Heidenheim / Andreas Uitz Der Abriss der Brücke beim Schnaitheimer Bahnhof ist beschlossen. Ob und wann es Ersatz geben wird, ist völlig offen.

Dass es ein Thema ist, das die Gemüter – vor allen Dingen in Schnaitheim – bewegt, macht Oberbürgermeister Bernhard Ilg in der gestrigen Sitzung des Technik- und Umweltausschusses gleich zu Beginn deutlich indem er riet, möglichst sachlich zu bleiben und zu diskutieren. An einem Abbau des Fußgängerstegs beim Bahnhof führe kein Weg vorbei, betonten der OB und der Leiter des Fachbereichs Bauen, Gerhard Horlacher. Grund ist, dass sich das Bauwerk in so schlechtem Zustand befindet, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Teile abfallen. Für die Fußgänger, so Horlacher, bestehe dabei keine Gefahr aber eben für den Bahnverkehr. Ein Gutachten hatte –auch für die Stadt überraschend – den schlechten Zustand attestiert (wir berichteten gestern).

Alter Steg ist nicht barrierefrei

Ilg betonte, dass der Abriss noch lange nicht bedeute, dass es in Zukunft überhaupt keine verkürzte Verbindung vom Hagen ins Ortszentrum geben wird. „Im Zuge des Sanierungsgebietes machen wir uns viele Gedanken, aber es muss eine Lösung sein, die dann ins Gesamtkonzept passt“, so Ilg. Zunächst müsse der Steg aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. „Dann werden wir sehen wie sich die Leute verhalten und sehen, welche Lösungen wir anbieten können“, sagte der OB. Bei vielen Begegnungen hätten Bürger gesagt, der Steg bringe ohnehin nicht viel, weil er nicht barrierefrei ist.

Grünen-Stadtrat Hans Kurowski sieht das anders: „Die Schnaitheimer wollen ihren Steg nicht hergeben und der jetzige hält gut und gern noch fünf Jahre.“ Norbert Fandrich (Linke) regte an, nach dem Abriss bis zu einer endgültigen Lösung über ein Provisorium nachzudenken, doch dem erteilte Ilg eine Absage: „Es gibt keinen Grund für Hyperaktivität, warten wir mal ab.“ Außerdem betonte der OB dass die Stadt jetzt, wo die Gefährdung bekannt sei, dringend schon aus haftungsrechtlichen Gründen handeln müsse.

Dem pflichtete Renate Klement-Schmidberger (SPD) bei: „Ein Neubau muss wohl überlegt sein. Menschen, die nicht gut zu Fuß seien, müssten ohnehin schon immer einen 600 Meter langen Umweg nutzen weil der Steg nicht barrierefrei ist. Dann müssen es die, die jung und fit sind, jetzt eben auch mal eine Weile so tun.“

Abbau kostet rund 70 000 Euro

Ob sich die Bahn an einem möglichen Neubau beteiligen wird, indem sie den Bau eines Zugangs zum Gleis 2 finanziert, ist ebenso offen wie Kosten für einen möglichen neuen Steg. Der Abbau des bisherigen wird Horlacher zufolge rund 70 000 Euro kosten.