Nachruf Kunstsammler Alfred Gunzenhauser ist tot

Heidenheim / Manfred F. Kubiak 18.11.2015
In Heidenheim, der Stadt, in der er am 24. Mai 1926 geboren worden war und die er in Sachen Kunst auch nicht vergaß, wird man dankbar an ihn erinnern. Der Kunstsammler Alfred Gunzenhauser ist tot.

Als er in den frühen 1950er Jahren sein erstes Bild erwarb, Manfred Bluths „Vergessene Küste“, da war er ein Heidelberger Student der Volkswirtschaft, der per Anhalter nach Berlin gereist war, um sich mal umzusehen. Als er im Jahr 2007 der Stadt Chemnitz seine auf einen Wert von sage und schreibe beinahe 200 Millionen Euro geschätzte Sammlung mit 2500 Werken des deutschen Expressionismus schenkte, war er in der Kunstszene weit über Deutschland hinaus in aller Munde.

Selbstverständlich auch in Heidenheim, der Stadt, in der er am 24. Mai 1926 geboren worden war und die er in Sachen Kunst auch nicht vergaß und 2009 mit einer Schenkung von Kunst im Wert von 1,35 Millionen Euro bedachte, darunter als wertvollstes Stück Paul Klees Aquarell „Ein Gefangener wird abgeführt“, dessen Wert auf mindestens 350 000 Euro taxiert wird.

Chemnitz stellte der Gunzenhauser-Sammlung gleich ein eigenes Museum zur Verfügung, das „Museum Gunzenhauser“. Heidenheim präsentiert seine Sammlung dauerhaft in zwei Räumen, um die das Kunstmuseum bis Ende 2012 erweitert worden war. Heidenheim bedankte sich bei Gunzenhauser durch die Verleihung des Römischen Adlers in Gold mit Bronzeskulptur, Chemnitz verlieh ihm den Sächsischen Verdienstorden.

Dr. Alfred Gunzenhauser war der Enkel des Heidenheimer Brunnenmüllers Eugen Gunzenhauser, dessen Mühle bis ins Jahr 1910 dort ihren Platz hatte, wo heute das Forschungszentrum der Firma Voith steht. Gunzenhausers Vater war Prokurist bei der Spedition Hartmann, seine Mutter entstammte der Sägewerk-Dynastie Ziegler. Alfred Gunzenhauser studierte Volkswirtschaft in Heidelberg, London und Graz, arbeitete in Berlin in Diensten der AEG, leitete eine Saarbrücker Büromaschinenfirma – und entschied sich dann, Galerist zu werden. Zunächst in Berlin, danach viele Jahrzehnte in München.

Und dort ist Alfred Gunzenhauser am vergangenen Montag im Alter von 89 Jahren verstorben. Als Sammler und Schenker bleibt er in Erinnerung.

 

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