Asyl Lehre gegen Stress im Flüchtlingsheim

Zusammen gegen Konflikte: Von links Mirjam Folger (Forschungssupport, DH), Projektleiterin Sylvia Lustig, Prof. Dr. Peter K. Warndorf sowie Mario Schenk und Nadira Korkor (beide ZFD).
Zusammen gegen Konflikte: Von links Mirjam Folger (Forschungssupport, DH), Projektleiterin Sylvia Lustig, Prof. Dr. Peter K. Warndorf sowie Mario Schenk und Nadira Korkor (beide ZFD). © Foto: DH
22.06.2016
Wie hilft man Flüchtlingen und Migranten? Das kann man künftig auch mit Hochschul-Unterstützung lernen: Die DH erweitert ihr Lehrangebot.

Zuwanderung kann zu gesellschaftlichen Spannungen und Konflikten führen. Auf deutsche Kommunen und Landkreise kommt bei der Aufnahme von Flüchtlingen und bei deren Integration eine Vielzahl neuer Aufgaben zu.

Um die Integration von Flüchtlingen zu verbessern und die Vernetzung und Zusammenarbeit in Kommunen zu fördern, kooperieren die DHBW Heidenheim und das Forum Ziviler Friedensdienst (ZFD) in Köln. Beide haben Teil an einem Programm zur kommunalen Konfliktberatung, das durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU sowie durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kofinanziert wird.

Der Ansatz der kommunalen Konfliktberatung wurde in den vergangenen Jahren im ZFD entwickelt. Ziel ist es, vor allem Behörden, soziale Einrichtungen und Netzwerke in Kommunen und Landkreisen bei der Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen zu unterstützen. Die Beratung trägt dazu bei, Konfliktpotenziale wahrzunehmen und Gewalt-Eskalation zu verhindern.

An der DHBW ist die Kommunale Konfliktberatung nun Bestandteil des Studiengangs Soziale Arbeit – Kinder- und Jugendhilfe von Prof. Dr. Peter Warndorf. Hier werden geeignete Lehrveranstaltungen systematisch etabliert. Diese werden von Konfliktberatern gehalten, die eigenes einschlägiges Wissen mitbringen und auch Erfahrungen in anderen Gemeinden gesammelt haben.

„Die Kooperation zwischen der DH und dem ZFD ist eine Antwort auf den aktuell hohen Bedarf an Aus- und Weiterbildung im Bereich der Flüchtlingsarbeit in Kommunen“, erklärt Warndorf, Studiengangsleiter an der DH. „Sie bietet Studierenden die Möglichkeit, sich über mehrere Semester mit diesem Schwerpunkt zu befassen. Für einige Studierende wird es die Möglichkeit geben, im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten Praxisforschung zur kommunalen Konfliktberatung zu betreiben.“

Projektleiterin ist Sylvia Lustig, Diplom-Soziologin, Konfliktberaterin beim ZFD und Doktorandin im Innovationsprogramm der DHBW. Die Kooperation läuft bis Juni 2018 und schafft die Basis für Überlegungen, den Umgang mit Konflikten und die Flüchtlingsarbeit in der Hochschullehre und später auch in der Weiterbildung zu etablieren. Zielgruppe für die Weiterbildung sind vor allem Mitarbeiter in Behörden von Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie in sozialen Einrichtungen sein; aber auch Berater, die sich für kommunale Konfliktberatung qualifizieren möchten.

Kontakt zu Sylvia Lustig unter lustig@dhbw-heidenheim.de.