Heidenheim So wird der Neubau der Dualen Hochschule aussehen

Der Gewinner-Entwurf des Architektenwettbewerbs für den DH-Neubau erinnert zwar an den schwarzen Würfel, grenzt sich jedoch auf von diesem ab.
Der Gewinner-Entwurf des Architektenwettbewerbs für den DH-Neubau erinnert zwar an den schwarzen Würfel, grenzt sich jedoch auf von diesem ab. © Foto: Nickl & Partner
Heidenheim / Andreas Uitz 12.01.2019
Die Erweiterung der Dualen Hochschule, die auf dem südlichen WCM-Areal entstehen soll, besteht aus zwei Gebäuden, die optisch an den großen Würfel angelehnt sind.

Viele Monate lang gab es Überlegungen und Spekulationen, wie eine Erweiterung der Dualen Hochschule aussehen könnte. Nachdem schon 2008 feststand, dass dringender Bedarf nach einen Neubau besteht, war zunächst die Rede davon, einen zweiten großen Würfel auf dem ehemaligen südlichen WCM-Areal zu errichten, das derzeit noch als Parkplatz genutzt wird. Doch Anfang vergangenen Jahres verabschiedeten sich die Verantwortlichen von diesen Überlegungen. Mehrere kleine Gebäude, so die neue Überzeugung, würden mehr Sinn machen. Vor allen Dingen weil die Stadt schon seit geraumer Zeit plant, auf diesem Areal auch einen Campus zu errichten.

Gewinner kommt aus München

Jetzt wurde das Ergebnis eine Architektenwettbewerbs veröffentlicht. Gewonnen hat ihn das Münchner Büro Nickl & Partner Architekten AG. Der Entwurf sieht ein Gebäude mit zwei separaten Baukörpern vor, das dem bereits bestehenden Würfel nicht unähnlich ist – aber doch erheblich kleiner. Wie der Leiter des zuständigen Amts für Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd, Claus Schüßler, erklärt, ist vorgesehen, im größeren der beiden Baukörper, der fünf Stockwerke hoch ist, den Hochschulbetrieb anzusiedeln. Im etwas kleineren, dreistöckigen, soll der Forschungsbetrieb untergebracht werden, aber auch die Zukunftsakademie der Stadt Heidenheim. Insgesamt werden die beiden Gebäude eine Nutzfläche von 4460 Quadratmetern haben – etwas halb so viel wie der Würfel. Die Baukörper sind miteinander verbunden, wirken jedoch auf den ersten Blick wie zwei separate Gebäude. Um Synergieeffekte nutzen zu können, sind die Baukörper unter anderem über ein gemeinsames Foyer verbunden.

Logisch und gut durchdacht

Noch steht Schüßler zufolge nicht genau fest, wie die Gebäude aussehen und genutzt werden. „Das Ergebnis des Wettbewerbs ist Teil der Vorplanung, das muss alles noch mehrfach überarbeitet und dann mit den Nutzern koordiniert und abgesprochen werden“, betont der Amtsleiter. Grundsätzlich jedoch verrät der Entwurf schon, wie der Neubau aussehen wird. Die jetzige Planung, die den Wettbewerb gewonnen hat, ist für ihn „logisch und gut durchdacht. Sie wird den Ansprüchen gerecht.“ Aus diesem Grund fiel die Entscheidung der Jury, in der Vertreter der DH Heidenheim, der Stadt, der Finanzministeriums und des Amts für Vermögen und Bau saßen, auch einstimmig. „Alle Bewerber haben hoch qualifizierte und sehr unterschiedliche Entwürfe geliefert“, betont Schüßler. Die Entscheidung sei dem Gremium nicht leicht gefallen.

Das Gewinnerbüro Nickl & Partner ist sehr renommiert und hat auch schon zahlreiche Erfahrungen im Hochschulbau. „Das war einer der Aspekte, die uns wichtig waren“, erklärt Prof. Dr. Andreas Mahr, Prorektor der Dualen Hochschule und zuständig für den Bereich Bauen. Er ist begeistert von dem Entwurf. Das betrifft sowohl die Optik als auch die Funktionalität. Der Bereich in dem Forschung und Zukunftsakademie untergebracht werden sollen, besteche dadurch, dass er zwar in einem Gebäude sei, es aber doch beruhigte Bereiche gibt. „Das ist wichtig, da die Zielgruppen ja einen erheblichen Altersunterschied haben.“ Der Entwurf beinhalte sehr viele versteckte Qualitäten, die auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich seien, so Mahr. Die Optik besteche dadurch, dass der Neubau der DH zwar klar zuordenbar, jedoch kein Zwilling sei: „Wir sind begeistert“.

