Herbrechtingen Lehmgrube: Wie soll die Straße ins Wohngebiet aussehen?

Herbrechtingen / Michael Brendel 13.02.2018
Noch ist offen, wie das Baugebiet des künftigen Wohngebiets Lehmgrube an den Verkehr angeschlossen wird. Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, eine Alternative zu den bisherigen Plänen zu prüfen.

Viele Wege führen nach Rom, und in absehbarer bestimmt auch einer ins künftige Wohngebiet Lehmgrube. Fragt sich nur, welcher. Denn noch ist die Diskussion darüber im Gange, wo sich Aufwand, Kosten und Verkehrssicherheit am besten unter einen Hut bringen lassen.

Nicht zu verwirklichen ist laut Stadtbaumeister Dieter Frank die aus Sicht der Verwaltung beste Lösung: „Topfavorit wäre ein Kreisverkehr bei der Einmündung der Uhland- in die Lange Straße. Aber den bekommen wir nicht hin, weil es keine Einigung mit den Eigentümern der dafür nötigen Grundstücke gibt.“

20 Varianten geprüft

Frank verwies dem Gemeinderat gegenüber darauf, dass seit den 1970er-Jahren etwa 20 Varianten einschließlich diverser Kreisverkehre untersucht worden seien. Ergebnis: Als „verträglichste“ Variante lag jetzt ein gegenüber der Idealvorstellung etwas bergan verschobener Abzweig von der Ulmer Steige auf dem Tisch, die dafür mit einer Linksabbiegespur versehen werden sollte.

Sicherheitsbedenken

Die Stadträte wollten der eingeschlagenen Richtung allerdings aus unterschiedlichen Gründen nicht folgen. Andreas Hof (Freie Wähler) etwa bemängelte, dass an der ins Auge gefassten Stelle der größte Höhenunterschied auszugleichen wäre. Außerdem befinde sich die Einmündung im Kurvenbereich, und Bewuchs beeinträchtige die Übersichtlichkeit. Ein weiteres Probleme stellt nach Ansicht von Hermann Mader (Freie Wähler) dar, dass auf der Steige oftmals deutlich zu schnell gefahren werde.

Auf der Suche nach Alternativen brachte Martin Müller (Freie Wähler) eine Erschließung über die Alt-Ulmer-Straße ins Gespräch. Rasch zeigte sich jedoch, dass dieser Vorschlag auf Vorbehalte stößt. „Nicht zumutbar“, sagte Mader mit Blick auf den Werksverkehr der beidseits der Straße ansässigen Firma Schlatterer, die Herbrechtingen geprägt habe. Hof mahnte diesbezüglich Augenmaß an: „Rücksicht ist in einem gewissen Maß okay, aber es handelt sich immer noch um eine öffentliche Straße.“ Manfred Strauß (CDU) sah eine zusätzliche Schwierigkeit im Kreuzungsbereich zwischen Alt-Ulmer-, Eselsburger- und Langer Straße.

Folglich ging der Blick zurück zur Ulmer Steige – allerdings, dem Vorschlag Hofs entsprechend, ein Stück weiter bergauf. Genauer gesagt bis zu einer Hecke auf halber Strecke Richtung Deponie Kätzental. Dort stünde einer Zufahrt keine Böschung im Weg.

Kosten im Blick

Auch dieser Vorschlag stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. So bezeichnete es Susanne Walter (SPD) als „blöd, die Leute erst aus dem Ort zu führen, wenn sie doch eigentlich hinein wollen“. Nichtsdestotrotz stimmten fast alle Stadträte (vier enthielten sich) Maders Antrag zu, die Verwaltung solle diese wie auch die bislang seitens des Rathauses favorisierte Variante nochmals hinsichtlich Machbarkeit, Aufwand und Kosten prüfen.

Ebenfalls gutgeheißen wurde Maders Anregung, den Tempo-30-Bereich auf der Langen Straße bis zum möglichen Abzweig in die Lehmgrube zu verlängern. Bürgermeister Dr. Bernd Sipple zeigte sich als Befürworter einer solchen Maßnahme und will sie zum Gegenstand einer Verkehrsschau machen, sobald eine Ausführungsplanung auf dem Tisch liegt. Nicht weiter vertieft wurde hingegen die von Dieter Mathes (CDU) formulierte Idee eines Kreisverkehrs bei der Zufahrt zur Deponie Kätzental.

Verkauf beginnt 2019

Stadtverwaltung und Gemeinderat befassen sich jetzt vorrangig mit der verkehrlichen Erschließung sowie dem Verlauf von Kanälen und Versorgungsleitungen, um das gesamte Planungsverfahren möglichst schnell voranzubringen. Die damit verbundenen Arbeiten sollen bereits im Juni oder Juli vergeben werden.

Erst in einem weiteren Schritt geht es dann um Art und Maß der baulichen Nutzung, also auch um den Zuschnitt der Grundstücke. Müller bat um ein „maßvolles Vorgehen“, da es sich bei der Lehmgrube um das letzte größere Baugebiet in Herbrechtingen handele. Wird der bisher ins Auge gefasste Zeitplan eingehalten, dann beginnt 2019 der Verkauf der Grundstücke.