Heidenheim / Manfred F. Kubiak  Uhr
Die Veranstaltungsreihe „Sommer im Park“ ist ein Heidenheimer Erfolgsmodell

Vor Jahresfrist hatten wir uns an dieser Stelle erlaubt, ein Schwergewicht des kulturellen Lebens in der Stadt vorzustellen. Jedenfalls bekam die Veranstaltungsreihe „Sommer im Park“ dieses Etikett verpasst.

Und daran hat sich nichts geändert. Denn ein Veranstaltungsreigen, der im Laufe einer Saison, die maximal dreieinhalb Monate dauert, immerhin 15 000 Besucher anlockt, ist nicht von Pappe. Er hat Gewicht. Und das lustigerweise obwohl oder gerade weil er eher eine höchst bunte Ansammlung von auf den ersten Blick Leichtgewichten präsentiert.

Stimmiges Konzept

Denn es sind nicht die großen Namen, die die von achtzehn Ehrenamtlichen gebildete kulturelle Fraktion des Brenzparkvereins auf seine Bühne lockt. Wie könnte er auch, denn das Zahlen von Gagen ist nicht drin, also ist der Eintritt frei und lässt man am Ende den Hut herumgehen. Auf der anderen Seite aber lockt bei schönem Wetter nicht bloß die Musik, sondern allein schon das Ambiente des Brenzparks die Menschen an. Und so können Bands hier einiges für ihre Bekanntheit tun. Und manche haben sich bei der Gelegenheit sogar einen Namen gemacht.

Über den Sommer haben im Brenzpark viele Bands gespielt.

Die kommen dann auch wieder. Das Konzept stimmt für beide Seiten. Und das seit 2007. Mit einem selbst für einen Park erheblichem. Kamen in den ersten Jahren seit der ersten Saison so zwischen 5000 und 7000 Besucher per anno, so waren es am Ende der Saison 2017 sagenhafte 18 300. Ein Rekord, der im vergangenen Jahr mit den bereits erwähnten immer noch sehr stattlichen 15 000 Besuchern nicht erreicht wurde. Was Wolfram Galgenmüller, der Sommer-im-Park-Mann für die Öffentlichkeitsarbeit, auf den Übersommer 2019 schiebt: „Oft zu heiß – und mitunter an Wochenenden, was die Gewitterbildung angeht, bisweilen zu launisch.“

Über das Ergebnis will trotzdem niemand klagen. Auch die Bands nicht, die inzwischen Schlange stehen, um beim „Sommer im Park“ auftreten zu können. Die Tage, da Eva Enslin, die Gründerin und nach wie vor das Gesicht der Reihe, beinahe schon betteln musste, um zu ihren Konditionen Musiker in den Brenzpark zu locken, sind längst vorbei. „Wir haben Anfragen aus ganz Deutschland“, sagt Wolfram Galgenmüller. Und man kann sich inzwischen den Luxus leisten, auszuwählen. Das erledigt ein Duo bestehend aus Wolfram Galgenmüller und Hans-Peter Schütze, die sich als ehrenamtliche Musik-Scouts unterm Jahr weithin in der Szene umhören.

55 Programmpunkte umfasst das im Vergleich zum Vorjahr sogar um eine Woche verlängerte Programm von „Sommer im Park“, das nicht nur Musik in sehr vielen Facetten und von Rock über die Operette bis zum Schlager bereithält, sondern, nur zum Beispiel, auch Kräuterführungen.

45 Konzerte

Den Schwerpunkt der Reihe allerdings bilden die 45 Konzerte, für die die Organisatoren heuer immerhin 25 Bands aufbieten, die noch nie zuvor im Programm standen und die bis von Dresden oder Bayreuth, Ludwigsburg oder München anreisen. Dazu kommen alte Bekannte und zahlreiche Lokalmatadoren wie Siggi Schwarz, dessen Auftritt im vergangenen Jahr verregnet war, oder die Band „Vi4er“, die mit 800 Besuchern 2018 das bestbesuchte Konzert gab. Das beste Konzert im Vorjahr bestritt, wenn es nach Hans-Peter Schütze und Wolfram Galgenmüller geht, das „Leonard-Cohen-Project“, dessen Dienste man sich auch für dieses Jahr gesichert hat.

Und dass man sich bei „Sommer im Park“ auch im Erfolg nicht auf den Lorbeeren ausruhen will, bezeugt die Tatsache, dass derzeit mit der Stadt Heidenheim darüber verhandelt wird, ob es möglich ist, wenigstens die Bühne für die Musiker zu überdachen, um deren empfindliche Technik im Falle des Falles nicht allzu sehr im Regen stehen lassen zu müssen.

Saisonbeginn am 30. Mai

Die Saison der Veranstaltungsreihe „Sommer im Park“ beginnt am Feiertag „Christi Himmelfahrt (Donnerstag, 30. Mai) um 16 Uhr mit einem Konzert der Band „Soul City“ und endet am Sonntag, 15. September, ab 16 Uhr mit dem Auftritt von „Zydeco Annie & the Swamp Cats“. Detaillierte Informationen zum gesamten Programm sind unter www.brenzpark-ev.de zu finden.