Gebäude Landkreis hat ein Plus auf der Stromrechnung

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Günter Trittner 22.03.2016
Vielfach Minus gibt in dieser Rechnung ein sattes Plus. Nur 837 102 Euro hat die Landkreisverwaltung für das Jahr 2015 auf ihrer Energierechnung stehen. Strom, Wärme und Wasser sind billiger gekommen. Das liegt an geringeren Verbräuchen, an gesunkenen Energiekosten und auch am Zusammenlegen der Verwaltungsstellen.

2013 hatte Peter Sinzel, der Fachmann im Landratsamt für die kreiseigenen Liegenschaften, noch befürchtet, mit den Energiekosten die Linie von einer Million Euro zu reißen. 977 427 Euro hatte man damals an die Versorgungsunternehmen überwiesen. Wenn Sinzel nun aktuell vor dem Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt von einem „sehr erfreulichen Jahr 2015“ sprechen konnte, dann waren dafür eben mehrere Minus-Faktoren verantwortlich. Der Stromverbrauch ist um 11,36 Prozent gesunken, der Wasserverbrauch um 10,4 Prozent und Gas/Wärme immerhin noch um 0,8 Prozent, wenn man die Witterungseffekte heraus rechnet.

Darüber hinaus hat die Landkreisverwaltung für ihre Liegenschaften günstige Konditionen in den Kommunalverträgen aushandeln können. Für das Landratsamt und das Berufsschulzentrum ist der Gaspreis etwa um 19,2 Prozent gefallen, für die anderen Gebäude um durchschnittlich 10,9 Prozent. Allerdings: Ins Jahr 2016 geht der Landkreis mit einer „Hypothek“. Umlagen und Abgaben für die Kilowattstunde Strom klettern auf 9,26 Cent, was einer Steigerung um 6,9 Prozent entspricht.

Vorrechnen konnte Peter Sinzel den Kreisräten, dass sich das Zusammenlegen der Verwaltungsstellen an der Felsenstraße auch energiewirtschaftlich lohnt. Bei einer vergleichenden Betrachtung mit und ohne die frühere Außenstelle an der Brenzstraße 30 macht sich die Ein-Standort-Lösung an der Felsenstraße deutlich besser: 15 Prozent weniger Strom, 19 Prozent weniger Gas und sogar 17 Prozent weniger Wasser. Letzter Wert kam auch für Sinzel überraschend. „Es sind ja gleich viel Menschen.“

Am Berufsschulzentrum lassen sich für Sinzel jetzt schon Effekte des 2015 abgeschlossenen Energie-Contractings ablesen. 2,2 Millionen Euro hat die EnBW als privater Betreiber in die neue Heizanlage und andere Aggregate investiert. Seinen Gewinn erzielt das Versorgungsunternehmen durch Energieeinsparungen. Dass der Stromverbrauch seither um 12,6 Prozent gefallen ist, führt Sinzel auf den Austausch der Beleuchtung zurück. 3000 Leuchteinheiten wurden auf LED umgestellt.

Seit 2013 zeigen alle Verbräuche in den Liegenschaften des Landkreises nach unten – und damit, so Sinzel, in die richtige Richtung. Nicht anders sah dies Landrat Thomas Reinhardt. Der jährlich zu erstellende Energiebericht sei ein wichtiges Dokument, auch um zu sehen, ob und wo es noch Einflussmöglichkeiten auf Verbräuche gibt.

Der Energiebericht umfasst alle Liegenschaften der Kreisverwaltung. Die rund 140 Gebäude und Wohnungen, welche die Kreisverwaltung in den letzten Monaten für die Unterbringung von Asylbewerbern angemietet hat, wurden mit Bedacht ausgeschlossen. Das hat mit der Systematik zu tun, dass diese eben nicht dauerhaft im Besitz der Verwaltung sind, zum anderen mit der Einsicht, dass die Einflussmöglichkeiten auf das Verhalten der Menschen dort sehr begrenzt sind. CDU-Kreisrat Alfons Jakl hatte in diese Richtung gedeutet und die Möglichkeit von Unterweisungen angesprochen.

Sinzel sah solch eine optimistische Perspektive nicht. Man mache sich kein Bild, was alles gemacht werde, um Energie zu verschleudern. Was Sinzel aber nicht als Vorwurf gemeint hatte. „Die Menschen haben einfach kein Verständnis, wie das funktioniert.“ Die meisten Unterkünfte für Flüchtlinge, so Sinzel, seien aber in den Kommunalverträgen mit den Versorgern eingeschlossen. Kreisrat Frank Schied (Grüne) fragte nach dem Stand des integrierten Klimaschutzkonzepts. Es habe Zeitverzögerungen gegeben, räumte Landrat Reinhardt ein, man sei aber jetzt in der Endphase.