Heidenheim Klinik-Finanzen: Landräte machen über Grenze hinweg Druck

Über die Gesundheitspolitik sprachen im Landkreis Dillingen die Landräte (von links): Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Leo Schrell (Dillingen a.d.Donau), Thomas Reinhardt (Heidenheim), Stefan Rößle (Donau-Ries), Thorsten Freudenberger (Neu-Ulm) und Hubert Hafner (Günzburg).
Über die Gesundheitspolitik sprachen im Landkreis Dillingen die Landräte (von links): Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis), Leo Schrell (Dillingen a.d.Donau), Thomas Reinhardt (Heidenheim), Stefan Rößle (Donau-Ries), Thorsten Freudenberger (Neu-Ulm) und Hubert Hafner (Günzburg). © Foto: privat
Heidenheim / pm 15.07.2018
Landräte im bayerisch-württembergischen Grenzgebiet drängen gemeinsam auf nachhaltige Finanzierung der Kliniken und bestehen auf Notfallversorgung.

Die Landräte im württembergisch-bayerischen Grenzgebiet sind entschlossen, mit mehr Nachdruck eine solide Grundfinanzierung der Kliniken in kommunaler Trägerschaft einzufordern. Beim turnusgemäßen Arbeitstreffen im Landkreis Dillingen vereinbarten die Landräte Leo Schrell (Dillingen), Stefan Rößle (Donau-Ries), Hubert Hafner (Günzburg), Thorsten Freudenberger (Neu-Ulm), Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Thomas Reinhardt (Heidenheim), die nachhaltige Finanzierung kommunal geführter Krankenhäuser insbesondere gegenüber der Bundesregierung, aber auch der Bayerischen Staatsregierung und der baden-württembergischen Landesregierung, noch stärker als bisher einzuklagen.

Dabei unterstützen die Landräte das von beiden Landesregierungen stets propagierte Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Freistaat Bayern und im gesamten Land Baden-Württemberg zu schaffen. „Dafür ist eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung eine Grundvoraussetzung“, betonte Landrat Leo Schrell.

In diesem Zusammenhang wandten sich die Landräte massiv gegen die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) über die Definition von Qualitätskriterien angestrebte Neuordnung der Notfallversorgung an Kliniken.

„Unsere Krankenhäuser müssen mit ihrer hohen qualitativen ärztlichen und pflegerischen Expertise in kommunaler Trägerschaft erhalten bleiben und dazu auch über die Möglichkeit einer Notfallversorgung verfügen“, unterstreichen die sechs Landräte ihre Forderung unisono. Vor allem fordern sie, dass die im Bund politisch Verantwortlichen die bedarfsgerechte Versorgung in den ländlichen Regionen stärker in den Blick nehmen und dabei nicht ausschließlich dem G-BA das Feld überlassen. Aus diesem Grund wollen Schrell, Rößle, Hafner, Freudenberger, Scheffold und Reinhardt zu ihrem nächsten Treffen ausgewiesene Gesundheitspolitiker auf Bundesebene einladen, um Diskussion nochmals auf die Sorgen und Nöte der Landkreise insbesondere in Bezug auf strukturelle Probleme bei der Krankenhausfinanzierung aufmerksam zu machen. Junge Menschen und Familien vertrauen bei ihrer Lebensplanung auf ein attraktives persönliches Lebensumfeld. „Dabei spielt eine gute medizinische Grundversorgung einschließlich einer funktierenden Geburtshilfeabteilung in den Landkreiskliniken neben zeitgemäßen Bildungsangeboten eine große Rolle“, sagt Landrat Stefan Rößle.

Vorsorge gegen Schweinepest

Ein weiteres Thema des Treffens war die Afrikanische Schweinepest. Dafür haben die Landeratsämter in beiden Bundesländern entsprechend ministerieller Vorgaben Vorsorgemaßnahmen getroffen. Landrat Heiner Scheffold, selbst passionierter Jäger, betonte an die Adresse der Jäger und Jagdpächter gewandt, dass die Schwarzwildpopulation nur dann effektiv vermindert werden kann, wenn die Bereitschaft zu revierübergreifenden Drückjagden vorhanden sei.

Ungeachtet dessen waren sich die Landräte in der Einschätzung einig, dass man die Augen nicht vor den Tatsachen verschließen dürfe. So könne über kurz oder lang eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest insbesondere über unachtsam weggeworfene Lebensmittel nicht ausgeschlossen werden.

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