Heidenheim Kinderbetreuung: auf die Schnelle mehr Plätze

Der Kindergarten St. Christophorus auf dem Mergelstetter Erbisberg erhält ab Herbst eine neue Kindergartengruppe.
Der Kindergarten St. Christophorus auf dem Mergelstetter Erbisberg erhält ab Herbst eine neue Kindergartengruppe. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Von Karin Fuchs 13.06.2018
Aufgrund der hohen Nachfrage werden nach den Sommerferien zwei zusätzliche Kindergartengruppen in Mergelstetten und Schnaitheim eröffnet.

In Sachen Kinderbetreuung drängt die Zeit. Wegen gestiegener Kinderzahlen wird es in den Kindergärten so eng, dass neue Gruppen her müssen. Eine der Sofortmaßnahmen hat der zuständige Gemeinderatsausschuss im Vorgriff auf den neuen Kinderbedarfspaln 2018/2019 genehmigt. Vor allem in Mergelstetten und in Schnaitheim gibt es vonseiten der Eltern eine hohe Nachfrage Deshalb werden ab dem neuen Kindergartenjahr dort zwei zusätzliche Gruppen eingerichtet in Zusammenarbeit mit den Kirchen.

Eine Kleinkindergruppe mit verlängerter Öffnungszeit für zwölf Kinder entsteht im katholischen Kindergarten St. Christophorus auf dem Erbisberg, wo im Obergeschoss im Familienzentrum ein Raum ungenutzt ist. Die Stadt übernimmt die Umbaukosten von 15 000 Euro und die laufenden Betriebskosten von 60 000 Euro im Jahr.

Längere Zeiten gewünscht?

Die zweite Gruppe für 25 Kinder ab drei Jahren wird im evangelischen Gemeindezentrum Wichernhaus an der Schnaitheimer Mühlstraße eingerichtet (siehe Bild unten). Dort war der benachbarte Kindergarten früher schon einmal untergebracht. Auch hier müssen für rund 15 000 Euro Podeste im Sanitärbereich gebaut und Inventar angeschafft werden. Das bezahlt die Stadt ebenso wie die laufenden Kosten von 100 000 Euro. Laut Sabine Bodenmüller (SPD) gibt es vonseiten der Eltern den Wunsch nach verlängerten Öffnungszeiten bis 16 Uhr. Matthias Heisler von der Stadtverwaltung sagte zu, dies zu prüfen. Oberbürgermeister Bernhard Ilg gab zu Bedenken, dass besondere Betreuungsformen immer auch eine zusätzliche Herausforderung bedeuteten.

Kritische Worte kamen aus dem Gremien diesbezüglich, dass die Stadt allein die Kosten schultert, obwohl die Kindergärten kirchlich sind. „Es tut mir leid, dass die Kirchen sich aus ihrem ureigenen Metier herausziehen“, sagte Sabine Skwara (CDU). „Müssen wir als Stadt zu 100 Prozent einsteigen, auch wenn es nicht unsere Einrichtungen sind?“

Oberbürgermeister Ilg nahm die Kirchen diesbezüglich in Schutz und verwies, dass die örtlichen Kirchen von den oberen Ebenen dafür kein zusätzliches Geld erhielten. Vielmehr sei es eine „schöne Geste“, dass die Kirchen ihre leeren Räume und die Zusammenarbeit angeboten hätten. „Die Kindergärten sind zwar den Kirchen unterstellt, aber wir haben gar keine andere Möglichkeit als zuzustimmen“, sagte Elisabeth Kömm-Häfner (Grüne).

In Schnaitheim ist für das nächste Jahr eine weitere Gruppe geplant, dann soll das Wichernhaus und der Kindergarten einen Zwischenbau erhalten. Der neue Kindergartenbedarfsplan mit allen weiteren Neuerungen soll vor den Sommerferien vorgestellt und beschlossen werden.

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