Schnaitheim / Karin Fuchs  Uhr
In Schnaitheim wurde jetzt eine neue Videokamera an den Gleisen installiert. Die Bilder von dort werden an den Fahrdienstleiter übermittelt.

Kontrolliert die Bahn den Bahnübergang in Schnaitheim per Videoüberwachung? Ja, und das nicht erst, seit die Kamera ins Auge sticht, die auf einem Masten installiert wurde. Die Linse ist auf den Bahnübergang an der Heidenheimer Straße gerichtet, der in der Vergangenheit immer wieder mit Störungen aufgefallen ist.

Diese Kamera ist zwar neu, aber neu ist die Überwachung nicht: Laut einem Bahnsprecher in Stuttgart befindet sich an dieser Stelle bereits seit 30 Jahren eine Kamera. Sie sei jetzt durch ein neues Modell ersetzt worden.

Warum die Videoüberwachung? Die Kamera diene der Gefahrenüberwachung des Bahnübergangs, so der Bahnsprecher. Daten werden nicht gespeichert: Es handle sich um ein Live-Überwachungsinstrument ohne Aufzeichnungsfunktion. Gesendet werden die Bilder an den Fahrdienstleiter, der den Bahnübergang insbesondere bei geschlossener Schranke überwache. „Sollten sich unbefugte Personen oder Fahrzeuge bei geschlossener Schranke im Gefahrenbereich befinden, kann der Fahrdienstleiter sofort eingreifen.“

Zwischen Aalen und Heidenheim ist die Videokamera in Schnaitheim übrigens nicht die einzige. Auch die anderen beiden Bahnübergänge mit Vollschranken sind mit Kameras ausgestattet: eine in Königsbronn, die andere in Aalen.

Pannen in der Vergangenheit

Wenn die Kamera defekt ist, dann bekommen die Anlieger das übrigens lautstark zu hören. Dann nämlich sind die Lokführer angewiesen, jedes Mal beim Passieren der Schranken zu hupen, selbst wenn die Schranken ordnungsgemäß geschlossen sind und somit wenig Gefahr besteht.

Zu weitaus gefährlicheren Situationen ist an genau an diesem Bahnübergang in den vergangenen drei Jahren einige Male gekommen. Einmal öffnete sich eine Halbschranke nicht mehr, die Ampel zeigte Dauerrot, weshalb der Verkehr per Polizei geregelt werden musste und sich die Autos durch die Halbschranken schlängelten.

In anderen Fällen öffnete die Schranke überhaupt nicht mehr, der Motorschutz hatte ausgelöst. Das passiert laut Bahn dann, wenn sich zum Beispiel jemand auf die geschlossene Schranke setzt und diese so nicht mehr öffnen kann.