entgeltgruppe 6 einzustufen. Laut Bernd Ilg, dem Leiter des Geschäftsbereichs Personalwesen und -entwicklung, ergeben sich daraus Mehrkosten für die Stadt in Höhe von rund 25 000 Euro – jeder von der Neuregelung Betroffene erhält jährlich ca. 1700 Euro mehr.

Sämtliche Stadträte votierten für die Neuregelung, die Ralf Willuth (Freie Wähler) als sinnvoll bezeichnete, da der Erhalt der Gebäude maßgeblich von einem kompetenten und zuverlässigen Hausmeisterpool abhänge. Gerhard Oberlader (SPD) sprach gar von einem „Segen für jede Schule“.

Seine Frage, ob es grundsätzlich problematischer geworden sei, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, bejahte OB Ilg, zumal wenn wie beim Bauhof ein Generationswechsel in größerem Umfang anstehe. Betont werden müsse aber, dass es in der Privatwirtschaft nicht per se mehr zu verdienen gebe als im öffentlichen Dienst.

Die jetzt getroffene Entscheidung für ein außertarifliches Mehr könne „durchaus zum Bumerang werden, wenn andere Beschäftigte fragen: Warum nicht auch ich?“, sagte OB Ilg. Dann müssten Verwaltung und Gemeinderat ihre Beweggründe nachvollziehbar vertreten.

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