Heidenheim Kita-Plätze: Kirchengemeinde wehrt sich gegen Kritik

Heidenheim / HZ 20.06.2018
Schnaitheimer wollen Aussagen zu Kita-Finanzierung von Stadträten nicht stehen lassen.

Deutlich kontra gibt die Spitze der evangelischen Kirchengemeinde Schnaitheim angesichts von Kritik aus dem Gemeinderat. In einer Beratung über den Bedarf an Kita-Plätzen hatten Stadträte die Kirchen kritisiert, weil diese sich zu sehr zurückzögen („Auf die Schnelle mehr Plätze“, HZ vom 09. Juni).

„Mit Bestürzung“ reagieren Armin Leibold, geschäftsführender Pfarrer, und Brigitte Bosch-Klement als Laienvorsitzende: „Offensichtlich besteht die Meinung bei den Stadträtinnen und Stadträten, dass mit der Finanzierung der Kindergartengruppen die kirchlichen Einrichtungen profitieren“, heißt es in einem Statement: „Frau Skwara prangert die Kirchengemeinden an, sich aus ihrem ureigenem Metier zurückzuziehen und sich zudem mehr oder weniger auf Kosten der Stadt zu bereichern.“

Diese Aussage habe jedoch „absolut nichts mit der Realität zu tun – zumindest bei der Evangelischen Kirchengemeinde Schnaitheim“. Tatsächlich unterhalte die Kirchengemeinde seit Jahrzehnten fünf Kindergartengruppen und gebe zusätzlich zum städtischen Zuschuss für die Kinderbetreuung jährlich rund 40 000 Euro aus eigenen Mittel aus.

Kein Einfluss auf Platzvergabe

„Bezogen auf die üblicherweise von Kirchengemeinden dieser Größe zur Verfügung gestellten Kindergartenplätze ist das schon jetzt eine Gruppe mehr“, argumentiert die Gemeinde. Nun sollten in den nächsten beiden Jahren 2,5 Kindergartengruppen dazukommen. „Nicht weil unsere Kirchengemeinde das will, sondern weil in der Stadt Heidenheim dringend benötigte Kindergartenplätze fehlen“, so die Gemeinde, die auch noch andere Zustände bemerkt: „Wir finanzieren unsere Kindergartengruppen über die zugewiesene Kirchensteuer und über Spenden, wobei uns die Stadt Heidenheim die Aufnahmekriterien der Kinder vorgibt. Wir haben keinen Einfluss auf die Vergabe der Kindergartenplätze in unserer Trägerschaft.“

Wenn die Stadt nun bei der neuen Kindergartengruppe im Wichernhaus sowie der geplanten neuen Kleinkindgruppe die Personalkosten für die pädagogischen Fachkräfte und die Umbaukosten übernehme, seien damit jedoch nicht alle Kosten von Seiten der Stadt getragen. „Ein Teil der Betriebskosten sind vertragsgemäß von unserer Kirchengemeinde zu tragen“, heißt es – zudem stelle die Gemeinde Grundstücke und Gebäude kostenlos zur Verfügung und erbringe einen nicht unerheblicher Anteil an Verwaltungsaufwendungen für die Betreuung der Kindergartenverwaltung.

„Es ist eindeutig festzuhalten, dass durch unser Engagement, wie es auch Herr Oberbürgermeister Ilg in diesem Bericht deutlich machte, die Stadt Heidenheim Kosten spart und vor allen Dingen innerhalb von sechs Monaten in der Lage ist, 25 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze anzubieten“, so die Kirchengemeinde. Angesichts der Rechtslage und der Leistungen der Kirchengemeinde seien die Aussagen von Stadträtin Sabine Skwara „unpassend und offensichtlich ohne sachliche Kenntnisse“. Gerne lade die Gemeinde jedes interessierte Mitglied des Gemeinderats ein, sich vor Ort über die Lage zu informieren.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel