Heidenheim Konzert: Saloniker beweisen spielerischen Charme

Eine lebendige Truppe: die „Stuttgarter Saloniker“.
Eine lebendige Truppe: die „Stuttgarter Saloniker“. © Foto: hape
Heidenheim / Hans-Peter Leitenberger 01.02.2019
Die „Stuttgarter Saloniker“ boten einmal mehr Unterhaltung auf hohem Niveau.

Gepflegte Salon-Atmosphäre herrschte im kleinen Saal des Konzerthauses. Sechs „Stuttgarter Saloniker“ unter der Leitung ihres Kapellmeisters Patrick Siben spielten vor 40 begeisterten Besuchern.

Einen Salon gab es einst in „besseren“ Häusern, und da passte Johann Schrammels „Wien bleibt Wien“ als Auftakt bestens. Patrick Siben fungierte als Pianist und sachkundiger Conférencier und führte mit einigem Humor auf Schwäbisch durch ein buntes Programm. Was seine Mitstreiter auf Violinen, Klarinette, Saxophon, Cello, Trompete und Bass lieferten, erfreute durch eine muntere Spielweise und glänzende Instrumentenbeherrschung.

„Salonstücke“ wie Franz von Suppés Ouvertüre zu „Leichte Kavallerie“ und natürlich „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß Sohn durften ebenso wenig fehlen wie „Heinzelmännchens Wachparade“. Cello und Klavier klangen schwebend zum „Schwan“ aus „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns. Der Orchesterchef schwärmte immer wieder von der Architektur des Konzerthauses und spendierte zur Pause auch noch Bier. Zuvor sangen die patenten Musiker aus Carl Maria von Webers „Freischütz“ noch den „Jägerchor“.

Herrliche Saxophonlinien erklangen bei „Stars and Stripes“ von John Philipp Sousa und die Violinen-und Trompetenpartien beim „Entertainer“ von Scott Joplin ermunterten wie viele andere Stücke zum Mitklatschen durch die farbige und swingende Spielweis der Saloniker. Das Violinsolo bei der „Zigeuner-Patrouille“ von Virgilio Ranzanto bestach durch die technische Brillanz des „Ehrenzigeuners“ Walter Töws, der auf seiner Violine auch vor vertrackten Doppelgriffen und Flageoletts nicht zurückschreckte.

Die Saloniker bewiesen durchweg spielerischen Charme und jede Menge Temperament bei gehobener Unterhaltungsmusik. Patrick Sibens Klavier war übrigens dasselbe, dass er im vergangenen Sommer auf der Brenz „schwimmen“ ließ. Beim nächsten Konzert im Juni wird er es wohl wieder so machen.

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