Gewalt Lokschuppen-Randalierer offenbar aus der Fußball-Fanszene

Lokschuppen in Heidenheim.
Lokschuppen in Heidenheim. © Foto: Archiv
Heidenheim / Silja Kummer 08.01.2018
Die Polizei sucht weiterhin nach rund 15 jungen Männern, die in der Nacht auf Sonntag in Heidenheim nach einer Tanzveranstaltung gewalttätig wurden.

Während viele junge Menschen am vergangenen Samstagabend nur friedlich feiern wollten, hatte es eine Gruppe offenbar auf Stress angelegt: Wie bereits berichtet, fielen bei einer Tanzveranstaltung im Lokschuppen einige junge Männer negativ auf. Nach Aussagen von Polizeisprecher Wolfgang Jürgens sind diese offenbar der Heidenheimer Fußball-Fanszene zuzuordnen.

An der Bar gepöbelt

Nach Aussage des Partyveranstalters Stephan Zeller, geschäftsführender Gesellschafter der Urbanmotion GmbH aus Günzburg, waren es ungefähr sechs Jugendliche, die gegen 24 Uhr an der Bar Getränke bestellten und dabei den Barkeeper anpöbelten. Daraufhin habe der Sicherheitsdienst die querulanten Gäste aufgefordert, den Lokschuppen zu verlassen. Da diese der Aufforderung nicht nachkamen, wurde die Polizei gerufen.

Vor dem Lokschuppen kam es zu weiteren Auseinandersetzungen der Gruppe mit der Polizei, die einen 23-jährigen Haupttäter in Gewahrsam nahm. Dieser wehrte sich massiv dagegen. Offenbar hatte die Gruppe in der Zwischenzeit auch noch Verstärkung bekommen, die Polizei spricht von insgesamt rund 15 jungen Männern, die in die Auseinandersetzung vor dem Lokschuppen verwickelt waren.

Die Begleiter des 23-Jährigen stellten sich der Polizei in den Weg und bewarfen die Polizeibeamten mit Flaschen und Steinen. Ein Polizist wurde dabei durch einen Fußtritt verletzt, ein Polizeiauto beschädigt.

Vorwurf Landfriedensbruch

Die Polizisten konnten sich zwar mit Pfefferspray durchsetzen, die jungen Männer flüchteten jedoch. Für sie könnte der Vorfall aber jede Menge Ärger nach sich ziehen: Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch, da sich eine Gruppe für Gewalttaten zusammengeschlossen hat. Auch versuchte Gefangenenbefreiung, Körperverletzung und Sachbeschädigung stehen auf der Liste der Vorwürfe.

„Die Feiernden im Lokschuppen haben von der Auseinandersetzung absolut nichts mitbekommen“, so der Veranstalter. Trotzdem wurde die Party von der Polizei gegen 2 Uhr beendet. Positiv bewertet wurde vom Veranstalter, wie viele Polizisten in kurzer Zeit anrückten, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Nach Aussagen von Polizeisprecher Jürgens habe man dabei Beamte verschiedener Reviere der Umgebung angefordert.

Zwiespältig sieht man bei der Polizei, dass das Geschehen offenbar von mehreren Zeugen mit dem Handy gefilmt wurde. „Das ist prinzipiell natürlich immer ein Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte“, so der Polizeisprecher. Jedoch könnten die Aufnahmen in diesem Fall auch helfen, die flüchtigen Täter zu finden, weshalb die Polizei Zeugen bittet, sich unter Tel.07321.322-0 zu melden.

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