Heidenheim / Thomas Zeller Über viele Jahre hat die Stadtkasse in Heidenheim von der konservativen Bilanzierung des Voith-Konzerns profitiert.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg hat daraus ein ambitioniertes Städtebauprogramm finanziert, Schulen saniert, Kindergärten gebaut und ein umfangreiches Sport- und Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Doch dieser Geldschauer bei der Gewerbesteuer wird künftig vermutlich eher zu einem Nieselregen werden, weil Voith sich zum Ziel gesetzt hat, seinen Steueranteil am Gewinn zu optimieren.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht. Andere Firmen in Heidenheim haben ihre Steuerquote schon lange optimiert. Voith wendet nur das konsequent an, was unser Recht erlaubt. Das ein Unternehmen höhere Gewinne erzielen möchte, kann man ihm nicht vorwerfen. Durch seine stärkere Zentralisierung kann Voith nun deutlich einfacher als früher Gewinne mit Verlusten verrechnen.

So werden beispielsweise hohe Investitionen in die Papiersparte am Standort Heidenheim zwar die Beschäftigten erfreuen, weil es ihre Arbeitsplätze sichert und im besten Fall neue Stellen schafft. Dem städtischen Kämmerer Guido Ochs dürfte das aber in den nächsten Jahren die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Denn diese Ausgaben kann das Unternehmen über Jahre mit seinen Gewerbesteuerrelevanten Gewinnen verrechnen.

Auf die Stadt kommen also schwere Zeiten zu. Wenn sie nicht andere kommunale Steuern erhöhen will, kann es sein, dass sie sich künftig bei Ausgaben wird stärker einschränken müssen.

Beim Heidenheimer Maschinenbauer läuft nicht alles rund. Die Wasserkraft-Sparte macht Konzernchef Toralf Haag Sorgen. Der Umsatz sinkt im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 4,2 Milliarden Euro.