Infekt Kommen nach der Grippe jetzt die Noroviren?

Das Bild zeigt ein Modell eines einzelnen Norovirions.
Das Bild zeigt ein Modell eines einzelnen Norovirions. © Foto: Centers for Disease Control and Prevention
Erwin Bachmann 04.03.2017
Kaum ebbt die extreme Grippewelle wieder ab, warnt das Landesgesundheitsamt vor dem Norovirus.

In der Stuttgarter Behörde berichtet man von einem starken Anstieg von Norovirus-Infektionen und rechnet laut einer Mitteilung von dieser Woche mit einer „weiterhin hohen Aktivität“ solcher Erkrankungen, gegen die es keinen Impfstoff gibt. In der Heidenheimer Gesundheitsbehörde hingegen schlägt man keinen Alarm, weil es die hiesigen Zahlen schlicht nicht hergeben.

Zwar sind im Landratsamt seit Ende September 2016 bis zum heutigen Tag immerhin 85 Fälle dieser Brechdurchfall-Erkrankung gemeldet worden, doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass die Mehrzahl bis zum Jahresende aufgelaufen ist und ein signifikanter Anstieg im Dezember verzeichnet worden ist, seit Anfang Februar aber nur noch vereinzelt Neuerkrankungen zur amtlichen Kenntnis gebracht worden sind.

Hohe Dunkelziffer auch bei Noroviren

Allerdings macht der Leiter des im Landratsamt angesiedelten Fachbereichs Gesundheit, Christoph Bauer, einmal mehr auf die Dunkelziffer-Problematik aufmerksam: Viele der von der Magen-Darm-Infektion durchgeschüttelten Menschen suchen keinen Arzt auf, weil sie erst gar nicht darauf kommen, dass es Noroviren sind, die ihnen auf den Magen schlagen. Und selbst wenn ein Infizierter ärztliche Hilfe sucht, aber sein Stuhl nicht untersucht wird, taucht er in keiner Statistik auf.

Ein Merkmal dieser hoch ansteckenden Infektion ist die Gruppenerkrankung. Von ihr spricht man, wenn gleich mehrere unter einem Dach wohnende oder dort zusammenkommende Personen gleichzeitig ins Bett geworfen werden. Zu den immer wiederkehrenden Hauptumschlagplätzen zählen Alten- und Pflegeheime, aber auch Kindergärten, Schulen und Heime, wo die Berührungspunkte so zahlreich sind wie die Menschen und der Boden für eine Ansteckung gut bereitet ist. Ein Impfstoff existiert nicht, so dass von Seiten des Landesgesundheitsamtes nur strikte Hygienemaßnahmen angeraten werden können.

Grippewelle zieht wieder ab

Eine Influenza-Impfung hingegen gibt es, aber sie benötigt zehn bis 14 Tage, bis der Körper Abwehrkräfte im Sinne einer gezielten Immunabwehr mobilisiert. Im Moment freilich ebbt die Grippewelle merklich ab. Im Kreisgebiet bewegt man sich im Landestrend: Von Ende November bis heute sind der örtlichen Gesundheitsbehörde etwas mehr als 380 Grippefälle gemeldet worden, davon 83 allein in der sechsten Kalenderwoche dieses Jahres. In dieser Woche waren es noch 20.