Heidenheim Kein Extra-Bus für Grundschulförderkinder?

Heidenheim / Silja Kummer 02.02.2019
Förderklassen-Lehrerin Sabine Bodenmüller beklagt, dass Eltern ihrer Schüler Fahrtkosten nicht erstattet werden.

Manche Kinder sind einfach noch nicht so weit: Zwar sollten sie altersmäßig eingeschult werden, aber ihre Entwicklung lässt dies nicht zu. Für sie gibt es Grundschulförderklassen, in denen sie auf die Einschulung im kommenden Schuljahr vorbereitet werden. Dafür müssen die Kinder aber an die Bergschule, egal, wo im Stadtgebiet sie wohnen.

Den Schulweg sieht Sabine Bodenmüller, die die Grundschulförderklasse leitet, für manche Kinder als Problem: „Bis vor drei Jahren wurden alle Kinder, die weiter von der Schule weg wohnen, mit einem Kleinbus direkt zur Schule gebracht“, berichtet sie. Das Landratsamt übernahm die Kosten bis auf einen Eigenanteil der Eltern. Heute würden nur Kinder mit einem solchen Schülerfahrzeug mitgenommen, die weiter als drei Kilometer von der Schule entfernt wohnen. „Es gibt Kinder, deren Eltern können es nicht leisten, den zweieinhalb Kilometer langen Schulweg zum Beispiel von den Reutenen zu bewältigen“, sagt Bodenmüller – etwa, weil sie kein Auto haben oder Geschwisterkinder in eine andere Schule begleitet werden müssen.

Soziale Gründe gelten nicht

Das Landratsamt, das für die Schülerbeförderung zuständig ist, verweist auf die Satzung, gemäß derer die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel erstattet werden. Besondere Schülerfahrzeuge wie Kleinbusse oder Taxis werden nur bezahlt, wenn der Schulweg länger als drei Kilometer ist oder das Kind aus gesundheitlichen Gründen den Weg nicht bewältigen kann. Pädagogische oder soziale Gründe sowie die Gewährleistung der Einhaltung der Schulpflicht hingegen würden nicht gelten. Diese Satzung gelte schon seit den 1980er-Jahren, es habe sich laut Landratsamt seither nichts geändert.

Sabine Bodenmüller mag der Argumentation nicht folgen: „Der öffentliche Nahverkehr ist doch keine Alternative für ein sechsjähriges Kind“, sagt sie. Und dass die Kinder in einen anderen Schulbezirk müssen, sei ja in deren Förderbedarf begründet. Im Landratsamt sieht man das anders: Ziel sei es, auch Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf „möglichst frühzeitig zur Nutzung und Teilhabe an öffentlichen Verkehrsmitteln zu befähigen.“ Zur Unterstützung bietet man an, dass ein Elternteil das Kind bis zu zehn Schultage lang begleiten könne.

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