Kinder Krippen-Fachgespräch mit Erzieherinnen

Ein Krippen-Fachgespräch zeigte Tendenzen auf: In Kindergärten – im Bild St. Josef auf dem Ploucquet-Areal – halten neue Konzepte Einzug.
Ein Krippen-Fachgespräch zeigte Tendenzen auf: In Kindergärten – im Bild St. Josef auf dem Ploucquet-Areal – halten neue Konzepte Einzug. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Heidenheim / 25.03.2016
Die Kleinsten in der Gesellschaft standen im Mittelpunkt eines Krippen-Fachgesprächs für Erzieher, das die Fachberatungen für Kindertageseinrichtungen der Stadt Heidenheim und des Landkreises gemeinsam organisiert hatten.

Die Veranstaltung diente gleichzeitig als Aufruf zu mehr Partizipation in der Kinderkrippe, wobei die rund 75 Teilnehmer in der Kinderwelt in Mergelstetten viele Hilfestellungen und Anregungen erhielten.

Kinder im Alter bis drei Jahre zu bilden, zu betreuen und zu erziehen, ist der gesetzlich verankerte Auftrag der Kinderkrippe. „Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und jahrelanger Praxiserfahrungen zu Entwicklungs- und Bildungsprozessen in der frühen Kindheit erfährt die Förderung frühkindlicher Bildung seit einigen Jahren vermehrt Aufmerksamkeit“, so Angelika Strauß, Kindergartenfachberaterin der Stadt Heidenheim. Aus der veränderten Sichtweise auf das Kleinkind resultiere ein inhaltlicher und struktureller Veränderungsprozess in den Einrichtungen, dem Lebensraum Kinderkrippe.

„Räume für Kinder sind Bewegungs-, Lern- und Erlebnisräume und werden von ihnen mit allen Sinnen wahrgenommen. Die Bedürfnisse der Kinder sind Ausgangspunkt für Raumgestaltung und die pädagogische Förderung. Der pädagogischen Fachkraft als Bezugsperson wird im Kleinkindbereich eine besondere Bedeutung zugesprochen“, erklärte Alexandra Floruß, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege im Landratsamt Heidenheim.

Besondere Bedeutung kommt den Bezugspersonen in der Krippe bei der Gestaltung von Partizipationsmöglichkeiten zu. In einem Vortrag zum Thema „Partizipation bei Krippenkindern“ stellte Yvonne Rehmann vom Institut für Partizipation und Bildung in Kiel heraus, dass etwa Bildung nur durch Beteiligung eines Kindes gelingen kann. Partizipation im Krippenalltag bedeute nicht nur, Kinder ernst zu nehmen, sondern auch, ihnen etwas zuzutrauen und sie in eigenen Entscheidungen und im eigenen Handeln zu unterstützen. Gleichzeitig müssten Aufgaben und Herausforderungen transparent und demokratisch gestaltet werden.

In welcher Form diese Beteiligung umgesetzt werden kann, machte die Referentin an mehreren Beispielen deutlich. So etwa bei der Planung eines neuen Spielplatzes, aber auch in Alltagssituationen wie beim selbst Essen lernen. Die deutliche Empfehlung der Referentin: „Tun Sie in Zukunft einfach mehr mit den Kindern anstatt für die Kinder.“ Insbesondere, indem die Kinder bei anfallenden Aufgaben und Entscheidungen beteiligt und zur Selbstständigkeit ermuntert werden.

In verschiedenen Workshops konnten die Teilnehmer sich zudem über Elternarbeit, Übergänge von der Krippe in den Regelkindergarten und Möglichkeiten zur Stärkung des Selbstwertgefühls bei Kindern austauschen und weiterbilden. Zudem gab es bei dem Fachgespräch Anregungen zur künstlerischen Arbeit mit Krippenkindern.

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