Peter Polta, der neue Landrat des Landkreises Heidenheim, ist am Montag in einer öffentlichen Kreistagssitzung vereidigt und verpflichtet worden, wie der Kreis Heidenheim mitteilt. Sein Amt angetreten hatte der einstimmig vom Kreistag gewählte Landrat bereits am 1. Dezember. Schon seit Juni 2012 war Polta Erster Landesbeamter und somit ständiger allgemeiner Vertreter des Landrats im Landkreis Heidenheim. Seit dem Tod von Landrat Thomas Reinhardt, der nach kurzer und sehr schwerer Krankheit im Juli 2019 verstarb, hat Polta die Geschäfte im Landratsamt geleitet.

Viele Aufgaben für den neuen Heidenheimer Landrat Peter Polta

In der Begrüßung der über 200 Gäste im Congress Centrum Heidenheim verwies Bernhard Ilg, Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim und erster stellvertretender Vorsitzender des Kreistags im Landkreis Heidenheim, der Mitteilung zufolge auf den Aufgabenkatalog des Landrats, der breiter nicht sein könnte: „Es gibt ja kaum einen Bereich des täglichen Lebens, an dem die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises nicht mit dem Landratsamt oder einer der nachgeordneten Organisationseinheiten zu tun haben.“ Mit diesen Aufgaben sei Polta bestens vertraut. Dank und Anerkennung habe er dafür erworben, wie er engagiert und umsichtig zugleich die Lücke ausgefüllt habe, die durch die Krankheit und den Tod von Landrat Thomas Reinhardt entstand.

Ilg warb dafür, die kommunalpolitischen Gestaltungsspielräume auszunutzen und dafür Kooperationen einzugehen: „Es versteht sich dabei von selbst, dass sich das Landratsamt mit den Tochterunternehmen und Beteiligungen im Bereich der Pflichtaufgaben als moderner Dienstleister versteht, was nur dank der fachlichen Kompetenz und der hohen Einsatzfreude der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelingen kann."

„Erfahrener Verwaltungsprofi“ an der Spitze der Kreises

Regierungspräsident Wolfgang Reimer betonte bei der Vereidigung und Verpflichtung, dass der Landkreis mit Peter Polta einen erfahrenen und engagierten Verwaltungsprofi an seiner Spitze habe. „Als Landrat haben Sie eine Schlüsselposition inne, um den Landkreis Heidenheim in eine gute und erfolgreiche Zukunft zu führen. Mein Haus steht hierbei partnerschaftlich an Ihrer Seite.“ Der Regierungspräsident wünschte dem neuen Landrat auch im Namen des Landesregierung alles Gute und bei der Ausübung seines Amtes.

Erwartungen der Kommunen an Landrat Peter Polta

Für die Städte und Gemeinden im Landkreis Heidenheim sprach Bürgermeister Norbert Bereska. Als ehemaliger Stellvertreter des Landrats kenne Polta den Landkreis mit all seinen Besonderheiten und Problemen, „vor allem aber auch das Spannungsverhältnis zwischen der finanziellen Situation der Landkreise und der Städte und Gemeinden, die den Kreishaushalt mittels Kreisumlage zum wesentlichen Teil finanzieren“, so Bereska. Dies sei für viele Entscheidungen enorm wichtig. Polta bringe das Rüstzeug mit, den Landkreis und die Kommunen auch durch schwierige Zeiten zu navigieren.

Wie Bereska hervorhob, werde der Landrat hierbei durch ein tatkräftiges, gutes und vertrauensvolles Miteinander von den Städten und Gemeinden unterstützt. Gleichzeitig sprach der Bürgermeister die Erwartungen der Kommunen an: „Der Landrat muss raus aufs Land, raus aus dem Landratsamt, um im Interesse des Kreises, im Interesse der kommunalen Seite, Politik zu machen und damit Zukunft zu gestalten.“

Handschlag: Peter Polta (rechts) mit Regierungspräsident Wolfgang Reimer.
© Foto: O. Vogel

Erinnerung an den verstorbenen Landrat Thomas Reinhardt

Der frisch vereidigte Landrat erinnerte zunächst an seinen zu früh verstorbenen Vorgänger Thomas Reinhardt, der sich als geradliniger, hochkompetenter und außerordentlich engagierter Verfechter der Landkreis-Themen für eine positive Weiterentwicklung des Kreises eingesetzt habe. In seinem Plädoyer für den Landkreis schilderte Polta, „was den Kreis ausmacht, worauf wir stolz sein können, was wir aber aus meiner Sicht auch noch gemeinsam anpacken können und müssen“.

Unter den Blickwinkeln „Leben, Schaffen, Staunen und Erleben sowie Erhalten“ streifte er hierbei aktuelle Themen des Landkreises Heidenheim vom Öffentlichen Personennahverkehr und der Gesundheitsversorgung über die regionale Wirtschaft bis hin zu den touristischen Themen und dem Klimaschutz. Wie er anhand von zahlreichen Beispielen betonte, lasse es sich im Landkreis Heidenheim für die etwas mehr als 132.000 Einwohnerinnen und Einwohner sehr gut leben. „Gemeinsam mit unseren Städten und Gemeinden sorgen wir für die passenden Rahmenbedingungen.“

Landrat wurde im November einstimmig gewählt

Der Kreistag des Landkreises Heidenheim hat Peter Polta am 6. November 2019 mit 40 Stimmen, und somit mit den Stimmen aller anwesenden Kreisrätinnen und Kreisräten, zum Landrat des Landkreises Heidenheim gewählt.

Der 52-Jährige hat das Amt am 1. Dezember 2019 angetreten. Seit Juni 2012 war Peter Polta Erster Landesbeamter im Landkreis Heidenheim. Als Dezernent der Stabsbereiche Verwaltung und Migration war er in den vergangenen Jahren zudem unter anderem für die Taskforce Asyl und somit die Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten sowie für das Thema Integration zuständig. Weitere Schwerpunkte waren Personalentwicklung, Digitalisierung, hierbei insbesondere die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems, sowie die Entwicklung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis Heidenheim, seine Städte und Gemeinden.

Vor seinem Wechsel ins Landratsamt Heidenheim war der Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Volljurist unter anderem im Landesamt für Flurneuordnung und Landentwicklung Baden-Württemberg, im Regierungspräsidium Stuttgart, im Innenministerium Baden-Württemberg sowie im Umweltministerium Baden-Württemberg tätig. Landrat Peter Polta ist verheiratet und hat einen Sohn.