Kinderhaus Kinder mit Migrationshintergrund sind eine große Aufgabe

Heidenheim / Andreas Uitz 17.05.2018
Die neue Einrichtung in der Albert-Schweitzer-Straße wurde in Rekordzeit fertiggestellt. Ein Großteil der Kinder hat Migrationshintergrund, was für die Erzieherinnen eine große Aufgabe darstellt.

Erst sieben Monate ist es her, dass der erste Spatenstich für den Neubau des Kinderhauses Albert-Schweitzer-Straße gesetzt wurde – und schon seit einem Monat ist die Einrichtung auf dem Galgenberg in Betrieb. Noch also ist für die Kinder und auch die Erzieherinnen vieles neu in den neuen Räumlichkeiten, doch das war ihnen bei der offiziellen Eröffnung am Dienstag nicht anzumerken.

Umrahmt wurde die kleine Feier in den neuen hellen Räumen von Darbietungen der Kinder, denen die Freude über den Neubau sichtlich anzumerken war. „Der Neubau war nicht nur notwendig, weil das alte Gebäude nicht mehr zeitgemäß war, sondern auch, weil der Bedarf an Plätzen für die Kinderbetreuung immer weiter steigt“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Deshalb wurde im neuen Kindergarten auf dem Galgenberg auch gleich mit einer zusätzlichen Gruppe geplant. Doch auch den veränderten Rahmenbedingungen und Wünschen der Eltern wird die Einrichtung mit erweiterten Öffnungszeiten in unterschiedlichen Modellen gerecht.

Millionen für die Betreuung

350 zusätzliche Betreuungsplätze wird die Stadt in den kommenden drei Jahren schaffen und dafür Ilg zufolge rund 15Millionen Euro ausgeben. Doch nicht nur die baulichen Investitionen gehen ins Geld: „In den vergangenen acht Jahren sind die Ausgaben für den laufenden Betrieb in der Betreuung von fünf auf zehn Millionen Euro jährlich angestiegen“, so Ilg. Eine möglichst gute Vereinbarung von Familie und Beruf zu schaffen, stehe auf der Agenda ganz oben.

Ilg ging auch auf die Veränderungen bei der Kinderbetreuung ein. Die heutigen Räumlichkeiten seien mit denen früherer Kindergärten nicht mehr vergleichbar. Doch nicht nur von den Planern, sondern auch von der Erzieherinnen werde heute erheblich mehr gefordert. „Bei 90 Prozent der Kinder im neuen Kinderhaus haben die Eltern eine ausländische Herkunft, bei 70Prozent wird zu Hause nicht deutsch gesprochen“, sagte der OB. Diesen Herausforderungen zu begegnen, den Kindern die Sprache beizubringen und damit den Grundstein für Integration zu legen, sei eine große Aufgabe. Deshalb gebe es in der Einrichtung zwei zusätzliche Sprachpädagoginnen.

2,7Millionen Euro hat der Neubau des Kinderhauses gekostet, der direkt neben dem bisherigen Kindergarten entstanden ist. Der soll noch im Frühjahr abgerissen werden, sodass an seiner Stelle der Außenbereich des Kinderhauses gestaltet werden kann. Die Leiterin der Einrichtung, Heike Schneider, lobte, dass die Verantwortlichen im Rathaus auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und der Erzieherinnen eingegangen seien.

Neue bauliche Konzepte

Stefan Bubeck, Leiter des Geschäftsbereichs Hochbau bei der Stadtverwaltung, erläuterte die planerischen und baulichen Anforderungen an moderne Betreuungseinrichtungen. „Früher gab es Gruppenräume und Toiletten, vielleicht noch ein Büro. Heute ist alles auf die pädagogischen Konzepte zugeschnitten, gibt es Differenzierungsbereiche und Schlafräume, Küchen und Essensräume.“ Über all das verfüge auch das neue Kinderhaus auf dem Galgenberg. Dank der Modulbauweise habe man den Neubau sehr schnell errichten können. Weil dieses Modell so erfolgreich war, ist vorgesehen, genau das gleiche Gebäude im Bereich der Gemeinschaftsschule im Brenzpark zu errichten.

Mehr Plätze für mehr Kinder

Das neue Kinderhaus ist für vier Gruppen ausgelegt, in denen insgesamt bis zu 70 Kinder betreut werden können. 15 Plätze sind für Kinder unter drei Jahren vorgesehen, 55 Plätze für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt.

Derzeit sind nur drei Gruppen in der Albert-Schweitzer-Straße untergebracht, die vierte wird demnächst eingerichtet. Die Einrichtung bietet erweiterte Öffnungszeiten und Ganztagesbetreuung.

1,4 Millionen Euro hat die Stadt an Fördermitteln von Bund und Land für den Neubau des Kinderhauses erhalten. Die Gesamtkosten des Neubaus beliefen sich auf 2,7 Millionen Euro und blieben im geplanten Rahmen.

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