Heidenheim Mann belästigt Frauen: 25-Jähriger kommt mit Strafbefehl davon

Heidenheim / Michael Brendel 16.08.2018
Zweimal hat ein 25-Jähriger sich unsittlich verhalten. Vor dem Amtsgericht kam er mit einer glimpflichen Strafe davon.

Im Fasching ist vieles erlaubt, aber längst nicht alles. Das sollte einem 25-Jährigen bewusst geworden sein, nachdem ihm ein Strafbefehl zugestellt worden war. Grund: Während der tollen Tage hatte er im Februar bei einer Veranstaltung in Dischingen zwei Frauen in den Schritt gefasst.

Der mit Blick auf die Einkommensverhältnisse seines Mandanten von Verteidiger Dr. Florian Hofmann eingelegte Einspruch beschränkte sich auf die Höhe der festgelegten Tagessätze. Der Tatvorwurf der sexuellen Belästigung wurde hingegen nicht bestritten.

Das unsittliche Tun beschäftigte jetzt ebenso das Amtsgericht wie ein weiterer Vorfall, der sich nur zwei Wochen nach dem ersten ereignet hatte. Damals soll der 25-Jährige halb verdeckt im Eingangsbereich seiner Wohnung gestanden und sich selbst befriedigt haben, als eine an dem Haus vorbeigehende Jugendliche auf das Geschehen aufmerksam wurde.

Auch dieses Verhalten zog einen Strafbefehl nach sich – wegen einer exhibitionistischen Handlung.

Vorsatz ist Voraussetzung

Hofmann machte eingangs der Verhandlung darauf aufmerksam, die Strafbarkeit einer exhibitionistischen Handlung setzte den Vorsatz des Täters voraus, mit seiner Entblößung wahrgenommen zu werden. Nehme er seine Entdeckung lediglich billigend in Kauf, liege kein exhibitionistisches Verhalten im strafrechtlichen Sinne vor.

Da sich die Situation hier nicht eindeutig bestimmen lasse, mache er den Vorschlag, den ersten Strafbefehl bei geringerer Tagessatzhöhe rechtskräftig werden zu lassen und im zweiten Fall das Verfahren gegen eine Geldzahlung einzustellen, zumal außergerichtlich noch ein Schmerzensgeld im Raum stehe, so Hofmann.

90 Tagessätze

Amtsrichter Eberhard Bergmeister hielt dem entgegen, dass es nach Aussage der Jugendlichen einen Blickkontakt zwischen ihr und dem Angeklagten gegeben habe. Das lege die Vermutung nahe, dass der Tatbestand einer exhibitionistischen Handlung erfüllt sei. Auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah keine Möglichkeit für eine Einstellung. Nach kurzer Beratung entschied sich die Verteidigung daraufhin, den Einspruch gegen beide Strafbefehle auf die Rechtsfolgen zu beschränken.

Das Urteil war schließlich schnell gesprochen: Der auch seitens der Verteidigung als angemessen bezeichneten Forderung des Staatsanwaltschaft entsprechend, verhängte Bergmeister 90 Tagessätze à 45 Euro. Außerdem hat der 25-Jährige die Verfahrenskosten zu tragen.

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