Heidenheim Junge Union will Wehrdienst zurück

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Heidenheim / HZ 15.08.2018
Die JU Heidenheim unterstützt auch die Forderung nach einem Zivildienst.

Die JU Heidenheim schließt sich mit der Forderung zur Wiedereinführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres für alle Schulabgänger zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr der Haltung ihres Bundesvorstands an. Der JU-Kreisvorsitzende Laurin Horlacher signalisierte die Unterstützung für ein Jahr, „in welchem junge Menschen erst einmal eine gesellschaftliche Teilhabe, entweder innerhalb der Bundeswehr oder im Rahmen eines Zivildienstes, erfahren können“.

Schon vor zehn Jahren war die JU gegen eine Reform

Schon vor zehn Jahren, während der Reform des verpflichtenden Wehrdienstjahres, habe sich die Junge Union größtenteils gegen dieses Vorhaben ausgesprochen, so Mitglieder-Referentin Jasmin Junginger. Heute sei die Konsequenz daraus zu tragen: eine unterbesetzte Bundeswehr, gravierende Personalmängel in der Pflege und bei Sanitätsdienstleistern. Der Bundesfreiwilligendienst sei ein „kleiner Trost für die Abschaffung einer solch elementaren kollektiven Beteiligung“, sagt Beisitzer Christian Rau.

Neue Kasernen

Um das jetzt in der Diskussion stehende Vorhaben umzusetzen, müssten laut JU politisch viele Weichen gestellt werden. So sei der Abbau von etwa 550 Kasernen angesichts der rund 650 000 pro Jahrgang zu erwartenden jungen Menschen zu kompensieren. Vorstellbar sei, leerstehende Kreiswehrämter zu reaktivieren und zu modernen Kasernen umzugestalten.

„In Zeiten, in welchen die Unverbindlichkeit die Arbeit der Kirchen und Vereine erschwert und der demokratische Staat an Rückhalt verliert, ist das Engagement innerhalb der Bundeswehr und im Sozialwesen unerlässlich, um wieder Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür zu forcieren“, so JU-Pressesprecher Julian Plachtzik.

Auch die Trägerverbände dürfe man nicht aus den Augen verlieren

Zudem könne ein „verpflichtendes Gesellschaftsjahr der Jugend neue Perspektiven zeigen, und das für Frauen und Männer gleichbedeutend“, sagt Schriftführer Raouf Al-Madani. Horlacher mahnt jedoch zur Besonnenheit: „Eine kurzfristige Initiierung eines solchen Gesellschaftsjahres ist unter dem Vorbehalt guter Organisation und Vorbereitung nicht einfach so möglich. Zu den enormen Kosten und zur Bereitstellung von Wehr- und Zivildienststellen dürfen wir auch die Trägerverbände nicht aus den Augen verlieren.“ Diese erwarte eine enorme organisatorische Herausforderung.

Finanzielle Aspekte wie Löhne und Unterhaltskosten dürfen aus Sicht der JU keine Hinderungsgründe sein. An diesen Schnittstellen müsse die Politik eingreifen und Vorgaben liefern, dann könne ein Projekt dieser Art erfolgreich umgesetzt werden.

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