Heidenheim CDU-CSU-Streit: Kiesewetter berichtet auf Twitter von Drohungen

Roderich Kiesewetter
Roderich Kiesewetter © Foto: Archiv
Heidenheim / Karin Fuchs 25.06.2018
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter verbreitet via Twitter-Botschaft, wie er von Fraktionskollegen unter Druck gesetzt wird.

Roderich Kiesewetter steht im Streit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer voll hinter Merkel und ihrer Linie. Das hat er bereits früher mehrfach kommuniziert und auch offen Horst Seehofer kritisiert.

Doch damit eckt er wohl sogar in den eigenen CDU-Reihen an. Denn Kiesewetter berichtet von Drohungen gegen ihn. Am Samstag machte er dies mit Hilfe des Kurznachrichtendienstes Twitter öffentlich. Namen nennt er nicht. Vor dem WM-Spiel Deutschland gegen Schweden hätten ihn zwei CDU-Kollegen angesprochen und offen gesagt:

Kiesewetter tritt im Wahlkreis Aalen-Heidenheim an, also in Baden-Württemberg, wo die in Bayern ansässige CSU nicht vertreten ist. Die von Kiesewetter beschriebene Drohung könnte so ausgelegt werden, dass die CSU es ernst meint mit ihrer Ankündigung, in ganz Deutschland anzutreten.

Kiesewetter schweigt dazu

Der Tweet hat für großes Aufsehen gesorgt. Nicht nur viele überregionale Medien zitieren den Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss, sondern der Tweet wurde auch überdurchschnittlich oft geteilt und kommentiert. Mehr als 1100 andere Twitter-Nutzer haben Kiesewetters Nachricht geteilt.

Bei seinen Nachrichten bewegt sich dieser Wert meist im zweistelligen Bereich. Selbst kommentieren will Kiesewetter seine Nachricht nicht weiter. Das lässt er über sein Berliner Büro ausrichten.

Verärgert über den Asylstreit zeigt sich auch Grünen-Bundestagsabgeordnete Margit Stumpp. „Die Debatte stellt gerade alles andere in den Schatten“, kritisiert sie und bemängelt, dass viele wichtige Themen wie zum Beispiel Infrastruktur oder Bildung auf der Strecke blieben. „Ich glaube, das wird der CSU bei den Wahlen auf die Füße fallen.“

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