Heidenheim / Florian Schuhmacher Ein Leserbrief zu den Gebühren auf den Heidenheimer Friedhöfen

Meine Schwiegermutter ist im September 1999 verstorben und auf dem Waldfriedhof begraben. Damals entschied man sich für ein Reihengrab, wohl auch, weil man in der Zeit der Trauer über die Fortführung nach Ablauf der Liegezeit garnicht nachdenkt. Da die Liegezeit dieses Jahr abläuft, haben wir uns erkundigt, ob eine Verlängerung möglich ist.

Jetzt bekamen wir die schockierende Antwort: Zuerst einmal müssten wir 760 Euro für die Wandlung von einem Reihengrab in ein Wahlgrab bezahlen. Und man denke nicht, dass für diesen Preis das Grab physisch in irgendeiner Weise geändert wird. Nein, es wird einfach im System geändert. Für so eine Leistung, die mit Computern in kürzester Zeit erledigt sein dürfte, 760 Euro zu verlangen, ist eine Frechheit. Dann würden für jedes Jahr, das verlängert werden soll, 138 Euro anfallen. Meine Großmutter ist im fränkischen Forchheim begraben, hier berechnet die Stadt für die Verlängerung sage und schreibe 40 Euro im Jahr.

Ich finde, es ist nicht nur eine Schande, wie Hinterbliebenen hier Geld aus der Tasche gezogen wird, sondern in Zeiten, wo Bestattungen in kleinen Urnengräbern, platzsparenden Urnenfeldern, Kolumbarien oder Ruhewäldern immer mehr zunehmen und die meisten Friedhöfe in Deutschland viel zu groß sind und brach liegen, sollte die Stadt ihre Gebührenordnung überdenken, denn diese ist wirklich kein Anreiz für eine Grabverlängerung. Und wäre es für die Friedhofsverwaltung nicht besser, mehrere Leute verlängern zu kleinen Summen, als dass kaum jemand verlängert wegen der abschreckenden Gebühren?

Florian Schuhmacher, Heidenheim