Grundschulen Martin Grath will kurze Wege für Grundschüler

Heidenheim / pm 08.02.2019
Ein bedarfsorientiertes und wohnortnahes Angebot ist dringend notwendig.

In der Diskussion um die Zukunft von sogenannten „Zwergschulen“ bekennt sich der Heidenheimer Landtagsabgeordnete Martin Grath klar zum bildungspolitischen Grundsatz „Kurze Beine, kurze Wege“. „Für uns ist ein verlässliches, zukunfts- und bedarfsorientiertes sowie möglichst wohnortnahes Bildungsangebot zentral – in den Ballungsräumen ebenso wie im ländlichen Raum“, so der Grünen-Abgeordnete.

Allerdings dürfe verantwortliche Bildungspolitik nicht die Augen vor den Herausforderungen verschließen, mit denen insbesondere kleine Grundschulen immer stärker konfrontiert sind. „Eine bessere Bezahlung löst noch nicht das Problem, dass wir vor allem bei kleinen Grundschulen große Schwierigkeiten haben, die Schulleiterstellen überhaupt zu besetzen. Darunter leidet nicht zuletzt die Unterrichtsqualität, weil Verwaltungsaufgaben dann zusätzlich in den Aufgabenbereich der Lehrerinnen und Lehrer fallen“, stellt Grath klar.

Bei der Festlegung von neuen Besoldungsstufen müsse es deshalb auch darum gehen, regionale Gegebenheiten zu berücksichtigen und zukunftsfähige Strukturen für kleine Grundschulen zu entwickeln. „Wir wollen Synergien schaffen. Unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel, wenn mehrere kleine Grundschulen geographisch eng zusammen liegen - kann es sinnvoll sein, Leitungen zusammenlegen und effizienter zu gestalten.“ Damit würden die Lehrer an diesen Schulen von Verwaltungsaufgaben befreit und hätten mehr Zeit zum Unterrichten. Auf diese Weise ließen sich kleine Schulstandorte erhalten und gleichzeitig eine gute pädagogische Qualität gewährleisten.

„Ein Vorteil solcher Modelle ist auch, dass Vertretungssituationen besser geregelt und so der Anteil an fachfremdem Unterricht reduziert werden kann. Gerade an kleinen Schulen, an denen nur zwei oder drei Lehrerinnen und Lehrer eingesetzt sind, ist es enorm schwierig, Ausfälle aufzufangen.“

Grath weiter: „Wir schlagen deshalb vor, dass wir es den Grundschulen ermöglichen, auf freiwilliger Basis jahrgangsübergreifenden Unterricht durchzuführen und/oder mit einer Nachbarschule Verbundschulen einzurichten, so dass es dann mehrere Schulstandorte mit einer Schulleitung und einem Verwaltungsstandort geben kann.“

Aus Sicht der Grünen-Fraktion im Landtag könnten Schulverbünde im Grundschulbereich für die Kommunen ein gangbarer Weg sein, um die Schulleitung im ländlichen Raum attraktiver zu machen und gleichzeitig eine intakte, wohnortnahe Schullandschaft zu gewährleisten.“ pm

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