Heidenheim Kinderschutzbund: Mehr Geld für Nachhilfe und Hefte

Beim Weltkindertag im Brenzpark wurde viel gebastelt und gespielt.
Beim Weltkindertag im Brenzpark wurde viel gebastelt und gespielt. © Foto: privat
Heidenheim / HZ 20.09.2018
Der Kinderschutzbund in Heidenheim fordert eine bessere Förderung sozial benachteiligter Kinder.

Im Zusammenhang mit dem Weltkindertag, der heute stattfindet, machte der Kinderschutzbund zusammen mit der Stadt bereits am Sonntag auf die unzureichende Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aufmerksam. Dazu gab es unter dem Titel „Bildungschancen für alle“ mit 25 Vereinen, Kindergärten, Schulen und Organisationen ein Kinder- und Familienfest im Brenzpark.

Um möglichst viele Familie anzusprechen, wurde auf Spiel- und Bastelstände gesetzt. Eltern wurden von Vereinen und Institutionen über deren Angebote, vor allem kostenlose, aufgeklärt. „So hat sich der Kreis wieder geschlossen“, sagt Britta John, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, die sich äußerst zufrieden mit dem Interesse an der Veranstaltung zeigt.

Der Bildungserfolg hänge in Deutschland maßgeblich von der sozialen Herkunft ab. Gegenwärtige Fördermaßnahmen wie das Bildungs- und Teilhabepaket könnten die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen aus Familien, die Sozialleistungen erhalten, nicht ausgleichen. Der wirkliche Bedarf sei mehr als doppelt so hoch. Die Folge: Kinder aus einkommensschwachen Familien können nicht an allen Bereichen der Bildung teilhaben.

Gleiche Bildungschancen

„In unserem Land sollten alle Kinder die gleichen Bildungschancen haben“, fordert John deshalb: „Schulmaterialien wie Schulbücher und Übungshefte sollten Kindern und Jugendlichen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Hundert Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket reichen hierfür einfach nicht aus.“ Hinzu kommt:Allein der Gang zum Jobcenter, um einen Antrag zu stellen, sei für viele Eltern eine Hürde.

Außerdem läge es im Ermessen des Jobcenters, welche Maßnahmen bewilligt werden. Nachhilfestunden etwa werden erst bewilligt, wenn ein Kind versetzungsgefährdet ist, da sei es bereits zu spät heißt es vom Kinderschutzbund. Nur mit besserer Unterstützung und einem veränderten Bewusstsein könne man alle Kinder mitnehmen und Chancengleichheit herstellen, so der Kinderschutzbund.

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