Heidenheim Klinikum legt einen Meilenstein für die Gesundheitsversorgung

Heidenheim / Mathias Ostertag 28.06.2018
Der Baufortschritt am mehr als 70 Millionen Euro teuren Neubau wird sichtbar. Die gestrige Grundsteinlegung vermittelte erste Eindrücke.

Ein Wort, das im Rahmen der Grundsteinlegung des sogenannten Haus K am meisten zitiert wurde, lautet: Meilenstein. Der Neubau am Klinikum sei ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in der Region, betonte etwa Klinikums-Geschäftsführer Udo Lavendel in einer Begrüßungsrede vor einer beachtlichen Zahl an Ehrengästen anlässlich der Grundsteinlegung. Er sprach damit ein Thema an, das auch die anderen drei Grußwortredner aufgriffen.

„Hier entsteht das Herzstück innerhalb unserer Klinikmodernisierung“, sagte Landrat Thomas Reinhardt, der in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken Landkreis Heidenheim gGmbH in doppelter Funktion ein Wörtchen mitzureden hat in Sachen Modernisierung. „Wer bewahren will, braucht Mut, etwas zu verändern“, so Reinhardt.

Nichts anderes passiere seit knapp zehn Jahren auf dem Schlossberg und werde sich auch in Zukunft fortsetzen. Heidenheim sei fester Bestandteil des Landeskrankenhausplans und damit wichtig für die Regel- und Grundversorgung von Patienten, ja für die Daseinsvorsorge an sich. Das lasse sich nur aufrecht erhalten, wenn sich vor allem der Bund auf lange Sicht an der Refinanzierung der Betriebskosten beteilige. „Wir brauchen eine faire Kostenerstattung und werden nicht müde, mit dem Finger nach Berlin zu zeigen.“

Es sei der Tag gekommen, das Klinikum der Zukunft zu gestalten, sagte Geschäftsführer Lavendel. „Dazu braucht man Mut und Entschlossenheit“, und den zeigten alle an dem Projekt Beteiligten. „Schließlich haben wir nach dem zweiten Bauabschnitt noch viel vor“, blickte Lavendel in die Zukunft, wenn in einem dritten Abschnitt die Idee eines Gesundheitscampus umgesetzt werden soll.

Zunächst aber liegt der Fokus auf dem Neubau zwischen dem Ende 2012 eröffneten Bettenhaus C, wo unter anderem die zentrale Notaufnahme untergebracht ist, und dem Funktionsbau, der noch aus der Zeit der Errichtung des Klinikums im Jahr 1973 stammt. Der Jahreswechsel 2020/21 ist für die Inbetriebnahme des Haus K bisher vorgesehen. Künftig werden dort wesentliche Bereiche der täglichen Gesundheitsvorsorge untergebracht sein: Auf 6650 Quadratmetern Nutzfläche wird auf sieben Stockwerken der zentrale OP-Bereich mit sechs OP-Sälen zu finden sein. Außerdem wird die komplette Radiologie den Neubau beziehen, obendrein wird dort die Klinikapotheke angesiedelt sein. Auch die zentrale Sterilisationsabteilung wird in dem neuen Gebäude untergebracht, dazu kommen drei Pflegestationen, in denen 108 Patienten behandelt werden können.

25 000 Patienten als Ziel

„Im Moment werden bei uns im Jahr etwa 22000 Patienten stationär versorgt – 25000 bis 26000 sind ein erkleckliches Ziel, das wir auch durch die Modernisierungen erreichen wollen“, so Lavendel. Der Investitionsbedarf betreffe aber nicht nur die Baustellen, sondern umfasse alle Bereiche des Klinikums. Dafür sehen Geschäftsführer und Landrat den Bund ebenso in der Pflicht wie das Land. „Das Land beteiligt sich bei den Baukosten von mehr als 70 Millionen Euro ungefähr mit der Hälfte. Natürlich wären 90 bis 100 Prozent besser gewesen“, erinnerte Reinhardt an die Verantwortung des Landes für die Gesundheitsversorgung seiner Bürger vor Ort.

Als Vertreter der Landesregierung nahm Prof. Dr. Wolf-Dietrich Hammann, Ministerialdirektor im Sozialministerium, diesen Hinweis zur Kenntnis und wünschte eine schnelle und termingerechte Fertigstellung des Neubaus. „Wir brauchen sowohl spezialisierte Krankenhäuser als auch ortsnahe Lösungen“, so Hammann. Der Neubau ermögliche kurze Wege und Abläufe, sei am Puls der Zeit.

Als ausführender Architekt wagte Prof. Dipl.-Ing. Linus Hofrichter von der Sander Hofrichter Architekten GmbH einen Blick voraus auf das Heidenheimer Klinikum der Zukunft. Dieses werde von hinten nach vorne modernisiert, der Patient könne künftig entlang einer Magistrale die für ihn benötigten Bereiche erreichen. „Wenn man zum Beispiel vom Haupteingang aus zur Notaufnahme will, kommt einem das noch weit vor. Das wird künftig nicht mehr so sein“, so Hofrichter. In Heidenheim gebe es Perspektiven und Möglichkeiten für ein zukunftsfähiges Krankenhaus.

Zweite Etappe in Sachen Großprojekt Klinikmodernisierung

Mit der gestern erfolgten Grundsteinlegung ist ein weiterer Schritt getan zur Modernisierung des Heidenheimer Klinikums.

Nachdem Ende 2012 in der ersten Modernisierungsphase das Bettenhaus C in Betrieb genommen wurde, folgt nun der zweite Bauabschnitt mit dem siebengeschossigen Neubau anstelle des alten Erweiterungsbaus.

Im September 2017 wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen, mittlerweile sind die Bauarbeiten schon so weit gediehen, dass die Ausmaße des 70 Meter langen und 30 Meter breiten künftigen Gebäudes erkennbar sind.

Fertiggestellt sein wird der Neubau voraussichtlich zum Jahreswechsel 2020/21.

Im Anschluss will man den dritten und finalen Bauabschnitt des Modernisierungsprogramms am Klinikum angehen - hin zu einem Gesundheitscampus. Dazu laufen bereits Gespräche zwischen dem Landkreis als Träger und dem Land als Finanzier. most

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel