Heidenheim Kein Geld und kein Druck: Hansegispass liegt vorerst auf Eis

Blick vom Osterholz Richtung Römerstraße: auf der Freifläche links soll das neue Baugebiet entstehen. Ob die Erschließungsstraße auch gleichzeitig der Beginn einer neuen Verbindungsstraße wird, diese Frage ist noch nicht beantwortet.
Blick vom Osterholz Richtung Römerstraße: auf der Freifläche links soll das neue Baugebiet entstehen. Ob die Erschließungsstraße auch gleichzeitig der Beginn einer neuen Verbindungsstraße wird, diese Frage ist noch nicht beantwortet. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Karin Fuchs 05.11.2018
Der Bau einer neuen Verkehrsverbindung zwischen Römerstraße und Giengener Straße rückt in die Ferne. Erst in Frühjahr geht es weiter.

Der mögliche Bau einer neuen Verbindungsstraße im Osten Heidenheims durch das Waldgebiet an der Hansegisreute gehört seit einem Jahr zu den Aufregern in der Stadt. Ein Teil der Bevölkerung stellte sich quer gegen den Querpass, von es bislang noch keine Pläne, sondern nur die Idee gibt.

„Wehret den Anfängen, bevor es zu spät ist“, so das Credo der Gegner, die sich in der Bürgerinitiative „Hansegispass -Nein Danke“ formieren. Neben einer Unterschriftensammlung mit derzeit fast 1500 Namen aus Heidenheim gehen die Gegner regelmäßig mit Argumenten an die Öffentlichkeit.

Zuletzt holten sie sich Unterstützung vonseiten des Landesnaturschutzverbandes, der negative Auswirkungen auf die Bewohner sowie auf die Biotope und Artenvielfalt befürchtet. Argumente, die die Bürgerinitiative ebenso schon formuliert hat.

Externer Streitschlichter

Wegen der anhaltenden Diskussionen hatte die Stadtverwaltung schon im Frühjahr einen externen Streitschlichter ins Spiel gemacht: ein darauf spezialisiertes Büro, das den Dialog mit den Bürgern moderieren sollte online sowie auch bei Gesprächen. Startschuss war für Herbst angekündigt. Doch wird daraus nichts.

Und das hat zwei Gründe, wie Oberbürgermeister Bernhard Ilg erläutert. Zum einen konnte die betreuende Firma nicht so einsteigen wie gewünscht. Doch viel wesentlich ist: „Wir haben weder Druck noch einen Finanzierungsplan.“ Zudem versichert der OB: „Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt noch nirgends einen Ansatz, dass gebaut wird.“ Dementsprechend ist im Haushaltsplan 2019 auch noch keine Planungsrate für den Hansegispass vorgesehen.

Straße ist bislang nicht mehr als eine Bleistiftlinie

Einzig wegen des geplanten Baugebiets hinterm Kleinen Bühl müsse man die mögliche Verbindungsstraße mit im Hinterkopf behalten. „Aber mehr als eine Bleistiftlinie gibt es bei uns nicht“, versichert der Oberbürgermeister.“ Alles andere sei der Stand aus dem Jahr 2017, als der Gemeinderat der Stadtverwaltung den Planungsauftrag erteilt hatte.

Ganz ad acta gelegt wurde die Idee dennoch nicht. Im Frühjahr, nach den Kommunal- und Europawahlen Ende Mai soll mit Hilfe ein neuer Anlauf für einen moderierten Dialog gestartet werden. Der OB versichert: „Wir werden dann gemeinsam alle Argumente dafür und dagegen abwägen.“

Baugebiet hinter dem Kleinen Bühl

Unabhängig vom Hansegispass laufen die Planungen für das neue Baugebiet hinter dem Kleinen Bühl. Dort läuft laut Auskunft von Oberbürgermeister Bernhard Ilg momentan eine artenschutzrechtliche Prüfung, das Ergebnis werde für Anfang 2019 erwartet.

Wann das neue Baugebiet zur Verfügung steht, darauf will sich der OB im Blick auf die Unwägbarkeiten im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens nicht festlegen lassen. Doch läuft alles nach Plan, könnte das Baugebiet im Jahr 2020 erschlossen werden. Zur Verfügung stehen rund 40 Bauplätze.

Eine Warteliste für spezielle Bauplätze gibt es übrigens nicht, auch nicht für hinter dem kleinen Bühl. Insgesamt liegt die Zahl der Interessenten für Bauplätze in Heidenheim gebietsunabhängig bei rund 300.

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