Heidenheim Medienzentrum: Mehr als nur Verleih und Beratung

Der Leiter des Medienzentrums, Jan v. der Osten, hat mit der Einrichtung noch viel vor.
Der Leiter des Medienzentrums, Jan v. der Osten, hat mit der Einrichtung noch viel vor. © Foto: pm
Heidenheim / HZ 14.09.2018
Die Einrichtung des Landkreises in der Stadtbibliothek erfindet sich teilweise neu und baut ihn Angebot in nächster Zeit ganz erheblich aus.

Das Medienzentrum des Landkreises erfindet sich derzeit neu: weg vom reinen Verleihdienst für pädagogische Kräfte hin zum Berater und Projektpartner – für Schulen und Kitas ebenso wie für die Schüler.

Früher haben wir in erster Linie Geräte oder Lehrfilme verliehen und Technik erklärt, etwa wie ein Beamer im Unterricht genutzt werden kann“, so Jan v. der Osten, Leiter des Medienzentrums. Den Film- und Geräteverleih gibt es auch heute noch – allerdings steigt das Medienzentrum gerade bei den Filmen zunehmend auf den Online-Verleih um. Rund sechsmal höher ist die Zahl der Leihvorgänge im digitalen Bereich, Film für Film wird das Angebot auf digital umgestellt.

Beratung bei Tablets

Seit die Heranführung an die Mediennutzung schon ab dem Grundschulalter im Bildungsplan festgehalten worden ist, sei zudem das Interesse an Beratung sprunghaft gestiegen – „unser Beratungsangebot wird gerade von den Grundschulen sehr gut genutzt, sowohl aus pädagogischer als auch aus technischer Sicht“, so v.der Osten. Ein Beispiel sei hierbei der Einsatz von Tablets, bei dem es an den rund 60 Schulen noch Luft nach oben gebe.

Gerade beim Einsatz von Tablets will das Medienzentrum-Team den Lehrkräften künftig noch mehr unter die Arme greifen: Bereits jetzt werden 40 Tablets zum Verleih angeboten damit Schulen den Einsatz im Unterricht testen können. Hinzu kommen soll ein kostenfreies Dienstleistungsangebot für „das Management von Tablets an Schulen“. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass das Medienzentrum die Installation oder auch Aktualisierungen von Apps zentral steuert und so den Schulen einiges an Arbeit erspare.

Neben der Beratung zur Nutzung der Technik bietet das Medienzentrum sich zunehmend als Projektpartner an. „Diese Neuausrichtung kommt gut an“, so v.der Osten. Auf diese Weise sind beispielsweise schon ein Schulhaus-Audioguide für eine Realschule, ein Imagefilm für eine Grundschule und Verfilmungen von Chemieversuchen an einem Gymnasium entstanden.

Bei Schülerprojekten übernehmen die Mitarbeiter des Medienzentrums etwa einen Einführungskurs zum Thema Filmsprache. Zudem kann die Medien-werkstatt für den Filmschnitt oder die Vertonung genutzt werden. Zugute kommt dem Medienzentrum, dass seit dem Umzug in die neue Stadtbibliothek im vergangenen Jahr auch der Seminarraum der Bibliothek genutzt werden kann.

Eine perfekte Ergänzung zur Medienwerkstatt, mehr Raum also für Projekte etwa von AGs an Schulen oder beispielsweise für Azubi-Projekte, wie v. der Osten betont. Denn auch Firmen können bei Interesse eine Anfrage an das Medienzentrum richten. Kostenlos sei das Angebot allerdings nur für öffentliche Einrichtungen.

Und zu diesen gehören die Kindergärten, an welchen das Team ebenfalls verstärkt aktiv werden will. „Wir haben tolle Angebote für die Jüngeren, vom Bilderbuchkino bis zu Lernspielzeugen, die das logische Denken und die soziale Kompetenz fördern“, berichtet v.der Osten. Geplant ist zudem in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Jugend und Familie des Landratsamtes Anfang Oktober ein Fachtag für Erzieherinnen und Eltern zur digitalen Mediennutzung.

Computerspielschule geplant

„Wir wollen auch in Kooperation mit der Stadtbibliothek eine Art Computerspielschule aufmachen – das heißt, dass bei uns an einem Nachmittag in der Woche unter Anleitung von Studenten der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd gespielt werden kann“, erklärt der Leiter des Medienzentrums. Und zwar nicht nur für Kinder und Jugendliche.

„Die Computerspielschule soll generationenübergreifend sein, die Jüngeren sollen die Älteren, Eltern ebenso wie Großeltern, mitbringen“, so v.der Osten. Er ist davon überzeugt, dass nicht nur auf die Jugend geschaut werden dürfe – „natürlich müssen auch Lehrer und Erzieher und auch die Eltern geschult werden“.

Denn auch viele Eltern seien unbedarft bei der Nutzung digitaler Medien, auch mit Blick darauf, was man darf oder nicht darf. Nicht immer seien die Eltern Vorbilder. „Die Kinder müssen lernen, mit digitalen Medien umzugehen, aber sie müssen auch sensibilisiert werden für die Gefahren, die damit einhergehen. Dementsprechend sollen parallel zur Einrichtung der Computerspielschule auch verstärkt Vortragsveranstaltungen und Diskussions-nachmittage unter anderem für Eltern angeboten werden, in welchen es um die Vorteile aber auch die Gefahren der digitalen Medien gehen wird.

Verliehen wird an Institutionen und an Privatpersonen

Das Medienzentrum berät Schulen und Kinder-gärten bei der Nutzung und beim Einsatz von digitalen Medien, unterstützt bei Projekten und stellt Geräte sowie rund 4000 Medien - von DVDs bis Bilderbuchki-nos - zum Verleih zur Verfügung. Das Angebot kann von Schulen, Kindertages-stätten und auch außerschulischen Bildungseinrichtungen kostenlos genutzt werden.

Auch Privatpersonen und Unternehmen können Medien ausleihen, hierfür wird eine Gebühr erhoben. Seit vergangenem Jahr bietet das Medienzentrum eine Mediathek für Deutsch als Zweitsprache. Lehrkräfte an Schulen und Sprachschulen, aber auch Ehrenamtliche, die Sprachnachhilfe geben, finden hier in der Mediathek vielfältige Lern- und Übungsmaterialien für den Deutschunterricht von zugewanderten Menschen,

Die Öffnungszeiten im Kreismedienzentrum in der Stadtbibliothek sind montags von 7 bis 14.30 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 16.30 Uhr, mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr sowie freitags von 7 bis 12.30 Uhr. Mehr Infos unter www.medienzentrum-hdh.de.

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