Schulen Mehr Erstklässler, weniger Gymnasiasten

Bergschule in Heidenheim: Spitzenreiter bei den Anmeldungen fürs nächste Schuljahr.
Bergschule in Heidenheim: Spitzenreiter bei den Anmeldungen fürs nächste Schuljahr. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / erwin bachmann 22.03.2016
Die wieder angestiegenen Geburtenzahlen zeigen Wirkung: In Heidenheims Grundschulen werden im kommenden Schuljahr deutlich mehr Erstklässler anzutreffen sein. Anders sieht es in den Gymnasien aus: Hier zeichnet sich ein Rückgang ab.

Eine Woche lang hatten die Eltern Zeit, ihre jetzt schulpflichtig werdenden Sprösslinge an den Grundschulen anzumelden. Nur wenige Tage später hat man im Rathaus beim Fachbereich Familie, Bildung und Sport bereits eine erste Bilanz gezogen und die deutet auf eine Fortsetzung des schon vor einem Jahr erkennbar gewordenen Trends hin: Sowohl in den öffentlichen wie auch in den privaten Grundschulen wird es im neuen Schuljahr wieder mehr Neuzugänge geben.

In der Gesamtsumme kommt man aktuell auf 475 Anmeldungen. Im direkten Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres ergibt das ein Plus von 33 Erstklässlern und damit eine komplette Schulklasse mehr, die da nach dem Sommer eingeschult wird. „Ein deutlicher Anstieg,“ so Hans-Markus Fehrenbacher, der als geschäftsführender Schulleiter für alle Grund-, Werkreal-, Real-, Gemeinschafts- und Sonderschulen zuständig ist und einen langjährigen Überblick über die statistischen Wellenbewegungen hat. Was ihm diesmal besonders ins Auge gefallen ist: Dass sich kleine Schulstandorte wie Oggenhausen und Großkuchen stabilisieren, mithin nicht in ihrer Existenz gefährdet sind.

Schülerzahlen an Grundschulen rückläufig

Die Entwicklung an den elf in städtischer Trägerschaft stehenden Grundschulen verläuft unterschiedlich, bewegt sich nach Auskunft von Rathaus-Pressesprecher Wolfgang Heinecker aber insgesamt im Rahmen der Prognosen der amtlichen Schulentwicklungsplanung. Zuwächse verzeichnen die Bergschule mit 65 Anmeldungen (2015 waren es 52),die Friedrich-Voith-Schule mit 39 Neuzugängen (34), die vor einigen Jahren noch auf der Roten Liste stehende Rauhbuchschule mit 34 Anmeldungen (29) und die Silcherschule in Mergelstetten mit derzeit 35 neu registrierten Erstklässlern (29). An anderen Grundschulen zeichnet sich eine rückläufige Entwicklung ab. Dazu zählt die Ostschule, wo im Moment 57 Neulinge eingeschrieben sind, was einem Minus von vier Kindern entspricht.

An der Hirscheckschule in Schnaitheim sind 48 Mädchen und Jungen eingeschrieben – sechs weniger als 2015. Der Schulverbund im Heckental/Grundschule meldet 36 Neuanmeldungen und damit vier weniger, an der Grundschule Reutenen sind's mit 30 Anmeldungen drei weniger, und die Mittelrainschule bringt es auf 20 Anmeldungen, ebenfalls drei weniger. Die Situation dort ist von einem vor Jahren eingerichteten Montessori-Zug geprägt, für den 19 Anmeldungen vorliegen (im Vorjahr 20). Bleiben die Grundschule Großkuchen mit zwölf (14) und die Grundschule Oggenhausen mit elf (zwölf) Anmeldungen.

Private Schulen im Kommen

Weiter auf dem Vormarsch ist das von vielen Eltern als attraktiv empfundene private Schulwesen. Bei der Freien Evangelischen Schule umfasst die Liste der Schulneulinge gegenwärtig 22 Namen und damit fünf mehr als im Jahr zuvor. Die Freie Waldorfschule legt in noch größerem Umfang zu und bringt es mit 26 Anmeldungen auf ein Plus von zehn Erstklässlern.

An den Heidenheimer Sonderschulen ist noch kein vollständiger Überblick möglich, da die für die Einschulungen nötigen Überprüfungen noch immer laufen. An der Christophorusschule, wo man ein Angebot für Kinder mit Lernproblemen und Entwicklungsverzögerungen bereithält, geht man aus jetziger Sicht von vier Neuzugängen aus. Die Arthur-Hartmann-Schule – für Sprachbehinderte – kalkuliert mit 14 neuen Gesichtern. Der in Trägerschaft der Eva Heidenheim GmbH stehenden Karl-Döttinger-Schule liegt für die Grundschule eine Anmeldung vor, und die Königin-Olga-Schule – eine Heimsonderschule für blinde, seh- und mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche – meldet im Moment zwei neue Erstklässler.

Gleichzeitig liegen die Anmeldezahlen für die künftigen Klassen 5 der weiterführenden Schulen vor. An der Eugen-Gaus-Realschule sind es 100 – ein Rückgang um 25, den Fehrenbacher mit einer Wanderbewegung erklärt, von der andere Schulstandorte, im wesentlichen Giengen und auch Neresheim, profitieren. Der Schulverbund/Realschule (ASR) wird 28 neue Fünftklässler haben (minus elf), der Schulverbund/Werkrealschule (Westschule) 34 (plus sechs), die Friedrich-Voith-Schule 35 (minus drei), die Hirscheckschule 19 (minus drei) und die Freie Evangelische Realschule 22 (minus zwei). In Summe kommt man in Heidenheim damit auf 238 Fünftklässler, also 32 weniger, was einer kompletten Schulklasse entspricht.

Noch unklar, wieviele Klassen es an den Gymnasien geben wird

In dieser Größenordnung wird sich der Schülerschwund 2016/17 auch an den vier allgemeinbildenden Gymnasien Heidenheims fortsetzen. Aktueller Spitzenreiter im alljährlichen Ranking ist nach gestrigen Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart mit 71 Neuanmeldungen (gegenüber 88 im Vorjahr) unverändert das Werkgymnasium, gefolgt vom Schiller-Gymnasium mit 62 (60). Das Hellenstein-Gymnasium kommt auf 58 Anmeldungen (55), dicht gefolgt vom Max-Planck-Gymnasium mit 57 (78). Wieviel Klassen damit im kommenden Schuljahr gebildet werden können, ist nach gestriger Auskunft des für die Gymnasien zuständigen geschäftsführenden Schulleiters Werner Schölzel noch offen.

Den größten gymnasialen Zuwachs in der Heidenheimer Schullandschaft erzielt die in freier Trägerschaft stehende Waldorfschule. Dort sind 26 Neue angemeldet – zehn mehr als in der jetzigen Eingangsklasse zu finden sind.

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