Babys Krankenkasse: Zahl der künstlichen Befruchtungen steigt an

04.08.2016
In Baden-Württemberg und auch im Landkreis Heidenheim ist die Zahl der künstlichen Befruchtungen der AOK zufolge angestiegen

Eine aktuelle Auswertung der AOK Ostwürttemberg zeigt, dass die Zahl der ungewollt Kinderlosen seit 2008 jährlich um durchschnittlich 7,7 Prozent im Land gestiegen ist. In ganz Baden-Württemberg ließen sich zuletzt 6388 AOK-Versicherte wegen ungewollter Kinderlosigkeit behandeln. Der höchste Anteil Betroffener wird in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren erreicht – dem Alter, in dem zunehmend mehr Menschen erstmals Eltern werden. Im Landkreis Heidenheim haben im Jahr 2014 insgesamt 102 AOK-Versicherte eine Behandlung wegen unerfüllten Kinderwunschs durchführen lassen, davon 57 Frauen und 45 Männer. Dabei stellt die Krankenkasse eine deutlich steigende Tendenz zum vorherigen Jahr fest: Allein zwischen 2013 und 2014 hat sich die Zahl der Behandlungen im Landkreis um 36 (2013: 66) und damit um rund 54 Prozent erhöht. In der ganzen Region Ostwürttemberg sind Steigerungen von 31 Prozent zu verzeichnen, 2014 waren 249 Männer und Frauen in Behandlung.

„Frauen und Männer verschieben ihren Kinderwunsch oft auf die Zeit nach dem Berufseinstieg oder der beruflichen Etablierung. Wenn dies etwa durch Studium erst mit Anfang 30 der Fall ist, kann es mit der Wunscherfüllung schwieriger werden“, erläutert Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, die Gründe für die Steigerungen. „Sie wollen ein Kind, aber eben erst später. Jedoch sinken mit zunehmendem Alter die Chancen, schwanger zu werden oder ein Kind zu zeugen. Wenn die Familiengründung zum geplanten Zeitpunkt dann nicht gelingt, ist die Enttäuschung groß.“

Für die meisten Paare gibt es aber Hoffnung. Bei dem überwiegenden Teil der Paare führt die künstliche Befruchtung nach einem oder mehreren Behandlungszyklen zur ersehnten Schwangerschaft. Krankenkassen übernehmen in der Regel 50 Prozent der Kosten bei maximal drei Versuchen, um eine Schwangerschaft künstlich herbeizuführen. Anspruch haben Frauen bis 40 Jahren und Männer bis zum 50. Lebensjahr.

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