DH-Prorektor ist begeistert

Auch die Flächenaufteilung hat es dem Prorektor angetan. „Das entspricht den von uns definierten Bedürfnissen“, sagt Mahr. Als besonders positiv bezeichnet er die Tatsache, dass die Duale Hochschule bei der Aufteilung der Räume mit eingebunden wird. Beim ersten Neubau haben wir ein fertiges Gebäude erhalten, jetzt haben wir die Möglichkeit, mit zu gestalten.“ Die Planungen für einen angrenzenden Campus begrüßt er sehr, und wenn das Brenzufer dann noch frei zugänglich und schön gestaltet wird, „haben wir ein traumhaftes Umfeld“.

Rings um den DH-Neubau (rot) soll ein Campus mit zahlreichen Gebäuden entstehen.
Rings um den DH-Neubau (rot) soll ein Campus mit zahlreichen Gebäuden entstehen. © Foto: Nickl & Partner

Oberbürgermeister Bernhard Ilg, der sich seit Jahren massiv für einen Erweiterungsbau einsetzt, ist ebenso überzeugt von der Planung: „Die Einbindung in den Raum ist bei diesem Entwurf sehr gut gelungen.“ Der Stadt gehe es nicht nur um den schnellstmöglichen Bau, sondern natürlich auch um die städtebauliche Gestaltung. „Die Architektur und die Ausstrahlung passen zum bestehenden DH-Bau, der Neubau ist prägend aber nicht so dominant. Für die städtebauliche Entwicklung ist der Entwurf ein großer Gewinn“, so Ilg. Auch ihn hat das Raumkonzept überzeugt, da es sinnvoll und flexibel sei. Vor allen Dingen lasse es Raum für eventuelle Veränderungen und Erweiterungen.

Rund 400 Parkplätze

Entlang der Kanalstraße ist ein Riegel aus Gebäuden geplant, in dem forschungs- und hochschulnahe Einrichtungen Raum finden sollen, so dass ein Campus entsteht. Ilg zufolge gibt es einen interessierten Investor, der seine Vorstellungen dem Gemeinderat bereits vorgestellt hat. Neben Büros und Labors ist geplant, in dem Riegel rund 400 Parkplätze unterzubringen. Die Gebäudefront soll auch als Lärmschutz dienen und eine optische Abgrenzung des Campus hin zur Bundesstraße schaffen.

Derzeit alles im Zeitplan

In den nächsten Monaten wird die Überarbeitung der Planungen in Absprache mit den Beteiligten erfolgen. Schon zu Beginn des kommenden Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Mit einer Fertigstellung wird fürs Jahr 2023 gerechnet.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro, die eigentlich das Land zahlen müsste. Um den Neubau zu beschleunigen, beteiligt sich die Heidenheimer Wirtschaft und die Stadt mit 20 Millionen Euro, allein zwölf Millionen kommen von Voith.

Erfahren im Bau von Hochschulen

Der Münchner Architekturbüro Nickl & Partner, das den Planungswettbewerb gewonnen hat, hat bereits Erfahrungen im Bau von Hochschulen und anderer großer öffentlicher Gebäude. Das Büro plante schon Gebäude für Hochschulen in Hamburg, Konstanz, Düsseldorf und anderen deutschen Städten.

Der zuständige Projektleiter Arndt Sänger erklärt, dass man beim Entwurf für den DH-Neubau Wert darauf gelegt habe, den Bau als kleine Geschwister und nicht als Klon des bestehenden Würfels wirken zu lassen. Wichtig sei auch gewesen, ausreichend Freiräume zu schaffen, die zum öffentlichen Raum und zur Straße abgrenzen.

Die funktionalen Herausforderungen stünden im Einklang mit städtebaulichen Aspekten, so dass spätere Erweiterungen möglich seien, so Sänger.

Anders als beim Bau des Würfels wird der Entwurf den Raumbedürfnissen der Hochschule gerecht. Schon als 2008 der erste Spatenstich für den Neubau gesetzt wurde, war klar, dass die Flächen nicht ausreichen würden, um die Duale Hochschule, damals noch Berufsakademie genannt, an einem Standort zu vereinigen. Gebaut wurde der Würfel trotzdem.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel